Der Jaguar Type 00 steht für einen der heikelsten und radikalsten Schritte in der jüngeren Geschichte der britischen Marke. Der erste Kontakt in Gaydon, im operativen Herzen von Jaguar Land Rover, gibt einen konkreten Vorgeschmack auf die neue Identität des Brands: eine klare Neupositionierung, aufgebaut auf einer vollständig elektrischen Plattform und einer Vision, die eher auf Bruch als auf Kontinuität setzt. Schon der Rahmen, in dem die Erprobung stattfindet – zwischen den Strecken des proving ground und den internen Straßen des Entwicklungsareals – unterstreicht den noch experimentellen Charakter, zugleich aber die bereits äußerst seriennahe Auslegung des Fahrzeugs.

Aus technischer Sicht zeichnen die genannten Zahlen ein ambitioniertes Projekt. Drei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von rund 1.000 PS verorten den Type 00 in einem sehr hohen Performance-Segment, während die Batterie mit etwa 120 kWh eine Reichweite in der Größenordnung von 700 km verspricht. Ein Wert, der übersetzt einen theoretischen Verbrauch von etwa 17 kWh/100 km impliziert: sehr konkurrenzfähig für ein Fahrzeug dieser Größe und Leistung, der jedoch unter realen Einsatzbedingungen auf der Straße verifiziert werden muss. In dieser Phase hat Jaguar noch nicht alle endgültigen technischen Details kommuniziert, doch es ist offensichtlich, dass das Ziel darin besteht, hohe Performance mit einem über dem Segmentdurchschnitt liegenden Effizienzniveau zu kombinieren.

Das Fahrerlebnis, auch wenn es auf wenige Kilometer begrenzt ist, hebt einige Schlüsselelemente hervor. Das erste ist die Arbeit an der akustischen Isolation: Die Ruhe im Innenraum ist besonders ausgeprägt, das Ergebnis technischer Lösungen wie Doppelverglasung und einer insgesamt sehr sorgfältigen Geräuschdämmung, die über das hinausgeht, was selbst bei elektrischen Oberklassefahrzeugen normalerweise anzutreffen ist. Das trägt zu einem sehr abgeschlossenen, fast gedämpften Innenraumambiente bei, das den Eindruck von Qualität und die Abgrenzung nach außen verstärkt.

Die Sitzposition ist stark abgesenkt, trotz des Batteriepakets unter dem Fahrzeugboden. Dieses Element erzeugt zusammen mit der reduzierten Glasfläche ein Gefühl starker Verbundenheit mit dem Auto, erfordert aber auch eine Eingewöhnungszeit, insbesondere in Bezug auf die Wahrnehmung der Abmessungen. Die Benutzeroberfläche folgt, auch wenn sie noch teilweise verborgen ist, einer zunehmend digitalen Logik, mit Einstellungen und Bedienelementen, die an die Herangehensweise anderer softwareorientierter Hersteller wie Tesla erinnern.

In Bewegung zeigt der Type 00 eine extrem schnelle und lineare Beschleunigung, typisch für leistungsstarke Elektrofahrzeuge, doch vor allem im Dynamikmanagement treten die interessantesten Aspekte hervor. Das Dreimotoren-System ermöglicht eine sehr präzise Momentensteuerung, mit Torque-Vectoring-Funktionen, die im Zusammenspiel mit der Hinterachslenkung arbeiten. Das resultiert in einem für die Abmessungen überraschend agilen Fahrzeug, mit schnelleren Kurveneinlenkungen und hoher Stabilität auch in anspruchsvolleren Phasen.

Aerodynamisch strebt Jaguar einen Luftwiderstandsbeiwert (Cx) von 0,23 an, den besten, der je von einem Modell der Marke erreicht wurde. Ein Wert, der nicht nur hinsichtlich der Effizienz eine entscheidende Rolle spielt, sondern auch bei Akustikkomfort und Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten. Während der Erprobung ist ein leichtes Rauschen wahrnehmbar, doch es ist plausibel, dass dies durch die am Prototyp angebrachte Tarnung beeinflusst wird, die die Luftströme gegenüber der finalen Konfiguration verändert.

Die adaptiven Fahrwerke sind ein weiteres zentrales Element des Projekts. Trotz 23-Zoll-Rädern und einer auf Karosseriekontrolle ausgelegten Abstimmung erweist sich die Absorptionsfähigkeit auf unebenen Oberflächen als effektiv. Die Fahrmodi, die in der Serienversion vollständig konfigurierbar sein werden, ermöglichen Eingriffe in verschiedene Parameter, darunter die Gasannahme und das Niveau der Rekuperationsbremsung, die in mehreren Stufen einstellbar ist, um sie an die Vorlieben des Fahrers und die Einsatzbedingungen anzupassen.

Weniger anzeigen
Mehr anzeigen