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BYD Seal (2024): Alles zum neuen Model-3-Konkurrenten

Elektro-Limousine bietet bis zu 390 kW Antriebsleistung und bis zu 570 km Reichweite

BYD Seal (2023): Bild von schräg vorne

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

20. Apr. 2024 um 09:17 Uhr

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Der Seal gehörte mit dem kompakten Dolphin zum zweiten Schwung von BYD-Fahrzeugen, die in Deutschland auf den Markt kamen. Angekündigt war ein Start noch im Jahr 2023, doch im gesamten Jahr wurden nur 21 Stück zugelassen. Auch im ersten Quartal 2024 waren die Verkaufszahlen minimal.

Der BYD Seal tritt gegen das Tesla Model 3 an. Die  4,80 Meter lange Elektrolimousine basiert auf der dedizierten Elektroplattform 3.0 und besitzt eine Blade-Batterie mit Lithium-Eisenphosphat-Technik (LFP) aus dem eigenen Haus – BYD ist bekanntlich auch ein großer Batteriehersteller.

Antriebe und Akku

Zwei Versionen werden angeboten. Beide besitzen einen brutto 83 kWh großen LFP-Akku, mit dem bis zu 570 km Reichweite nach WLTP möglich sind. Eine dritte, die in China schon offerierte Basisversion Comfort mit 150-kW-Heckantrieb und 61-kWh-Akku, sollte eigentlich 2024 starten, ist aber noch nicht konfigurierbar. Die Variante Design hat mit 230 kW etwas mehr Leistung als das Model 3 mit Heckantrieb, während der Allradler mit 390 kW ausgesprochen stark motorisiert ist und eher der Performance-Version des Tesla entspricht: 

  BYD Seal Design BYD Seal AWD Excellence Antrieb RWD 230 kW, 360 Nm AWD 160+230=390 kW, 670 Nm 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit 5,9 Sek. / 180 km/h 3,8 Sek. / 180 km/h WLTP-Stromverbrauch 16,6 kWh/100 km 18,2 kWh/100 km Akku brutto / WLTP-Reichweite 83 kWh / 570 km 83 kWh / 520 km Max. Ladeleistung AC/DC 11 / 150 kW 11 / 150 kW DC-Ladedauer (10-80%) 37 min 37 min DC-Ladegeschwindigkeit ca. 1,5 kWh/min ca. 1,5 kWh/min Listenpreis 46.990 Euro 50.990 Euro

Als Motoren kommen hinten stets Permanentmagnet-Synchronmotoren (PSM) zu Einsatz, der Allradler hat vorne zusätzlich noch eine Asynchronmaschine (ASM). Vorteil: Die ASM lässt sich stromlos schalten, wenn sie nicht gebraucht wird – eine PSM würde dann bremsen. Aufgeladen wird mit bis zu 150 kW Gleichstrom. Damit wird der Akku in 37 min wieder voll. Wenn man hypothetisch von einer Nettokapazität der Batterie von 79 kWh ausgeht, errechnet sich daraus eine Ladegeschwindigkeit von 1,5 kWh/min – ein guter Wert.

BYD Seal (2023) im Test

Cockpit

Innen gibt es ein rechteckiges Instrumentendisplay hinterm Lenkrad; in der Mitte des Armaturenbretts prangt ein 15,2-Zoll-Touchscreen, der sich per Knopfdruck von horizontal auf vertikal drehen lässt – eine BYD-Spezialität. Eine weitere Besonderheit ist die hohe Mittelkonsole zwischen den Vordersitzen. Außerdem gibt es serienmäßig ein großes Glasdach.

BYD Seal (2023) im Test

Test und Konkurrenzvergleich

Wir haben den Seal schon im August 2023 getestet. Der extrem starke Vortrieb der Allradversion machte uns sehr viel Spaß. Dabei stimmt auch die Traktion auf nasser Fahrbahn. Beim Beschleunigen in der Kurve schwingt das Heck etwas stärker nach außen, aber ohne dass es gefährlich wird. Das Fahrwerk ist eher auf der harten Seite, aber ohne dass es auf den gefahrenen Strecken störte. Innen verblüfften uns die ausgesprochen hochwertigen Materialien und das schicke Design. Auch das riesige Glasdach hat uns gefallen, und der 1,76 Meter große Tester fand im Fond gut Platz.

Wie beim Tesla Model 3 gibt es aber nur eine kleine Kofferraumklappe – unpraktisch, wenn man große oder schwere Gegenstände transportieren will. Außerdem sind die Assistenzsysteme, das Navi und die Eindeutschung der Menüpunkte noch nicht gut. Der Spurhalteassistent greift sehr ruppig ein, das Navi erstellt für längere Strecken keine Ladestrategie und die Übersetzung ist mangelhaft (z.B. "Medienvolumen" statt Lautstärke, "Intensität der Energierückmeldung" für die Rekuperationsstärke, "Sitzbegrüßung" etc.). Zudem zeigt das Instrumentendisplay keine Abbiegehinweise. 

Wir haben den BYD Seal bereits mit dem (alten) Tesla Model 3 verglichen. Dabei fiel auf, dass der Kofferraum mit 400 Litern kleiner ist als beim Tesla (594 Liter). Das Cockpit ist bei Tesla extrem reduziert. Die Motorisierungen sind bei BYD stärker, die Höchstgeschwindigkeit allerdings bei Tesla höher. Vor allem aber führt Tesla bei der Reichweite mit bis zu 678 km.

Zu den weiteren Konkurrenten gehört der besonders schnell ladende Hyundai Ioniq 6 sowie drei Modelle, die mit großer Heckklappe alltagstauglicher sind: der VW ID.7, der BMW i4 und der Polestar 2. 

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Technische Daten des BYD Seal

Aktualisiert am 13. März 2025: Geränderten Preis des Hecktrieblers berücksichtigt

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