Home

Mercedes

EQS

News

Mercedes EQS mit Festkörperakku schafft 1.205 km ohne Nachladen

In Serie soll die Technik aber erst zum Ende des Jahrzehnts gehen

Mercedes EQS mit Festkörperbatterie

Bild von: Mercedes-Benz

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

10. Sep. 2025 um 08:09 Uhr

Als bevorzugte Quelle InsideEVs auf Google hinzufügen

Teilen

1.205 km ohne aufzuladen fuhr ein Prototyp des Mercedes EQS mit Festkörperbatterie. Der innovative Akku soll 25 Prozent mehr Energiedichte haben als der Standardakku des EQS; er besteht aus Zellen vom US-amerikanischen Spezialisten Factorial Energy.

Dass man einen Prototypen mit über 1.000 km Reichweite habe, wurde bereits im Februar verlautbart; diese Marke wurde nun locker übertroffen: Ein leicht modifizierter EQS mit einer Lithium-Metall-Festkörperbatterie hat Ende August die 1.205 Kilometer lange Strecke von Stuttgart nach Malmö ohne Ladestopp absolviert. Und die Restreichweite betrug immer noch 137 km. Mit der Demonstrationsfahrt will die Marke das Potenzial und die bereits erreichte Alltagstauglichkeit der Festkörperbatterie aufzeigen. 

Die Testfahrt gehört zum Validierungsprogramm; dabei wird das Fahrzeug und die Batterie unter Alltagsbedingungen und in verschiedenen Klimazonen auf der Straße erprobt. Die Route über die Autobahnen A7 und E20 durch Deutschland und Dänemark bis nach Malmö in Schweden wurde vom Navi unter Berücksichtigung von Topografie, Verkehrslage, Umgebungstemperatur, Energiebedarf für Heizung und Kühlung sowie ohne Nutzung von Fähren berechnet.

Mercedes EQS mit Festkörperbatterie

Die Festkörperbatterie besteht aus Zellen von Factorial

Bild von: Mercedes-Benz

Das Festkörper-Batterie-System wurde zusammen mit High Performance Powertrains (HPP) entwickelt, dem Formel-1-Technologiezentrum von Mercedes im britischen Brixworth. Die eingesetzten Lithium-Metall-Zellen stammen vom US-amerikanischen Zellhersteller Factorial Energy. Sie basieren auf der FEST-Technologie (Factorial Electrolyte System Technology).

Dabei ist der Elektrolyt nur "quasifest", es handelt sich um ein vermutlich gelartiges Polymer. Die Energiedichte ist um 30 bis 50 Prozent höher als bei konventionellen NMC-Zellen. Zudem spart man Gewicht auf Akkuebene, da die Zellen als besonders sicher gelten. So verzichtet Mercedes auf ein per Pumpe umgewälztes Kühlmittel und setzt stattdessen eine passive Luftstrom-Batteriekühlung ein. Da die Zellen beim Laden und Entladen typische Volumenänderungen zeigen, ist die Batterie mit pneumatischen Aktuatoren ausgestattet, die nachgeben können, aber auch den nötigen Anpressdruck gewährleisten. Mehr zur Technik erfahren Sie in einem eigenen Artikel vom März. 

Mercedes EQS mit Festkörperbatterie

Mercedes EQS mit Festkörperbatterie

Bild von: Mercedes-Benz

Gewicht und Größe der Batterie sind vergleichbar mit der Standardbatterie eines Mercedes EQS. Diese speichert netto 118 kWh. Wenn der Energieinhalt der Festkörperbatterie um 25 Prozent gesteigert wurde, wie Mercedes schreibt, würde das auf fast 148 kWh hindeuten. Zum Aufladen macht Mercedes keine Angaben.

Zur Zukunftsperspektive sagte Mercedes-Entwicklungsvorstand Markus Schäfer: "Unser Ziel ist es, Innovationen wie diese bis zum Ende der Dekade in die Serienproduktion zu bringen und unseren Kunden ein neues Maß an Reichweite und Komfort zu bieten.“

Mehr zum Thema Festkörperbatterie:

Festkörperzellen von Factorial nun geeignet für Elektroautos

Nissans Festkörperbatterie soll 2028 auf den Markt kommen

BMW testet i7 mit Feststoff-Batteriezellen von Solid Power

VW-Batteriesparte PowerCo meldet Erfolg bei Festkörperakku

Unter dem Strich

Auch wenn es so wirkt, als könnten wir schon nächstes Jahr einen Mercedes mit Festkörperakku kaufen: Ganz so weit sind wir noch nicht. Gegen Ende des Jahrzehnts soll es so weit sein, und auch dann wird die Technik vermutlich "von oben nach unten" eingeführt, also beginnend bei den teuren Modellen.

Quelle: Mercedes

Diesen Artikel teilen

Meistgelesen

XPeng P7+ Long Range (2026) im Test: Oberklasse-Komfort zum Mittelklassepreis?

XPeng P7+ Long Range (2026) im Test: Oberklasse-Komfort zum Mittelklassepreis?

Zeekr 7X Facelift: Stärkere Antriebe und bis zu 450 kW Ladeleistung im Modelljahr 2027

Zeekr 7X Facelift: Stärkere Antriebe und bis zu 450 kW Ladeleistung im Modelljahr 2027

BYD Seal U: Elektroversion in Deutschland nicht mehr bestellbar, nur noch als Plug-in-Hybrid

BYD Seal U: Elektroversion in Deutschland nicht mehr bestellbar, nur noch als Plug-in-Hybrid

BMW iX7 (2028): Erlkönig zeigt riesige Doppelniere und geteilte Scheinwerfer

BMW iX7 (2028): Erlkönig zeigt riesige Doppelniere und geteilte Scheinwerfer

AKTUELLSTE ARTIKEL

Auch interessant



Mercedes EQS nun mit Steer-by-Wire und Steuerhorn bestellbar



Zeekr 7X Facelift: Stärkere Antriebe und bis zu 450 kW Ladeleistung im Modelljahr 2027



Mercedes-AMG GT SUV: Elektro-SUV mit bis zu 860 kW und 710 kW Ladeleistung



Xiaomi SU7 Ultra Extreme: Noch extremerer Erlkönig erwischt



ACC produziert ab 2027 Batteriezellen für Mercedes



BYD Seal U: Elektroversion in Deutschland nicht mehr bestellbar, nur noch als Plug-in-Hybrid



Mercedes streicht EQE und Maybach EQS SUV in den USA