In der Liste der meistverkauften Elektroautos Deutschlands erscheint der Cupra Born derzeit immerhin auf Platz 7. Benannt nach einem Stadtviertel von Barcelona, ist der Wagen seit Anfang 2022 auf dem Markt – er startete also wesentlich später als der technisch ähnliche VW ID.3, der schon ab Sommer 2020 ausgeliefert wurde. Der Born ist das bislang einzige Elektroauto der Marke; doch bald startet mit dem Tavascan ein Äquivalent zum VW ID.5.

Drei Motor-Akku-Kombinationen

Technisch basiert der Cupra Born auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB). Die Modellpalette ist ähnlich wie beim ID.3, aber nicht identisch. Bisher werden drei Versionen werden angeboten, alle mit Heckantrieb. Davon haben zwei die mittelgroße MEB-Batterie mit 58 kWh und eine die große 77-kWh-Batterie. Der kleine 52-kWh-Akku wird nicht offeriert:

  Cupra Born 150 kW
58 kWh
Cupra Born 170 kW
58 kWh
Cupra Born 170 kW
77 kWh
Antrieb RWD 150 kW, 310 Nm RWD 170 kW, 310 Nm RWD 170 kW, 310 Nm
0-100 km/h / Spitze 7,3 Sek. / 160 km/h 6,6 Sek. / 160 km/h 7,0 Sek. / 160 km/h
WLTP-Verbrauch 15,3-17,4 kWh 15,5-17,4 kWh 15,7-17,5 kWh
Akku netto / Reichweite 58 kWh / 377-425 km 58 kWh / 375-471 km 77 kWh / 495-551 km
Max. Ladeleistung AC/DC 11 / 120 kW 11 / 120 kW 11 / 170 kW
Ladedauer DC 35 min (5-80%) 35 min (5-80%) 30 min (5-80%)
Ladegeschwindigkeit DC 1,2 kWh/min 1,2 kWh/min 1,9 kWh/min
Preis 40.150 Euro 41.450 Euro 47.250 Euro

Ob 150 oder 170 kW: Die Fahrleistungen der Motorisierungen unterscheiden sich nur wenig. Zudem ist auch das Drehmoment immer gleich. Warum die Maximalreichweite der 150-kW-Version rund 50 km geringer ist, obwohl der minimale Verbrauch etwas niedriger angegeben wird, wissen wir nicht. Vielfahrer werden sich für die Topversion entscheiden, die bis zu 551 km Reichweite und schnelleres Laden bietet. Apropos Laden: Der Cupra Born unterstützt Plug & Charge

Cupra Born (2022)

Preise und Ausstattung

Die Preise für den Cupra Born begannen im Juli noch bei 38.770 Euro, inzwischen starten sie bei 40.150 Euro. Die Serienausstattung ist sportlich akzentuiert. Dazu gehören LED-Licht, 18-Zoll-Aluräder, ein 5,3-Zoll-Instrumentendisplay, ein 12-Zoll-Touchscreen, Zweizonen-Klimaautomatik, Sportsitze, Sportlenkrad mit Boost-Aktivator, Sportpedale in Alu-Optik, Progressivlenkung und Parkpiepser vorn und hinten. Ein Navigationssystem dagegen kostet Aufpreis, genauso wie eine Wärmepumpe.

Bei den 170-kW-Varianten werden 19-Zöller montiert und es gibt einen zusätzlichen Sportmodus (den "Cupra-Modus"), ansonsten ist die Ausstattung identisch. Die Topversion hat serienmäßig nur vier Sitze und eine mittlere Armlehne hinten. Man bekommt aber ohne Aufpreis eine fünfsitzige Version. Ein Glasdach ist nur für die 58-kWh-Versionen bestellbar (vielleicht aus Gewichtsgründen).

