Abos für fossil angetriebene Autos bietet Shell seltsamerweise nicht an

Auto-Abos liegen im Trend: Vor allem jüngere Autofahrerinnen und Autofahrer wollen offenbar oft kein eigenes Fahrzeug mehr haben, sondern den Wagen flexibel nutzen und wechseln. Der Marktanteil von Abos bei den privaten Neuwagen könnte bis 2030 sogar auf 40 Prozent steigen, glaubt Auto-Papst Ferdinand Dudenhöffer.

Neben ausgesprochenen Abo-Spezialisten wie Cluno oder Finn bieten auch immer mehr Fahrzeughersteller ihre Autos im Abo an, so zum Beispiel VW den ID.3, Mercedes den EQA, Volvo den XC40 Pure Electric oder Porsche den Taycan. Dass auch andere Branchen den Trend erkannt haben, zeigt Tchibo: Die Handelskette offeriert das Model 3 und den Elektro-500 im Abo. Und nun kann man sogar Elektroautos bei einem Mineralölkonzern abonnieren – und zwar bei Shell. Das neue Angebot der Firma, die sich lieber als Energiekonzern bezeichnet, heißt Shell Recharge Auto-Abo.

Über einen Webshop im Shell-Design schließt man dabei in Wirklichkeit einen Vertrag mit dem Auto-Abo-Spezialisten Fleetpool. Wählen kann man aus Abo-Zeiträumen von sechs, zwölf und 24 Monaten. Die Monatsrate hängt vom Elektroauto-Modell ab.

Shell Recharge Auto Abo

Das Einführungsangebot ist derzeit der Fiat 500 e Icon für 289 Euro im Monat, wobei noch ein Shell-Gutschein für 20 Euro mit dabei ist. Die Laufzeit beträgt hier 13 Monate; 13.000 Frei-Kilometer sind eingeschlossen. Das Angebot reicht bis zum Mercedes EQC für 879 Euro (Laufzeit 24 Monate, mit 30.000 Frei-Kilometern).

Die monatliche Rate beinhaltet alle verbrauchsunabhängigen Kosten: Zulassung, Wartung, jahreszeitgerechte Bereifung, Fahrzeugchecks, Steuer und Versicherung. Zum Laden bekommen die Abonnenten automatisch eine Ladekarte für das Shell-Ladenetz zugeschickt. Die Stromkosten muss man allerdings selbst tragen.

Über den neuen Partner Fleetpool sagt Jan Toschka, Chef des Shell-Tankstellengeschäftes in Deutschland, Österreich und der Schweiz: "Seit der Gründung im Jahr 2008 hat sich Fleetpool als erfolgreicher Partner renommierter Unternehmen und Automobilhersteller etabliert. Mit insgesamt rund 15.000 aktiven Verträgen war Ende 2020 etwa jeder dritte Auto-Abonnent in Deutschland Kunde einer Marke der Fleetpool Group."

Warum Shell nicht auch fossil angetriebene Autos im Abo anbietet? Der Konzern schreibt in seiner Pressemitteilung, man habe sich die Klimaneutralität bis 2050 zum Ziel gesetzt. Der Schritt könnte aber auch mit Imagepflege zu tun haben: Man will nicht mehr so gerne als Ölkonzern hingestellt werden. Vielleicht will Shell aber auch sein Ladenetz bewerben, das nach Eigenaussage mit mehr als 200.000 Ladepunkten das größte in Europa sein soll.