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Macht Ultraschnellladen einen E-Auto-Akku kaputt? BYD testete es 350 Mal in 9 Tagen

Der Yangwang U7 lädt in 9 Minuten von 10 auf 97 %. So wirkt sich das auf die Batteriegesundheit aus

BYD YangWang U7 vorne im Dreiviertelprofil

Von: Mack Hogan

Übersetzt von: Stefan Wagner

Veröffentlicht von: Stefan Wagner

31. Aug. um 09:49 Uhr

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BYD hat 2025 mit der Einführung von „Megawatt Flash Charging“ eine neue Phase im Wettlauf um die Ladeleistung eingeläutet. Das System soll Ladezeiten ermöglichen, bei denen ein Auto in nur 5 Minuten von 10 auf 60 Prozent kommt.

Wettbewerber reagierten schnell mit eigenen Lösungen jenseits der Schwelle von 1.000 kW. BYD ruhte sich darauf nicht aus und legte mit einer neuen Batterie- und Ladeplattform für die Marken BYD, Denza, Yangwang und Fangchengbao nach. Fahrzeuge mit der neuen Technik sollen in nur 9 Minuten von 10 auf 97 Prozent laden können – ein beeindruckender Wert.

Eine Frage blieb bisher jedoch offen: Wie wirken sich diese extrem kurzen Ladezeiten auf die Lebensdauer der Batterie aus?

Endgültig beantwortet ist das noch nicht. In dieser Woche gab es allerdings ermutigende Nachrichten. Wie bei den meisten Batterien scheint die Degradation weniger dramatisch auszufallen, als viele Verbraucher befürchten könnten.  

byd-megawattladen-test-china

Unser ehemaliger Chefredakteur testet BYDs Megawatt-Laden.

Foto: Patrick George

30.000 Kilometer und 350 Schnellladungen in neun Tagen

Yangwang hat seine Limousine U7 dafür einem ausgesprochen harten Belastungstest unterzogen, wie CarNewsChina berichtet. Nach Unternehmensangaben wurde ein zufällig ausgewählter U7 aus einem Showroom genutzt – kein speziell präpariertes Werksfahrzeug. Auf einer Teststrecke in Nanning, China, fuhr das Auto neun Tage lang durchgehend mit 240 km/h. In dieser Zeit legte es 30.000 km zurück und benötigte dabei enorme 350 Flash-Charging-Stopps, bei denen das Fahrzeug jeweils bis zu 640 kW aufnehmen konnte. 

Für eine Batterie bedeutet das eine außergewöhnliche Belastung durch Wärmeentwicklung und Ladeleistung. Am Ende des Tests führte das Unternehmen daher eine Degradationsmessung am U7 durch. Das Ergebnis: Das Fahrzeug verfügte laut Hersteller noch über 98,7 Prozent seiner Batteriekapazität. 

BYD Han L, Tang L und Megawatt-Laden

Ein Yangwang U7 und Denza Z9 GT an einem Flash Charger

Foto: BYD

Warum das Ergebnis für die Batterielebensdauer relevant ist

Das ist besonders interessant, weil die Degradation einer Batterie erfahrungsgemäß am Anfang ihres Lebenszyklus am stärksten ausfällt. Üblicherweise ist sie zunächst höher und flacht später ab. Wenn die ersten 30.000 km unter derart intensiven Bedingungen mit so geringem Kapazitätsverlust absolviert wurden, spricht das durchaus für die Langzeitbelastbarkeit des Fahrzeugs.

Hinzu kommt, dass der U7 den Test bei einer Durchschnittstemperatur von 36 °C absolvierte. Hohe Geschwindigkeiten, hohe Umgebungstemperaturen und hohe Ladeleistungen belasten das Thermomanagement einer Batterie erheblich.

Es muss die Zellen aus Gründen der Sicherheit, Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit in einem definierten Temperaturfenster halten. Offenbar hat das System des U7 diese Aufgabe bewältigt: Das Auto hielt auch nach Tagen mit hoher Geschwindigkeit und Ladevorgängen bei hohen Temperaturen ein außergewöhnliches Tempo durch. Das spricht dafür, dass nicht jene schnelle Degradation zu erwarten ist, wie sie bei Fahrzeugen auftreten kann, deren Akkutemperatur nicht ausreichend geregelt wird. 

Zu optimistische Schlüsse sollte man daraus dennoch nicht ziehen. Temperatur und Schnellladen erhöhen zwar die Degradation, doch auch die kalendarische Alterung spielt eine wichtige Rolle. Wie gut sich eine Batterie über die Jahre hält, lässt sich daher erst beurteilen, wenn tatsächlich genügend Zeit vergangen ist. 

Das ist eine grundsätzliche Einschränkung bei jedem neuen Produkt. Wie zuverlässig ein Auto wirklich ist, zeigt sich erst, wenn es bereits mehrere Jahre im Markt ist. Tests wie dieser belegen jedoch, dass man mit dem richtigen Thermomanagement hohe thermische Belastungen beim Schnellladen beherrschen kann. Solange es wie vorgesehen arbeitet, sollte die Degradation nicht deutlich stärker ausfallen als bei Fahrzeugen mit geringerer Ladeleistung. 

Zumindest in der Theorie. Wie es in der Praxis aussieht, wird erst die Zeit zeigen. 

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