Bekannte Modellnamen bei Elektroautos liegen im Trend. So erwägt VW, wieder einen Elektro-Golf zu bringen, und Mercedes wird die Elektroversion der G-Klasse angeblich nicht EQG nennen, sondern "G 580 mit EQ-Technologie". Bei Renault ist man gar nicht erst weggegangen von Bezeichnungen wie Megane oder Scenic. Mit einem Elektro-Clio soll bald ein weiteres Modell hinzukommen.

Der aktuelle Renault Clio ist seit 2019 auf dem Markt. 2026 soll der Nachfolger starten. Den Clio VI wird es wie den aktuellen Clio V mit Vollhybrid-Antrieb geben, daneben aber auch als Elektroauto, berichtet Autocar

Die Verbrenner (und wohl auch die Hybridvarianten) sollen weiter die CMF-B-Architektur nutzen, auf der auch der aktuelle Clio basiert. Die Elektroversion dagegen soll auf einer etwas größeren Version der Plattform AmprR Small beruhen. Denn diese gibt es angeblich in drei Größen: 

  • AmpR Small: Kleine Version für den neuen Renault Twingo Electric
  • AmpR Small: Mittlere Version für den Renault 4 und Renault 5
  • AmpR Small: Große Version für den Renault Clio

Zwei Plattformen also für den neuen Renault Clio. AmpR Small und CMF-B sind allerdings technisch verwandt, was die alte Bezeichnung CMF-B-EV für die Elektroarchitektur auch deutlich machte. Angeblich stimmen die Plattformen zu etwa 60 Prozent überein, insbesondere Befestigungspunkte und Abmessungen sind gleich. Deshalb kann man ihnen den gleichen "Hut aufsetzen" – das heißt, die Plattformen können die gleiche Karosserie tragen.

Renault Scenic E-Tech Electric (2024) im Test

Renault Scenic E-Tech Electric

Aktueller Renault Clio (als Hybridmodell)

Aktueller Renault Clio (als Hybridmodell)

Optisch soll sich der neue Clio deutlich vom aktuellen Modell unterscheiden. Renault-Chefdesigner Gilles Vidal wird sich wohl an den Elektro-Megane und den Elektro-Scenic anlehnen.

Und die Länge? Der aktuelle Clio ist mit 4,05 Meter ein typischer Kleinwagen des B-Segments, auf Augenhöhe mit dem VW Polo und Opel Corsa. Doch der neue Elektro-Clio soll nur zwei Zentimeter länger sein als der Renault 5 – das wären 3,94 Meter. So wird man den neuen Clio Electric nicht als großen Bruder des Renault 5 wahrnehmen. Renault wird ihn eher als Optik-Alternative zu dem Retro-Modell positionieren.

Doch soll der Elektro-Clio deutlich mehr Beinfreiheit im Fond und mehr Kofferraum bieten. Mehr Platz im Fond wäre nicht schlecht, denn im R5 schafften wir es nicht, unsere Füße unter den Vordersitz zu schieben, wenn dieser in der untersten Position war. Weniger dringend ist es beim Kofferraum, denn der Renault 5 bietet mit 326 bis etwa 1.000 Liter kaum weniger als der aktuelle Clio (340-1.069 Liter).

Der Elektro-Clio soll auch nicht viel teurer sein als der Renault 5, der 2025 zu Preisen ab 25.000 Euro starten soll. Ein Basispreis von rund 30.000 Euro würde gut in die Lücke zwischen dem Renault 5 und dem Elektro-Megane (ab 35.600 Euro) passen.

Trotz der etwas geringeren Größe wird der Clio E-Tech Electric wohl gegen den Peugeot E-208 und den Opel Corsa Electric antreten. Der MG4 Electric, der in dem Bericht als weiterer Rivale genannt wird, ist mit 4,29 Meter eher ein Konkurrent des Renault Megane Electric.

Wie groß der Anfang 2025 startende, neue Elektro-Twingo sein wird, ist noch nicht bekannt; der aktuelle Twingo E-Tech Electric misst 3,61 Meter. Der Neuling tritt gegen den Fiat 500 Elektro und die 25.000-Euro-Autos aus dem VW-Konzern an, die ebenfalls 2025 starten sollen.

Renault 5 E-Tech Elektro
Renault Twingo Legend Concept (2023)
Renault 4 Concept: Die beim Capital Market Day vorgestellte Studie

Unter dem Strich

Renault plant offenbar einen Elektro-Clio, der kaum größer sein soll als der Renault 5, sich optisch aber an den Scenic anlehnen wird. Nun sieht der neue Elektro-Scenic zwar gut aus, aber so viel Begeisterung wie der Renault 5 weckt er nicht. Deswegen halten wir einen zweiten Elektro-Kleinwagen neben dem R5 Electric für eher überflüssig. In Frankreich mögen auch Familien mit größeren Kindern einen Kleinwagen kaufen, in Deutschland aber eher nicht.