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Ola Electric aus Indien präsentiert günstigen Elektroroller S1

Technisch aufwendiger Roller soll weniger als 1.200 Euro kosten und auch nach Europa kommen

Ola S1: Günstiger Elektroroller aus Indien soll auch nach Europa kommen

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

17. Aug. 2021 um 11:43 Uhr

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Ola Electric hat einen extrem günstigen Elektroroller namens S1 vorgestellt, der auch nach Europa kommen soll. Im Heimatmarkt Indien liegt der Basispreis bei umgerechnet nur etwa 1.140 Euro.

Zwei Versionen werden angeboten: Der normale S1 bietet eine Reichweite von 121 Kilometern im indischen IDC-Zyklus; er sprintet in 3,6 Sekunden auf 40 km/h und erreicht 90 km/h, während der S1 Pro mit seinem 3,9-kWh-Akku eine Reichweite von 181 km und eine Höchstgeschwindigkeit von 115 km/h bietet. Für den Antrieb sorgt in beiden Fällen ein Elektromotor mit 8,5 kW Peak-Leistung und 58 Newtonmetern Drehmoment. Aufgeladen wird zu Hause mit 750 Watt in sechs Stunden. An einem "Hypercharger" von Ola dauert es nur 18 Minuten, bis Strom für weitere 75 Kilometer im Akku sind.

Während der S1 wie erwähnt 99.999 Rupien (etwa 1.140 Euro) kostet, ist der S1 Pro für 129.999 Rupien (knapp 1.500 Euro) erhältlich. Das sind die Preise vor Förderung. Ob der Roller auch außerhalb so günstig sein wird, wurde nicht gesagt.

Ola-Elektroroller (2021)

Aber auch abgesehen von den erstaunlichen Performance-Daten und dem niedrigen Preis bietet der Elektroroller noch einige Besonderheiten. So hat der Roller einen Tempomat, der wie beim Auto die eingestellte Geschwindigkeit hält. Beim Rangieren hilft ein per Knopfdruck aktivierbarer Rückwärtsgang und für hügelige Stadtfahrten gibt es eine Berganfahrhilfe.

Der Roller bietet zudem einen Sieben-Zoll-Touchscreen mit konfigurierbaren Anzeigen sowie einem integrierten Navigationssystem. Dahinter steckt eine anspruchsvolle Elektronik, die unter anderem WLAN, Bluetooth und 4G-Mobilfunk unterstützt. Zudem erkennt der Roller Besitzerin oder Besitzer bei Annäherung und entriegelt sich automatisch – man wird sogar namentlich per Sprachnachricht begrüßt. Der Roller soll sogar eine Sprachsteuerung bieten.

Unter dem Sitz, wo sich bei vielen Elektrorollern der Akku befindet, lassen sich zwei Helme unterbringen. Ob die Batterie sich zum Aufladen entnehmen lässt, wurde nicht mitgeteilt; im Video ist nur ein Roller zu sehen, der direkt an einer Wallbox angeschlossen ist.

In Indien ist der Ola S1 schon ab Anfang September bestellbar, die Auslieferungen sollen im Oktober starten. Laut Bloomberg soll der S1 in den nächsten Monaten auch in andere asiatische Länder, nach Lateinamerika und Europa exportiert werden.

YouTube video player

Bei der Vorstellung des Rollers am Sonntag durch den Ola-Chef Bhavish Aggarwal (siehe Video oben) hieß es, in Indien würden pro Jahr 12.000 Crore Liter Treibstoff verbraucht. Da das typisch indische Zahlwort Crore für 10 Millionen steht, sind das 12 Milliarden Liter. 40 Prozent der Luftverschmutzung in dem südasiatischen Land gingen auf den Verkehr zurück. Der Elektroroller soll helfen, diese Zahlen zu senken.

Dazu will Ola die größte Zweirad-Fabrik der Welt bauen – der Hersteller spricht dabei von "Two-Wheelers", meint aber vermutlich motorisierte Zweiräder oder sogar nur Roller. Diese FutureFactory soll 10 Millionen Elektroroller pro Jahr produzieren. Nur mit so großen Produktionsvolumina kann die Elektromobilität erschwinglich für alle werden, so Ola. In Indien sind Roller weitaus die meistverkauften Fahrzeuge. Jährlich werden 20 Millionen solcher "Two-Wheeler" verkauft.

Doch bisher besitzen laut Ola nur nur etwa 12 Prozent der Bevölkerung so ein motorisiertes Zweirad. Wenn größere Bevölkerungsteile Zugang zu dieser Form der Mobilität haben sollen, dürften es keine Roller mit Verbrenner sein.   

Bisher war Ola unter dem Namen Ola Cabs als Ridesharing-Anbieter bekannt und außer in Indien auch in Australien, Neuseeland und Großbritannien tätig. Künftig will die Firma, an der die japanische Softbank beteiligt ist, offenbar auch Elektrofahrzeuge wie den S1 anbieten. Dazu wurde nun der Ableger Ola Electric gegründet. Dabei sollen 90 Prozent der Komponenten in Indien hergestellt werden, was zur Initiative Make in India von Premierminister Narendra Modi passt.

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Ola-Elektroroller (2021)

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Quelle: Präsentation des Ola S1 auf Youtube, Ola-Website, InsideEVs Brasilien (Bilder)

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