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Hyundai plant Pilotfertigung eigener Festkörperzellen ab März

Mit den Zellen will der Konzern die Batterietechnologie "internalisieren"

Künftiges Hyundais Batterieforschungszentrum in Uiwang (Bild vom Investor Day 2024)

Bild von: Hyundai

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

12. Feb. 2025 um 10:00 Uhr

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Dass Hyundai bis 2030 eigene Festkörperakkus haben will, gab der Konzern bereits offiziell bekannt. Dazu kooperiert man mit Batterie-Spezialisten wie Solid Power, SES oder Factorial. Um eigene Kompetenzen aufzubauen und Talente zu finden, arbeitet man aber auch mit der Seoul National University zusammen, hieß es beim Investor Day im Juni 2023. Nun will der koreanische Hersteller eine Pilotproduktion für eigene Festkörper-Zellen in Betrieb nehmen.

Der Start der Pilotfertigung ist für März geplant, berichtet die koreanische ETNews unter Berufung auf anonyme Branchenquellen. Produziert werden sollen Zellen für die "Dream Battery" von Hyundai, das heißt Zellen für die eigene Festkörperbatterie. Die Anlage ist am neuen Batterie-Forschungszentrum Uiwang Battery Research Center in Gyeonggi (der Provinz um Seoul herum) angesiedelt.

Von der Dream Battery verspricht sich Hyundai eine hohe Energiedichte und ein geringes Brandrisiko. Auf längere Sicht könnte der Konzern, also die Hyundai Motor Company (HMC) mitsamt Kia und Genesis, durch die Festkörperbatterie autarker in Bezug auf Batterien werden, so der Bericht. Das heißt, man wäre nicht mehr allein auf Zellenlieferanten wie LG, SK On oder CATL angewiesen, von denen die Zellen für die heutigen Elektroautos der HMC kommen. Hyundai spricht von der "Internalisierung" der Technologie.

Wie wichtig die Pilotanlage für den Konzern ist, wird durch die hochkarätigen Teilnehmer an der Eröffnung bestätigt: Laut Bericht haben sich Konzernchef Chung Eui-sun sowie Vertreter in- und ausländischer Zulieferer und Partner angesagt. Auch ein Vertreter von General Motors werde teilnehmen; der US-Konzern hat kürzlich seine Kooperation mit der Hyundai Motor Company ausgeweitet.

HMC-Chef Chung Eui-sun (dritter von rechts) bei der Eröffnung des gemeinsamen Batterieforschungszentrums von HMC und der SNU im Juli 2023

HMC-Chef Chung Eui-sun (dritter von rechts) bei der Eröffnung des gemeinsamen Batterieforschungszentrums von HMC und SNU im Juli 2023

Bild von: Hyundai

Mit der Pilotlinie ist ein neuer Meilenstein bei der Einführung der HMC-Festkörperbatterie erreicht. Von der Serienfertigung ist man aber noch weit entfernt: Am Einführungstermin im Jahr 2030 wird festgehalten. Die neue Anlage dient der testweisen Produktion von Festkörperzellen, wobei der Ausstoß an Zellen gering ist. Dabei soll erkundet werden, wie sich die Zelle am besten produzieren lässt, um die geforderte Qualität zu erreichen. Es sei aber zu erwarten, dass noch 2025 Elektroauto-Prototypen mit den Festkörperzellen ausgestattet werden, so der Bericht.

Zu den Herausforderungen dürften die Produktionskosten der Festelektrolytmaterialien und die Verbesserung der Produktion gehören. Doch die Hyundai Motor Company soll ähnlich große Forschungsteams für Feststoffbatterien wie die Batterie-Spezialisten haben. Deshalb dürften Letztere gespannt sein, wie HMC mit seinen eigenen Zellen vorankommt.

Mehr zum Thema Festkörperbatterien:

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Unter dem Strich

Festkörperbatterien seien "wahrscheinlich noch zehn Jahre" von der Einführung in größeren Mengen entfernt, sagte BMW-Technikvorstand Frank Weber gerade gegenüber der Automobilwoche. Denn die Zellhersteller hätten in die Flüssigelektrolyt-Technik investiert und wollten diese nicht verfrüht zu den Akten legen, so der Manager sinngemäß. Was in seiner Rechnung möglicherweise fehlt, sind große Autohersteller wie Hyundai, die mit der Festkörpertechnologie neu in die Zellfertigung einsteigen und sich nicht um die Amortisation bestehender Anlagen kümmern müssen, sondern sich eine größere Unabhängigkeit von den Zelllieferanten versprechen. 

Unser Titelbild zeigt das neue Batterieforschungszentrum in Uiwang (Bild vom Investor Day 2024)

Quelle: ETnews via Elektrek, Hyundai Investor Day 2023 (Video), Automobilwoche (Paywall)

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