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BYD will erstes Autowerk in Europa angeblich in Ungarn bauen

Ein Kauf des Ford-Werks in Saarlouis ist offenbar vom Tisch

BYD-Schriftzug an einem Dolphin (Symbolbild)

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

6. Nov. 2023 um 09:27 Uhr

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Das erste Autowerk von BYD könnte in Ungarn gebaut werden. Die Entscheidung ist angeblich intern bereits gefällt worden. Die Informationen basieren auf nicht genannten Quellen aus dem Umfeld von BYD.

Das berichtete nun die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hinter ihrer Paywall. Der ungarische Premier Viktor Orban hatte letzten Monat den BYD-Chef Wang Chuanfu in Shenzhen getroffen hat. Auf Nachfrage von Reuters hieß es bei BYD, man suche noch nach dem richtigen Standort und werde Ende des Jahres eine Ankündigung machen. Das klingt zumindest nicht nach einem strikten Dementi. 

Anfang des Jahres hatte es Gerüchte gegeben, BYD könnte das Ford-Werk in Saarlouis kaufen. Der dort gebaute Focus läuft im Jahr 2025 aus und Ford sucht einen Käufer für die Fabrik. Damals hatte es geheißen, die Gespräche mit BYD befänden sich noch im Anfangsstadium. Nun scheint Saarlouis aus dem Rennen zu sein.

vorne links: BYD Han, BYD Tang und BYD Atto 3 für den europäischen Markt

Die ersten BYD-Modelle in Deutschland waren der BYD Han, BYD Tang und BYD Atto 3

BYD baut bereits Fahrzeuge in Europa, allerdings handelt es sich dabei um Elektro-Busse: Diese werden zusammen mit dem schottischen Hersteller ADL in Falkirk gefertigt, und zwar vor allem für den britischen Markt. Eine weitere Fabrik für Elektro-Busse und Elektro-Gabelstapler wurde 2017 in der ungarischen Stadt Komarom eröffnet. Das neue BYD-Werk in Ungarn wäre jedoch das erste Werk für Pkw – und zwar wohl für Elektroautos, denn Verbrenner bietet BYD in Europa nicht an.

Die Batterieversorgung könnte vielleicht der chinesische Batterieriese CATL übernehmen, der in Ungarn eine riesige Batteriefabrik hochzieht. Das neue CATL-Zellenwerk in Debrezen soll eine jährliche Produktionskapazität von 100 GWh haben.

Da Ungarn zur Europäischen Union gehört, könnten die dort produzierten Autos von BYD problemlos in der EU abgesetzt werden. Bisher verkauft BYD in Europa aus China importierte Fahrzeuge. Diese könnten künftig von der EU mit Zöllen belegt werden, weil in China gebaute Autos laut EU-Präsidentin Ursula von der Leyen oft subventioniert werden.   

Aber generell expandiert BYD derzeit nach Übersee. So hatte der Konzern im Juni bekannt gegeben, dass er 2024 ein Autowerk im brasilianischen Iracemapolis eröffnen wird.  

BYD gehört zu den weltgrößten Herstellern von Elektroautos. Im dritten Quartal 2023 lag der chinesische Konzern beim Verkaufsvolumen fast gleichauf mit Tesla; der Unterschied betrug nur noch 3.456 Autos. Generell holt BYD den Vorsprung von Tesla offenbar langsam auf. 

BYD Dolphin und Seal

Inzwischen sind auch der BYD Dolphin (links) und der Seal in Deutschland bestellbar

Expansionspläne für Nordamerika hat BYD bisher noch nicht veröffentlicht. Auch in den USA werden lokal gebaute Elektroautos durch den Inflation Reduction Act (IRA) gefördert. Auch eine Fabrik in Mexiko wäre denkbar, denn die Subventionen gelten auch für enge Handelspartner, zu denen auch der südliche Nachbarstaat gehört.

Mehr zu BYD:

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Quelle: FAZ.net (Paywall) via Reuters

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