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AMG GT 4-Türer Coupé
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Mercedes-AMG GT XX: 1.000-kW-Sportler mit 3 Axialfluss-Motoren
AMG.EA-Studie mit interessanter Tauchkühlung für die Batteriezellen und extrem schnellem Laden

Bild von: Mercedes-Benz
Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
25. Jun. 2025 um 19:30 Uhr
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Mercedes stellt den AMG GT XX vor. Der viertürige Elektro-Sportwagen besitzt gleich drei Axialfluss-Elektromotoren und eine Systemleistung von 1.000 kW. Außerdem hat der Wagen eine interessante Batterie mit zylindrischen Zellen und Direktkühlung. Und dank über 800 Volt Spannung sowie niedrigem Verbrauch soll man in nur fünf Minuten Strom für 400 km WLTP-Reichweite nachladen können.
Die Studie ist 5,20 Meter lang und ist nur 1,32 Meter hoch. Dass er auf niedrigen Luftwiderstand hin entwickelt wurde, sieht man dem Wagen an. So liegt der cW-Wert bei 0,198 – ein Wert, der noch unter dem des EQS (0,20) liegt und dem des Lucid Air (0,197) nahe kommt; der Bestwert des höchstens in Kleinstserie gebauten Lightyear 0 (0,175) wird aber nicht erreicht. Die Stirnfläche liegt bei 2,24 Quadratmetern.

Bild von: Mercedes-AMG
Die 21-Zoll-Räder sind mit beweglichen "Aeroblades" ausgestattet, die sich nur bei Bedarf öffnen, um die Bremsen zu kühlen:

Bilder von: Mercedes-AMG

Bilder von: Mercedes-AMG
An der Front gibt es einen Grill mit senkrechten Chromstäben mit traditionellem Mercedes-Stern, der nicht illuminiert ist. Ähnlich wie beim Polestar 4 fehlt die Heckscheibe; sie wurde durch eine Kamera ersetzt. Am Heck prangen sechs Rückleuchten und ein LED-Panel dazwischen, wobei auf Letzterem entweder das AMG-Logo oder diverse optische Signale erscheinen.

Bild von: Mercedes-AMG
Technische Basis ist die Plattform AMG.EA. Für den Antrieb sorgen zwei Axialfluss-Motoren an der Hinterachse und einer an der Vorderachse. So ergibt sich ein Allradantrieb mit mehr als 1.000 kW, der Geschwindigkeiten von über 360 km/h ermöglichen soll. Anders als bei den derzeit in aller Regel verwendeten Radialfluss-Elektromotoren ist der magnetische Fluss (also die Linien des Magnetfeldes) hier axial ausgerichtet, das heißt er zeigt in Richtung der Drehachse des Scheibenläufer-Motors.
Außerdem besteht der Motor (der von der Mercedes-Tochter Yasa entwickelt wurde) aus einem dreilagigen Sandwich: In der Mitte liegt der Stator, darunter und darüber jeweils ein Rotor. Im Concept AMG GT XX ist diese Kombination an der Vorderachse nur knapp neun Zentimeter dick; die beiden Motoren an der Hinterachse messen jeweils sogar nur rund acht Zentimeter.

Bild von: Mercedes-AMG
So soll sich eine besonders hohe Leistungsdichte ergeben. Auf das gleiche Volumen bezogen, soll die Leistung eines Motors dreimal so hoch sein wie bei einer Radialflussmaschine, das Drehmoment doppelt so hoch. Außerdem soll das Gewicht rund zwei Drittel geringer sein.

