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XPeng P7+ Long Range (2026) im Test: Oberklasse-Komfort zum Mittelklassepreis?
Oberklasse-Limo aus China mit 350 kW Ladeleistung, verblüffend sparsamem Verbrauch und erstaunlich günstig. Wo ist der Haken?

Bild von: InsideEVs.de | Christopher Otto
Christopher Otto 
Von: Christopher Otto
21. Okt. um 08:34 Uhr
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313 PS, bis zu 446 kW Ladeleistung, über fünf Meter Länge und eine Ausstattung, bei der selbst deutlich teurere Oberklassemodelle ins Schwitzen geraten. Der neue XPeng P7+ tritt mit einem bemerkenswert selbstbewussten Gesamtpaket an.
Doch können die Chinesen außer beeindruckenden technischen Daten auch Fahrkomfort, Effizienz und Qualität? Wir haben den P7+ Long Range im Alltag und auf der Autobahn ausführlich getestet und dabei einige Überraschungen erlebt.
Bildergalerie: XPeng P7+ Long Range (2026) im Test

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Quelle: InsideEVs.de | Christopher Otto
Schnelle Daten XPeng P7+ Long Range Antrieb Heckantrieb, 230 kW (313 PS) 0-100 km/h 6,2 Sekunden Reichweite (WLTP) 530 km Verbrauch (WLTP) 16,4 kWh/100 km DC-Ladeleistung bis 446 kW Basispreis Long Range 49.600 Euro inkl. MwSt.
Karosserie/Design | Innenraum | Antrieb/Fahreindrücke | Verbrauch/Preis | Fazit
Karosserie/Design
Zurückhaltung gehört offensichtlich nicht zu den Stärken der XPeng-Designer. Während viele Hersteller inzwischen wieder darauf achten, ihre Elektroautos möglichst konventionell aussehen zu lassen, geht der P7+ den entgegengesetzten Weg. Mit seiner lang gestreckten Silhouette, der flachen Front und dem eigenwillig gezeichneten Heck erinnert die Limousine stellenweise eher an ein Raumschiff als an einen klassischen Vertreter der oberen Mittelklasse.
Besonders das Heck polarisiert. Ein auffälliger, weit herausgezogener Spoiler bildet eine Art Kragen, der dem Auto einen eigenständigen Abschluss verleiht. Ob das schön ist, dürfte für reichlich Diskussionsstoff sorgen. Uns gefällt die Konsequenz, mit der XPeng seinen eigenen Weg geht. Ein wenig Mut zum Ungewöhnlichen kann schließlich nicht schaden.



Bilder von: InsideEVs.de | Christopher Otto
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Die Front wirkt zunächst fast beliebig, offenbart bei genauerem Hinsehen aber eine extrem flache, beinahe gepfeilte Gestaltung mit markanten Kotflügeln und tief sitzenden Scheinwerfern. Mit 5,07 Metern Länge, 1,94 Metern Breite und drei Metern Radstand ist der P7+ zudem ein stattliches Automobil. Der Luftwiderstandsbeiwert von lediglich 0,211 zeigt, dass die auffällige Karosserie auch aerodynamisch einiges zu bieten hat.
Abmessungen & Gewichte XPeng P7+ Long Range Länge / Breite / Höhe 5.071 / 1.937 / 1.512 mm Radstand 3.000 mm Wendekreis 11,70 m Kofferraum 573 bis 1.931 Liter Leergewicht ohne / mit AHK 2.100 / 2.125 kg Anhängelast gebremst / ungebremst 1.500 / 750 kg Räder 20 Zoll
Innenraum
Wer angesichts des vergleichsweise günstigen Preises einen entsprechend bescheiden eingerichteten Innenraum erwartet, dürfte überrascht sein. XPeng hat sich bei Materialauswahl und Ausstattung ordentlich ins Zeug gelegt. Weiche Oberflächen, Zierelemente in grauer Holzoptik, ein dunkler Dachhimmel und eine geschmackvolle Ambientebeleuchtung schaffen ein ausgesprochen angenehmes Ambiente. Selbst die stoffbezogenen Hochtöner im Armaturenbrett werden illuminiert.
Ganz makellos ist das Interieur allerdings nicht. In den unteren Türverkleidungen und der doppelstöckigen Mittelkonsole kommt reichlich Hartplastik zum Einsatz. Vor allem fehlt den großzügigen Ablagen eine weiche Auskleidung, weshalb dort abgelegte Gegenstände munter vor sich hin klappern. Gelegentlich knarzt zudem die Mittelkonsole, auch aus dem hinteren Innenraumbereich waren vereinzelt Geräusche zu hören.



