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Tesla entwickelt angeblich ein kompaktes Elektro-SUV im ID.3-Format
Die Pläne für einen erschwinglichen Stromer sollen Berichten zufolge wieder auf Kurs sein


Von: Suvrat Kothari
Übersetzt von: Roland Hildebrandt
Veröffentlicht von: Roland Hildebrandt
9. Apr. um 17:31 Uhr
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Nach jahrelangem Hin und Her um ein wirklich bezahlbares, modernes Elektroauto scheint Tesla das Thema nun endlich ernsthaft anzugehen.
Der Autobauer arbeitet an einem komplett neuen, kompakten Elektro-SUV – und es soll dabei nicht nur eine abgespeckte Version (wie der Standard) des aktuellen Model 3 oder Model Y sein, wie Reuters am Donnerstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete. Der Bericht liefert die bislang detaillierteste Darstellung von Teslas Plänen für ein erschwinglicheres E-Auto.

Tesla Model 2 Rendering Heck
Teslas weltweite Verkäufe und Gewinne sind angesichts zunehmender Konkurrenz und einer gealterten Modellpalette rückläufig. Das Unternehmen hat seinen Fokus teilweise vom Kerngeschäft mit Pkw – das die Einnahmen sichert – verlagert und investiert stark in humanoide Roboter und Robotaxis. Diese Wetten haben sich bislang jedoch nicht ausgezahlt, und der Robotaxi-Start in den USA kommt nur schleppend voran. Um seine ambitionierten Wachstumspläne zu finanzieren, muss Tesla weiter mehr Pkw verkaufen.
Dem Bericht zufolge soll das kompakte SUV 4,28 Meter lang sein. Das entspricht ungefähr einem VW ID.3 (4,26 Meter) und ist deutlich kleiner als Model Y und Model 3, die bei etwa 4,79 Meter beziehungsweise 4,72 Meter liegen. Ein kleinerer Akku und ein einzelner Elektromotor würden das Fahrzeug zudem deutlich günstiger machen als diese beiden Modelle.
Sollte sich der Bericht als zutreffend erweisen, wären die Auswirkungen erheblich. Tesla gilt seit langem als Synonym für Elektroautos – doch keines der aktuellen Modelle ist wirklich erschwinglich. In Deutschland startet das Model 3 bei 36.990 Euro, das Model Y bei 39.990 Euro.

Das Tesla Cybercab als Vorbild für ein Model 2?
Bild von: Motor1.com
Der kompakte Tesla soll zunächst in der Gigafactory Shanghai gebaut werden, später soll die Produktion auf die USA und Europa ausgeweitet werden. Unklar ist, ob es sich dabei um ein dediziertes Robotaxi oder um ein Kundenfahrzeug mit Lenkrad und Pedalen handelt. Laut Bericht könnte es beides sein – also sowohl fahrerlos unterwegs sein als auch von einem Menschen gefahren werden können.
Diese Flexibilität ist wichtig, weil viele globale Märkte noch Jahre von einer breiten Einführung autonomer Fahrzeuge entfernt sind – unter anderem wegen regulatorischer Hürden und Sicherheitsbedenken. Eine Plattform mit Doppelnutzen würde Tesla ermöglichen, die Werke unabhängig davon auszulasten, wie schnell Autonomie in einer jeweiligen Region tatsächlich ausgerollt wird.

Tesla Model Y Standard
Bild von: Kevin Williams/InsideEVs
Trotzdem ist Zurückhaltung angebracht. Tesla hat eine lange Geschichte von Verzögerungen und Streichungen. Das Unternehmen präsentierte den Roadster der nächsten Generation bereits 2017, doch die Produktion hat bis heute nicht begonnen. Der elektrische Heavy-Duty-Lkw Semi wurde im selben Jahr angekündigt und erst in diesem Jahr begann die Produktion spürbar hochzufahren.
Während der Telefonkonferenz zu den Q3/2024-Zahlen wies CEO Elon Musk die Idee eines Budget-Modells mit Lenkrad und Pedalen zurück. "Ein normales 25.000-Dollar-Modell zu haben, ist sinnlos. Das wäre albern", sagte er damals.
Dennoch sind dies die bislang konkretesten Details dazu, wo Teslas Pläne für ein erschwinglicheres E-Auto tatsächlich stehen. Will das Unternehmen seine Position unter den weltweit größten E-Auto-Anbietern behaupten und die schnell aufstrebenden Hersteller aus China auf Distanz halten, könnte ein Modell für den Massenmarkt genau das sein, was es braucht.
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