Die einzelne Axialfluss-Elektromaschine an der Vorderachse
Bilder von: Mercedes-AMG

An der Hinterachse der Designstudie arbeitet ein Doppelmotor
Bilder von: Mercedes-AMG
An jeder Achse gibt es eine Electric Drive Unit (EDU); hinten enthält diese zwei Motoren, die gemeinsam jeweils mit einem kompakten Planetenradgetriebe und einem Inverter in einem Gehäuse vereint sind. Die Motoren und die Getriebe sind ölgekühlt; die Pumpe ist ebenfalls in die EDU integriert. Vorne enthält die EDU neben einem Motor ein Stirnradgetriebe und einen Inverter. Der vordere Elektroantrieb wird nur dann zugeschaltet, wenn die volle Leistung oder Traktion benötigt wird, ansonsten wird er über eine Disconnect Unit (DCU) abgekoppelt.
Akku und Thermomanagement sollen auch unter anspruchsvollen Bedingungen wiederholbar niedrige Sprintzeiten liefern. Die Speicherkapazität ist noch nicht bekannt, aber es werden zylindrische Zellen verwendet, die direkt und einzeln über eine dielektrische (das heißt, eine elektrisch nicht leitende) Flüssigkeit gekühlt werden – es handelt sich also wohl um eine Tauch-Kühlung. Die einzelnen Zellen werden jedoch zu Kunststoffmodulen zusammengefasst, in denen diese ungewöhnliche Kühlung integriert ist.

Die Batterie besteht offenbar aus 20 Modulen
Bild von: Mercedes-AMG
Über 3.000 Zellen werden eingebaut, und die Spannungslage des Akkus liegt über 800 Volt. Zu den Abmessungen der einzelnen Zellen macht Mercedes keine genauen Angaben, sie sollen aber hoch und schlank ausfallen. Durch den kleinen Durchmesser wird die Kühlung erleichtert, so der Hersteller.

Jedes Modul enthält offenbar 7 x 22 = 154 Zellen. Bei 20 Modulen ergeben sich 3.080 Zellen
Bild von: Mercedes-AMG
Die Kathoden haben eine NCMA-Chemie (Nickel, Cobalt, Mangan und Aluminium); dazu kommt eine Siliciumanode. Die Zellen sollen eine große Energiedichte (über 300 Wattstunden/Kilo bzw. 740 Wh/Liter auf Zellebene) mit einer hohen Ladeleistung und einer langen Lebensdauer verbinden.
Im SoC-Bereich bis 80 Prozent soll sich eine flache Ladekurve ergeben. Die Ladeleistung soll über einen großen Bereich der Ladekurve über 850 kW bei 1.000 Ampere betragen. Normalerweise liegt die Stromstärke bei DC-Ladern nur 500 Ampere. Damit das Schnellladen mit 1.000 Ampere möglich wird, wurde gemeinsam mit dem italienischen Spezialisten Alpitronic eine entsprechende DC-Säule als Prototyp entwickelt.
Unter idealen Bedingungen soll man so in fünf Minuten Strom für 400 km nachladen können. Zum Vergleich: Beim Mercedes CLA 250+ mit EQ-Technologie sollen es 325 km in 10 min sein.

Bild von: Mercedes-AMG
Im Cockpit gibt es ein Steuerhorn wie bei einem Flugzeug und ziemlich monströs wirkende Luftausströmer. Von den Mercedes-Serienmodellen her vertraut ist jedoch das leicht gebogene Display. Die Materialien sind echt; so fühlen sich die Alu-Elemente tatsächlich kühl an, wie es bei Metall sein muss.

Carbon-Schalensitz mit Vierpunktgurt
Bild von: Mercedes-AMG
Der AMG GT XX ist eine Designstudie, aber die Proportionen, die Materialien, der Antriebsstrang und die ultraschnell aufladbare Batterie sollen wir bei einem Serienmodell im Jahr 2026 wiederfinden.

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Quelle: Mercedes-AMG
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Unter dem Strich
EQXX, Vision AMG, Erlkönige der zwei elektrischen AMG-Modelle in Form einer Limousine und eines SUVs, ein Elektroauto mit V8-Sound: Allmählich schwirrt uns der Kopf vor lauter supersportlichen Studien, Ankündigungen und Teasern von Mercedes. Inzwischen würden wir uns freuen, wenn es endlich "Butter bei die Fische" gäbe, das heißt: ein Serienmodell. Aber die neue Technik mit Axialflussmotoren und den Zellen mit Tauchkühlung ist natürlich faszinierend. Wir sind gespannt darauf, was davon tatsächlich in Serie geht.
Quelle: Mercedes
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