Bilder von: InsideEVs.de | Christopher Otto
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Einen hervorragenden Eindruck hinterlassen die Sitze. Das weiche Nappaleder fühlt sich hochwertig an, die Polsterung ist ausgezeichnet und auch auf langen Strecken bleibt der Komfort erstklassig. Seitenhalt bieten die Sessel allerdings nur mäßig. Dafür spendiert XPeng sowohl vorne als auch auf den äußeren Fondsitzen Heizung, Belüftung und Massagefunktion. Eine Kombination, die selbst in erheblich teureren Fahrzeugen keineswegs selbstverständlich ist.
Über Platzmangel muss sich ohnehin niemand beschweren. Vorne herrschen großzügige Verhältnisse, hinten beeindruckt insbesondere die Beinfreiheit. Erfreulicherweise sitzt man trotz der Batterie im Fahrzeugboden auch nicht unangenehm, weil der Kniewinkel passt. Die elektrisch verstellbaren Rücksitzlehnen sind eine weitere willkommene Annehmlichkeit.
573 Liter fasst der Kofferraum, bei umgeklappten Rücksitzen werden daraus bis zu 1.931 Liter. Dazu kommt ein großzügiges Fach unter dem Ladeboden. Eine Gepäckraumabdeckung fehlt allerdings ebenso wie eine praktische Fußgestensteuerung für die elektrische Heckklappe.



Bilder von: InsideEVs.de | Christopher Otto
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Das Bedienkonzept folgt der bekannten chinesischen Philosophie. Möglichst alles geschieht über den 15,6 Zoll großen Zentralbildschirm. Physische Tasten sind Mangelware, immerhin bleiben klassische Lenkstockhebel und manuell verstellbare Lüftungsdüsen erhalten. Das Infotainmentsystem selbst funktioniert nach kurzer Eingewöhnung ordentlich. Seine textbasierten Menüstrukturen sind übersichtlicher als die wilden Icon-Sammlungen mancher Konkurrenten.
Ein echtes Highlight ist das riesige Head-up-Display. Es projiziert gestochen scharfe Informationen ins Blickfeld, einschließlich einer Navigationskarte. Besonders clever ist die Möglichkeit, Kamerabilder direkt einzublenden. So erscheint beispielsweise die Totwinkelkamera vor den Augen des Fahrers. Eine hervorragende Idee, die andere Hersteller gerne übernehmen dürfen.
Ganz fehlerfrei arbeitete die Technik allerdings nicht. Mehrfach begann die Navigationsdarstellung im Head-up-Display zu flackern oder verschwand vollständig. Ein reproduzierbarer Softwarefehler, der hoffentlich mit einem Update verschwindet.



Bilder von: InsideEVs.de | Christopher Otto
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Weniger gelungen ist die Bedienung mancher Assistenzfunktionen. Zwar bietet der P7+ unmittelbar nach Fahrtbeginn an, störende Warnsignale mit einem Fingertipp abzuschalten. Verpasst man diese Gelegenheit, führt der Weg tief in die Fahrzeugeinstellungen. Praktische Direktzugriffe fehlen.
Viel Lob verdient dagegen die hervorragende 360-Grad-Kamera, deren Darstellung beider Fahrzeugflanken das Rangieren erheblich erleichtert. Dazu kommen zwei großzügige, aktiv gekühlte Smartphone-Ladeschalen mit jeweils 50 Watt Leistung. Weniger überzeugend sind die gelegentlich eigenwilligen versenkbaren Türgriffe und das Handschuhfach, das ausschließlich über den Touchscreen geöffnet werden kann.

