Was einmal als harmloser Aprilscherz geplant war, könnte jetzt noch mehr nach hinten los gehen als sowieso schon. Laut Spiegel-Informationen hat der PR-Stunt nun die Aufmerksamkeit der US-Börsenaufsicht SEC auf sich gezogen. Die Behörde hat eine Untersuchung gegen das Unternehmen eingeleitet, um festzustellen, ob der schlechte Humor von VW den Aktienkurs beeinflusst haben könnte.

Das Unternehmen bestätigte dem Spiegel, dass die US-Behörde Informationen von der Tochtergesellschaft Volkswagen Group of America (VWoA) angefordert hat und das das Unternehmen mit den Behörden kooperieren werde.

Was war passiert? Das ganze Debakel begann ein paar Tage vor dem 1. April, als VW in den USA "versehentlich" eine Pressemitteilung veröffentlichte, in der ankündigt wurde, man habe dort die Absicht, den Firmennamen zu ändern. Am 30. März änderte VW seine Logos, aktualisierte die Profile in den sozialen Netzwerken und gab eine weitere Pressemitteilung über die Änderung heraus. Mit vermeintlichen Kommentaren des Präsidenten und CEO von VWoA, Scott Keogh.

Am 31. März steuerte VW mit einer weiteren Pressemitteilung nach, die die Sache richtigstellen sollte. Ein Scherz. Aha. Der Schaden war aber bereits angerichtet und der Gag des Unternehmens verärgerte viele Nachrichtenagenturen, die die Namensänderung als Tatsache veröffentlichten. Auch wir sind damals auf den Joke reingefallen.

Ein Blick auf den Aktienkurs des Unternehmens während der gefälschten Namensänderung zeigt, dass der Kurs vor der Korrektur zeitweise um satte 12,5 Prozent anstieg.

Der Scherz war ein durchaus mutiger Schritt für einen Hersteller, der bei Verbraucherinnen und Verbrauchern im Zuge des Dieselgates schon eine große Menge an Vertrauen verspielt hatte. So musste VW in den USA nicht nur mehrere Milliarden Dollar Strafe zahlen, anschließend wurde mit massiven Investitionen endlich in Richtung E-Mobilität entwickelt.

Bildergalerie: Volkswagen ID.4 1ST (2021)

So hat VW viel Aufwand in die elektrischen ID-Baureihen gesteckt. Und der Scherz sollte eigentlich die ersten Auslieferungen der ID.4-Modelle in den USA feiern. Doch die freche Namensänderung hätte VW einfach etwas anders angehen müssen. Stattdessen ermittelt jetzt die SEC und wir wagen es zu bezweifeln, ob diese US-Behörde darüber lachen wird.