Der VW ID.3 war bei seiner Vorstellung auf der IAA des Jahres 2019 zwar nicht das erste Elektroauto von VW, aber das erste von vornherein auf den Elektroantrieb ausgerichtete Fahrzeug. Der Wagen basiert – wie alle aktuellen E-Autos aus Wolfsburg – auf dem Modularen Elektrobaukasten MEB. Ausgeliefert wird der ID.3 seit Herbst 2020.

Das kompakte Elektroauto hat mit 4,26 Meter etwa die gleiche Länge wie ein VW Golf, innen ist jedoch wegen des Elektroantriebs mehr Platz – laut VW sogar so viel, wie man eine Klasse höher erwarten kann. Der Kofferraum bietet ein Volumen von 385 bis 1.267 Liter. Wer mehr Platz braucht, kann sich der technisch eng verwandten VW ID.4 ansehen, der 543 bis 1.575 Liter bietet. Einen vorderen Kofferraum (Frunk) besitzt allerdings keiner von beiden.

Volkswagen ID.3 1ST (2020)

Motor, Akkus und Aufladen

Für den Antrieb sorgt ein Permanentmagnet-Elektromotor an der Hinterachse, der in der derzeit einzig verfügbaren Motorisierung 150 kW leistet. Die früher angebotene Einstiegsversion mit 107 kW wird schon lang nicht mehr offeriert. Auch die kleine 45-kWh-Batterie ist nicht mehr im Angebot. Man hat die Wahl zwischen dem VW ID.3 Pro Performance mit 58-kWh-Akku für 429 km Reichweite und dem VW ID.3 Pro S mit 77-kWh-Batterie, die 556 km schaffen soll.

Volkswagen ID.3 (2019)

Aufgeladen wird mit 11 kW Wechselstrom (AC); bei Gleichstrom (DC) gibt es einen Unterschied zwischen der 58-kWh-Batterie und der mit 77 kWh: Der große Akku lässt sich mit bis zu 170 kW laden, der kleine nur mit 120 kW. Die Ladedauer für den kleinen Akku gibt VW mit 35 Minuten an (5-80 Prozent), beim großen Akku dauert es wegen der höheren Ladeleistung nur 30 Minuten (ebenfalls 5-80%). Fun-Fact-Anmerkung am Rande: Die Version mit der kleineren Batterie sprintet dafür ein klein wenig schneller – in 7,3 statt 7,9 Sekunden.

Preise und Ausstattung

Im Konfigurator muss man zunächst zwischen dem ID.3 Pro Performance (mit kleiner Batterie) wählen und dem ID.3 Pro S (mit großer Batterie) als Viersitzer und als Fünfsitzer. Die Preise beginnen bei 38.060 Euro für den VW ID.3 Pro, den Pro S gibt es als Viersitzer ab 43.560 Euro und als Fünfsitzer ab etwa 43.720 Euro. Der Preisunterschied zwischen Vier- und Fünfsitzer ist also minimal.

Volkswagen ID.3 (2020)

Zur Serienausstattung der Basisversion ID.3 Pro gehören ein kleines Instrumentendisplay, ein Touchscreen, Spurhalteassistent, Antikollisionssystem, Verkehrszeichenerkennung, Klimaautomatik, ein schlüsselloses Startsystem, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, LED-Scheinwerfer, 18-Zoll-Stahlräder und ein Typ-2-Ladekabel. Für Abstandstempomat, Navigationssystem, Sitzheizung, Wärmepumpe und Ladekabel für die Haushaltssteckdose zahlt man Aufpreis. Zudem wird ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion angeboten.

Ausblick: Facelift, SUV-Version ID.3 X und Allradler ID.3 GTX

Ein VW-Manager haben ein Facelift für den ID.3 für 2023 angekündigt. Es soll auch eine Allradversion namens VW ID.3 GTX bringen, die wohl entweder 195 kW oder 220 kW haben wird (wie beim VW ID.4 4Motion bzw. ID.4 GTX). Außerdem munkelt man über eine SUV-Version, die VW ID.3 X heißen könnte.

Test und Konkurrenten des VW ID.3

Beim Test des VW ID.3 von unserer Partnerseite Motor1 sammelte der Wagen Pluspunkte für sein Raumangebot und das ausgewogene Fahrerlebnis. Kritikwürdig sind die Materialanmutung innen, Teile des Bedienkonzepts und die je nach Rädern straffe Federung. Trotzdem scheint VW beim ID.3 die goldene Mitte gefunden zu haben.

Zu den Rivalen des VW ID.3 gehören vor allem der MG4 Electric und der Renault Megane Electric. Unser Vergleich des MG4 mit dem VW ID.3 zeigte: Bei MG ist der Einstieg schon für rund 32.000 Euro möglich; die Basisversion Standard hat aber nur 350 km Reichweite. Die Version Luxury mit der großen Batterie bietet ähnliche Daten wie der ID.3, aber deutlich mehr Serienausstattung für den gleichen Preis (rund 38.000 Euro). Der Top-Reichweite des VW ID.3 hat MG derzeit noch nichts entgegenzusetzen, doch eine größere Batterie ist angekündigt. Allerdings sind Assistenzsysteme und Anzeigen des China-Rivalen noch nicht konkurrenzfähig, wie unser Test des MG4 ergab.

Der Renault Megane Electric ist im Einstieg teurer als der ID.3; es gibt ihn erst ab etwa 42.000 Euro. Mit dem ID.3 Pro S kann der Megane bei der Reichweite nicht mithalten, den erbietet nur einen 60-kWh-Akku für maximal 450 km Reichweite. Unser Test des Elektro-Megane ergab Schwächen beim Raumangebot und bei der Fahrdynamik, aber eine bessere Bedienung als beim ID.3.

Technische Daten des VW ID.3

  • Antrieb: 1 E-Motor (PSM) hinten
  • Systemleistung / Systemdrehmoment: 150 kW / 310 Nm
  • 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit: 7,3 bzw. 7,9 Sek. / 160 km/h
  • WLTP-Stromverbrauch: 15,2-16,4 kWh/100 km
  • Akku / WLTP-Reichweite: 58 bzw. 77 kWh netto / 429 bzw. 556 km
  • Aufladen: bis 11 kW AC, bis 120 bzw. 170 kW DC
  • Maße: 4.261 mm Länge / 2.070 mm Breite (mit Spiegeln) / 1.562 mm Höhe
  • Radstand: 2.770 mm
  • Kofferraum: 385-1.267 Liter

(Stand: 11. November 2022)