Kürzlich bewunderten wir die Optik des Xiaomi SU7, und nun müssen wir Sie mit einer weiteren China-Limousine belästigen. Oder vielmehr dürfen, denn auch der JiYue 07 sieht fantastisch aus. Das sehen nicht nur wir so, sondern auch Profi-Designer: Das Auto erhielt den Red Dot Award und den iF Design Award für 2023. Beides sind renommierte Preise aus Deutschland. Aber auch technisch hat das Auto einiges zu bieten.

In China gibt es fast unendlich viele Elektroauto-Marken, und nur die wenigsten sind in Deutschland bekannt. JiYue hat es immerhin schon zu einem deutschen Wikipedia-Eintrag gebracht. Danach gehört die Marke einem Joint Venture von Autobauer Geely und dem Suchmaschinen-Betreiber Baidu.

Bildergalerie: JiYue 07 (2024)

Der JiYue 07 ist das zweite Modell der jungen Marke. Er basiert auf der Designstudie Robo 02 und soll Mitte 2024 auf den Markt kommen, wie CarNewsChina berichtet. Es handelt sich um eine mittelgroße Limousine, die gegen das Tesla Model 3 und den BYD Han antritt. Anders als diese Modelle besitzt das Auto aber eine große Heckklappe. Davor gibt es ein großes Glasdach, dahinter fährt bei Bedarf ein kleiner Heckspoiler aus. In der Seitenansicht wirkt der Wagen elegant und niedrig.

Statt Türgriffen hat der JiYue 07 nur Knöpfe. Sie zeichnen sich auf den Bildern als kleine weiße Kringel an der B-Säule und im hinteren Dreiecksfenster ab. Offenbar werden die Türen also nicht nur elektrisch entriegelt, sondern auch elektrisch geöffnet. Zum teilautonomen Fahrsystem gehören Kameras und Radarsensoren, aber kein Lidar, wie ihn die Nio-Modelle oder der Xiaomi SU7 besitzen.

Technisch basiert der Wagen auf der SEA-Plattform von Geely und dürfte auch von Geely gebaut werden. Kooperationspartner Baidu steuert die Software bei, insbesondere für die Assistenzsysteme und die Konnektivität.

Die Sustainable Experience Architecture (SEA) liegt einer wachsenden Zahl von Elektroautos zugrunde. Darauf beruhen alle Zeekr-Modelle, der Polestar 4 und der Volvo EX30, aber die Smart-Modelle – schließlich ist auch diese Marke ein Joint Venture mit Geely.

Antriebe und Akkus sind mehr oder weniger bekannt. Die Basisversion hat einen 200 kW starken Heckantrieb und eine 71-kWh-Batterie mit LFP-Chemie. Daneben wird ein Allradler mit 400 kW Systemleistung und 100-kWh-Batterie (mit NMC-Technik) angeboten. Den 200-kW-Heckantrieb kennen wir von den Smart-Modellen, im Zeekr 001 gibt es auch das 400-kW-Allradsystem und die große 100-kWh-Batterie.

Zur Reichweite gibt es noch keine Angaben, aber hier kann man sich am Erstling von JiYue orientieren, dem JiYue 01. Das Elektro-SUV besitzt die gleichen Antriebe und Akkus und dürfte mit 4,85 Meter Länge und einem Radstand von genau drei Metern ähnliche Maße haben. Der 01 soll in der Grundvariante 550 km schaffen – nach der wenig anspruchsvollen chinesischen CLTC-Norm. Bei der Allradversion sollen 660 km drin sein. Bei der aerodynamisch günstigeren Limousine JiYue dürften sich eher etwas größere Werte ergeben.  

Bildergalerie: JiYue 01 (2023)

Der JiYue 01 wird seit vergangenem Herbst in einem Werk der Geely-Marke Zeekr gebaut – in Ningbo, wo auch der Zeekr 001 und 009 entstehen. Möglicherweise wird dort auch der 07 produziert. Auf den Markt kommen soll das Auto Mitte 2024 – in China. Ambitionen zu einer weltweiten Einführung hat die Marke noch nicht erkennen lassen.

Unterm Strich

Technisch bietet der JiYue 07 wenig Neues – Antriebe und Akkus sind aus anderen Modellen auf Basis von Geelys SEA-Plattform bekannt. Aber die Optik ist wirklich schick. Und könnten die große Heckklappe (in China unseres Wissens sonst weniger populär) und die deutschen Designpreise nicht Hinweise darauf sein, dass das Auto auch zu uns kommt?