Außerdem kann man ein Head-up-Display, geregelte Dämpfer (DCC), ein schlüsselloses Zugangssystem und ein Audiosystem von Beats ordern. Zudem gibt es diverse Technik-Pakete; empfehlenswert ist das Pilot M Pack mit Navi, Abstandstempomat (ACC), Verkehrszeichenerkennung, Rückfahrkamera und Fernlichtassistent für 1.520 Euro. Die Farbauswahl ist beim Born recht beschränkt: Es gibt nur fünf Lackierungen, davon vier in Weiß, Grau oder Silber. Einzige wirkliche Farbe ist Aurora Blue.

Sportversion Born VZ mit 240 kW und 79-kWh-Akku

Bereits Mitte Januar 2024 wurde ein Born VW angekündigt, allerdings gut versteckt in einer Meldung zu den Verkaufszahlen von 2023. Ende Februar folgte eine Pressemitteilung, nach der die neue Version im 3. Quartal "gelauncht" wird. Diese Formulierung lässt offen, ob die Vorstellung, der Bestellstart oder der Marktstart gemeint ist. 

Die neue Version erhält einen Antrieb mit 240 kW und 545 Nm Drehmoment, der Sprint auf Tempo 100 soll 5,4 Sekunden dauern, maximal sind 200 km/h möglich. Ob es sich um einen Allrad- oder einen Heckantrieb handelt, verrät Cupra seltsamerweise noch nicht.

Der Akku bietet eine Nettokapazität von 79 kWh, also zwei Kilowattstunden mehr als beim altbekannten 77-kWh-Akku. Damit soll sich eine Reichweite von 570 km ergeben. Aufgeladen wird entweder mit bis zu 11 kW Wechselstrom oder mit bis zu 170 kW Gleichstrom. Damit soll man den Akku in 30 Minuten von 10 auf 80 % bringen können.

Konkurrenz und Test

Zu den wichtigsten Konkurrenten des Cupra Born gehören der VW ID.3, der Renault Megane, der MG4 Electric, der Volvo EX30 und der BYD Dolphin. Mit dem Born VZ kann am ehesten der EX30 (mit 200-kW-Heckantrieb oder 315-kW-Allrad) mithalten, oder der MG4 Electric XPower mit 320-kW-Allradsystem.

Anfang 2022 haben wir den Cupra Born in der Basisversion mit der kleinen Batterie und 150-kW-Antrieb getestet. Unserem Testfahrer war die Reichweite zu gering, da sich die offiziellen 424 km im Winter deutlich verringern. Es fiel auch auf, dass man die Rekuperation nur über die Aktivierung des B-Modus verstärken kann, und dass sie auch dann recht schwach bleibt. Weitere Kritikpunkte waren die schlechte Bedienung und die aufpreispflichtige Wärmepumpe. Die Lenkung ist jedoch direkt und der Fahrkomfort trotz 20-Zoll-Felgen auf dem Testwagen ausreichend. Mit einem Hyundai/Kia oder dem Basismodell des Tesla Model 3 ist man jedoch insgesamt besser beraten, so unser Tester.   

Technische Daten des Cupra Born

  • Heckantrieb mit Permanentmagnet-Synchronmotor (PSM)
  • Antriebsleistung / Drehmoment: 150 oder 170 kW / 310 Nm
  • 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit: 7,3-6,6 Sek. / 160 km/h
  • WLTP-Stromverbrauch: 15,3-17,5 kWh/100 km
  • Akku / WLTP-Reichweite: 58 oder 77 kWh netto / 377-551 km
  • Ladeleistung: 11 kW AC, 120 kW DC (große Batterie: 170 kW DC)
  • Ladedauer DC (5-80%): 35 min (kleiner Akku) bzw. 30 min (großer Akku)
  • Maße: 4.324 mm Länge / 1.809 mm Breite / 1.540 mm Höhe / 2.766 mm Radstand
  • Basispreis: 40.150 Euro

(Stand: 20. Februar 2024)