Der Avenger ist der erste Elektro-Jeep auf dem Markt; die Auslieferungen begannen im März 2023. Mit 4,08 Meter gehört der Wagen zu den kleinsten Elektro-SUVs auf dem Markt – noch kürzer sind nur der Dacia Spring und der kommende Citroen e-C3, schon der technisch fast identische DS 3 E-Tense ist drei Zentimeter länger. 

Als technische Basis fungiert wie bei dem DS-Modell die Plattform eCMP 2.0, also eine neue Version der elektrifizierten Common Modular Platform des Stellantis-Konzerns. Die Produktion im polnischen Tychy begann am 31. Januar 2023, die Auslieferung startete dann im März, und damit einen Monat früher als beim DS-Modell.

Jeep Avenger: Das Exterieur

Nur eine Motor-Akku-Kombination

Es gibt nur einen Motor-Akku-Kombination. Dazu gehört ein neuer 115-kW-Frontmotor, der (nach den Aussagen von DS zum Schwestermodell) von Emotors stammt, einem Joint Venture zwischen Stellantis und dem französischen Elektromotor-Spezialisten Nidec. Es handelt sich um einen Hybrid-Synchronmotor HSM. Darunter versteht man eine Spielart des Permanentmagnet-Synchronmotor PSM, der auch den magnetischen Widerstand (die so genannte Reluktanz) nutzt.

Dazu kommt ein neuer Akku mit 54 kWh brutto und 51 kWh netto. Er besteht aus 17 Modulen à sechs Zellen (vermutlich prismatische), also insgesamt 102 Zellen; der Akku hat eine moderne NMC811-Chemie, das heißt Nickel, Mangan und Cobalt werden im Verhältnis 8:1:1 verwendet. Aufgeladen wird mit bis zu 11 kW Wechselstrom oder 100 kW Gleichstrom.

Ursprünglich wurden vier Ausstattungen angeboten, doch die namenlose Basisversion wurde Ende 2023 gestrichen. Dadurch stieg der Basispreis auf 38.500 Euro:

  Avenger (entfallen) Avenger Longitude Avenger Altitude Avenger Summit
Antrieb FWD 115 kW
WLTP-Stromverbrauch (15,2 kWh/100 km) 15,5 kWh/100 km 15,9 kWh/100 km 15,8 kWh/100 km
Akku (brutto/netto) 54/51 kWh
WLTP-Reichweite (408 km) 404 km 396 km 390 km
Ladedauer 24 min (20-80%)
Preis (37.000 €) 38.500 € 40.500 € 43.500 €

Mit rund 400 km Reichweite verbessert sich der Jeep Avenger spürbar gegenüber den älteren Elektroautos des Konzerns mit 100-kW-Antrieb und der 50-kWh-Batterie, die nur etwa 320 Kilometer schaffen. Aufgeladen wird wie gehabt mit maximal 100 kW; damit soll man den Akku in 24 Minuten von 20 auf 80 Prozent bringen können. Mit 11 kW Wechselstrom dauert ein kompletter Ladevorgang laut Jeep 5h34.

Der Avenger ist auch mit Turbobenziner erhältlich. In Deutschland wurden im Jahr 2023 allerdings 42 Prozent der Fahrzeuge mit Elektroantrieb verkauft. Das sorgte dafür, dass Jeep zu den Marken mit den höchsten BEV-Anteilen gehörte. Schon im ersten Jahr (2023) war der Avenger in Deutschland zudem das meistverkaufte Auto der Marke.

Jeep Avenger: Das Interieur

Zur Serienausstattung er neuen Basisversion Longitude gehören 16-Zoll-Alufelgen, LED-Scheinwerfer, ein 10,25-Zoll-Touchscreen, ein 7-Zoll-Instrumentendisplay, eine Klimaautomatik, eine Wärmepumpe, ein Tempomat, ein Spurhalteassistent und Parkpiepser hinten. Ebenfalls Standard ist ein "Selec-Terrain"-System mit den Fahrmodi Normal, Eco, Sport, Snow, Mud und Sand.

Konkurrenten und Test des Jeep Avenger

Zu den Rivalen des Jeep Avenger gehören der Opel Mokka Electric, der Peugeot E-2008 und der Citroen e-C4. Größer sind der Kia e-Soul und der Hyundai Kona Elektro sowie der Smart #1. Kleiner und deutlich günstiger ist der Dacia Spring, er ist jedoch schwächer und schafft nur 230 km mit einer Batterieladung. Durch die hohen VW-Rabatte sind jedoch auch der VW ID.3 und ID.4 in einem ähnlichen Preisbereich, wie unsere Liste der günstigsten Elektroautos zeigt.

Wir haben den Jeep Avenger bereits im April 2023 getestet. Danach reicht die hohe Bodenfreiheit von 20 cm zumindest für unebene Wanderparkplätze. Die Lenkung arbeitet einigermaßen präzise, aber vor allem leichtgängig. Das Fahrwerk wirkt bei kurzen Unebenheiten etwas hart, bei langen Bodenwellen relativ komfortabel. Was den Antrieb angeht, so sollte man keinen brutalen Punch erwarten, aber flott wirkt der kleinste Jeep durchaus. Der Übergang zwischen elektromagnetischem und rein mechanischem Bremsen ist etwas abrupt.

Das Cockpit sieht gut aus, fühlt sich aber nur "mittelgut" an, schreibt unser Tester. Die Menüs des 10,25 Zoll großen Touchscreens sind gut strukturiert, und darunter gibt es physische Tasten für die wichtigsten Funktionen. Das Navigationssystem auf TomTom-Basis ist allerdings etwas langsam und manchmal ungenau.

Technische Daten des Jeep Avenger

  • Frontantrieb mit 1 Hybrid-Synchronmotor (HSM)
  • Systemleistung / Systemdrehmoment: 115 kW / 260 Nm
  • 0-100 km/h / Spitze: 9,0 Sek. / 150 km/h
  • WLTP-Stromverbrauch: 15,3-15,9 kWh/100 km
  • Akku / WLTP-Reichweite: 54 kWh brutto, 51 kWh netto / 389-404 km
  • Aufladen: bis 11 kW AC, bis 100 kW DC
  • Ladedauer: 5h34 mit AC (0-100%), 24 min mit DC (20-80%)
  • Maße: 4.080 mm Länge / 1.776 mm Breite / 1.528 mm Höhe / 2.562 mm Radstand
  • Kofferraum: 355-1.252 Liter

(Aktualisiert am 6. Februar 2024)