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Antrieb/Fahreindrücke
313 PS beziehungsweise 230 kW und 450 Nm Drehmoment liefert der Elektromotor an die Hinterräder. Damit beschleunigt der P7+ Long Range laut Hersteller in 6,2 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht offiziell 200 km/h. Wir haben per GPS sogar rund 206 km/h gemessen, wobei der Tacho bereits 213 km/h anzeigte.
Trotz seiner stattlichen Leistung gehört der XPeng keineswegs zu jenen Elektroautos, die ihre Insassen bei jeder Gelegenheit mit brachialem Antritt beeindrucken möchten. Die Leistungsentfaltung ist auffällig progressiv, selbst im Sportmodus. Besonders beim Anfahren verlangt das Fahrpedal einen entschlossenen Tritt, bevor der Antrieb seine Muskeln spielen lässt. Insgesamt passt diese zurückhaltende Charakteristik aber hervorragend zum Wesen des Autos.

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Denn der P7+ ist vor allem eines. Ein ausgesprochen komfortabler Reisewagen. Das adaptive Stahlfahrwerk mit elektronisch geregelten Dämpfern arbeitet erstaunlich souverän. Querfugen, kurze Unebenheiten und lange Bodenwellen werden wirkungsvoll entschärft, ohne dass die Karosserie anschließend unnötig nachschwingt. Gerade diese Kombination aus weicher Federung und guter Aufbauberuhigung gelingt längst nicht jedem Hersteller.
Eine Luftfederung haben wir deshalb kaum vermisst. Auch die Geräuschdämmung überzeugt. Trotz rahmenloser Seitenscheiben bleibt es im P7+ bemerkenswert still. Lokale Windgeräusche treten kaum auf, selbst bei höherem Autobahntempo bleibt die Geräuschkulisse angenehm zurückhaltend.
Weniger Begeisterung kommt beim Lenken auf. In der Komforteinstellung arbeitet die Lenkung ausgesprochen leichtgängig, allerdings auch ziemlich gefühllos. Im Sportmodus steigt der Kraftaufwand, ohne dass dadurch wesentlich mehr Rückmeldung entsteht. Bei sehr hohen Geschwindigkeiten vermittelt die Abstimmung nicht mehr die Souveränität, die man etwa von einem BMW i5 kennt.

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Ähnlich zwiespältig präsentieren sich die Assistenzsysteme. Der automatisierte Spurwechsel funktioniert ungewöhnlich zügig, auch der Abstandstempomat regelt angenehm entschlossen. Bei normalen Autobahngeschwindigkeiten hinterlässt der Lenkassistent einen guten Eindruck. Mit zunehmendem Tempo wird seine Arbeit allerdings hektischer, außerdem ist die Nutzung der entsprechenden Assistenzfunktionen auf Geschwindigkeiten bis etwa 150 km/h beschränkt.
Gespart wurde außerdem an der Lichttechnik. LED-Scheinwerfer sind zwar serienmäßig, auf Matrix-Funktionen oder dynamisches Kurvenlicht muss man jedoch verzichten. Die Fernlichtautomatik reagierte gelegentlich zu spät, auch die Ausleuchtung erschien uns etwas niedrig. Möglicherweise spielte hier die konkrete Scheinwerfereinstellung unseres Testwagens eine Rolle.
Technische Daten XPeng P7+ Long Range Motor Permanentmagneterregter Synchronmotor Leistung / Drehmoment 230 kW (313 PS) / 450 Nm 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit 6,2 s / 200 km/h Batterie / Bruttokapazität LFP / 74,9 kWh Reichweite / Verbrauch (WLTP) 530 km / 16,4 kWh/100 km Architektur / Ladeanschluss 800 Volt / CCS2 AC / DC maximal 11 / 446 kW DC-Ladezeit 20-80 Prozent 10 Minuten (Herstellerangabe) Fahrwerk Doppelquerlenker vorne, Mehrlenker hinten; adaptive Dämpfer
Verbrauch/Preis
Kommen wir zur eigentlichen Paradedisziplin des P7+. Die Lithium-Eisenphosphat-Batterie besitzt 74,9 kWh Bruttokapazität und soll nach WLTP für 530 Kilometer reichen. Den Normverbrauch gibt XPeng mit 16,4 kWh/100 km an. Für eine über fünf Meter lange und rund 2,1 Tonnen schwere Limousine sind das respektable Werte.
Noch interessanter waren unsere Praxiserfahrungen. Im überwiegenden Stadtverkehr zeigte der Bordcomputer zeitweise lediglich 11 bis 13 kWh/100 km an. Über nahezu 100 Kilometer mit überwiegend innerstädtischem Verkehr ergaben sich 12,8 kWh/100 km. Das ist bemerkenswert wenig.

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Auch auf der Autobahn überzeugte der XPeng. Bei überwiegend 110 bis 130 km/h pendelte sich der Verbrauch um 16 kWh/100 km ein. Bei zügigerer Fahrt, teilweise mit Tempo 140 und darüber, waren es rund 21 kWh. Erst bei längeren schnellen Autobahnetappen mit Geschwindigkeiten bis zum Topspeed stieg die Anzeige auf knapp 26 kWh/100 km.
Fast noch beeindruckender ist die Ladeperformance. Dank 800-Volt-Architektur nennt XPeng eine maximale DC-Ladeleistung von unglaublichen 446 kW. Unter optimalen Bedingungen sollen zehn Minuten für den Sprung von 20 auf 80 Prozent genügen. Das klingt zunächst nach einer jener beeindruckenden Prospektangaben, die im Alltag nur unter Laborbedingungen erreichbar sind.
Unser Test belehrte uns eines Besseren. Bereits bei einem ersten Ladestopp mit rund 50 Prozent Akkustand und ohne bewusste Vorkonditionierung flossen sofort etwa 260 bis 265 kW. Beim zweiten Versuch an einer 350-kW-Säule erreichte der XPeng nach wenigen Sekunden tatsächlich deren volle Leistung. Innerhalb von nur sieben Minuten wurden rund 38 kWh nachgeladen. Ob der Wagen unter optimalen Bedingungen seine versprochenen 446 kW erreicht, konnten wir mangels passender Säule nicht prüfen.

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Und der Preis? 49.600 Euro verlangt XPeng für den Long Range, inklusive adaptivem Fahrwerk, Head-up-Display, Nappaleder und umfangreicher Komfortausstattung.
Die Konkurrenz verlangt mehr. Der VW ID.7 Pro beginnt offiziell bei 54.505 Euro, der MG IM5 bei 53.990 Euro. Deutlich teurer wird es bei den deutschen Premiumherstellern. Mercedes verlangt für die EQE-Limousine mindestens 65.171,78 Euro, BMW für den i5 eDrive40 sogar 70.900 Euro. Wohlgemerkt handelt es sich um Listenpreise ohne Aktionsrabatte oder zusätzliche Sonderausstattung.
Fazit
Das gefällt uns
- Überragend schnelle Ladeperformance
- Hervorragender Federungs- und Geräuschkomfort
- Außergewöhnlich niedrige Verbrauchswerte
- Großzügiger Innenraum mit umfangreicher Ausstattung
Das gefällt uns weniger
- Assistenzsysteme bei hohem Tempo nicht vollends souverän
- Umständliche Bedienung einzelner Funktionen
- Einfache Scheinwerfertechnik
- Kleinere Verarbeitungsmängel und unpraktische Detaillösungen
Der XPeng P7+ Long Range ist eines jener Elektroautos, bei denen man sich nach einigen Hundert Kilometern fragt, warum die etablierte Konkurrenz für vergleichbare Leistungen teilweise erheblich mehr Geld verlangt. Natürlich gibt es Schwächen. Die Lenkung könnte gefühlvoller arbeiten, die Scheinwerfer hätten mehr Aufwand verdient und manche Bedienlösung wirkt unnötig kompliziert.
Doch all das ändert wenig daran, dass XPeng hier ein erstaunlich überzeugendes Langstreckenauto auf die Räder gestellt hat. Der Fahrkomfort ist hervorragend, das Platzangebot großzügig, die Effizienz beeindruckend. Und wenn der Akku irgendwann doch leer ist, genügt im Idealfall eine erstaunlich kurze Kaffeepause. Wer sich mit der eigenwilligen Optik arrangieren kann, bekommt hier ausgesprochen viel Elektroauto für sein Geld.
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