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Britische Firma Helix entwickelt Elektromotor mit über 700 kW

Extrem starkes Aggregat soll in einem Hypercar arbeiten

Britische Firma entwickelt Elektromotor mit 650 kW

Einen extrem starken Elektromotor mit nicht weniger als 650 kW Dauerleistung hat die britische Firma Helix entwickelt. Die Maximalleistung soll sogar über 700 kW liegen. Zum Einsatz kommen soll das Antriebsaggregat zusammen mit einem passenden Inverter in einem Hypercar eines ungenannten Herstellers. 

Das Unternehmen, das erst letztes Jahr aus einer Abteilung von Integral Powertrain (IP) entstand, ist für extrem starke Elektromotoren und die dazu passenden Inverter bekannt. Der neue Hypercar-Motor ist der leistungsstärkste BEV-Elektromotor, den Helix bisher entwickelte. Auf dem Prüfstand seien über 700 kW erreicht worden. Laut Helix-Chefingenieur Derek Jordanou-Bailey könnte das Ding sogar noch mehr leisten, man wollte es aber "nicht übertreiben".

Helix-Elektromotor mit 650 kW

Der Elektromotor (links) mit dem dazugehörigen Inverter

Aber das ist noch nicht alles. Das SPX177 genannte Aggregat ist mit nur 28 Kilo auch noch extrem leicht. Einschließlich des 13 Kilo schweren Inverters bringt der Antrieb nur 41 Kilo auf die Waage. Es handelt sich um einen 2x3-Phasen-Motor; der Strom wird auf zwei Wechselrichter aufgeteilt. Das ist notwendig, um die Anforderungen an den Phasenstrom bei "normalen" Gleichspannungen auf diesem extrem hohen Leistungsniveau zu erfüllen, schreibt Helix.

Das SPX177-System wurde für einen nicht genannten Hypercar-Hersteller entwickelt. Und das Auto soll nicht etwa zwei solche Motoren erhalten, sondern nur einen:

"Helix developed the SPX177 product for an unidentified hypercar manufacturer and Jordanou-Bailey confirms a single motor delivering 650kW continuous will be installed in the vehicle."

Helix-Elektromotor mit 650 kW

Wird es auch eine Allradversion mit über 1.400 kW geben?

Das obige Bild von Helix legt allerdings nahe, dass auch eine Konfiguration mit zwei Motoren denkbar ist. Eine entsprechende Batterie vorausgesetzt, hätte das Auto dann über 1.400 kW Systemleistung. Damit läge das Auto in der Leistungsklasse des Rimac Nevera, der für seine 1.408 kW vier Elektromotoren braucht.

Der Helix-Cheftechniker kann sich noch gut an die Anfänge des Antriebs erinnern: "Der Kunde teilte uns mit, welche Spitzenleistung er wollte, und verlangte eine sehr hohe Dauerleistung", so Jordanou-Bailey. Im Moment sei es noch schwierig, dass der Motor auch genügend Strom erhält, um seine Leistung aufrechtzuerhalten. Aber auch das werde mit der Zeit gelingen, glaubt der Ingenieur.

Im Vergleich mit den neuesten, stark aufgeladenen Verbrennungsmotoren (z.B. dem V6 aus dem McLaren Artura, siehe der Bericht bei Motor1) wiegt die Helix-Neuentwicklung weniger als ein Siebtel. Natürlich macht die schwere Batterie den Gewichtsvorteil wieder zunichte. Doch das geringe Gewicht des neuen Elektroantriebs lässt den Hypercar-Entwicklern viel Freiheit bei der Positionierung, so Helix. So wird der Schwerpunkt des Autos durch den leichten Motor kaum beeinflusst.

Die hohe Leistung erforderte "eine Architektur, die die Verluste und die Wärmeentwicklung minimiert, vor allem bei hohen Geschwindigkeiten", erklärt Jordanou-Bailey. Die Minimierung der Widerstandsverluste resultiere in einer Maschine mit sehr niedriger Induktivität. Die Schaltvorgänge im Umrichter könnten viel Rauschen und Oberwellen erzeugen, was bei einem Motor mit niedriger Induktivität eine größere Herausforderung darstelle, so der Ingenieur. Das Software-Team habe deshalb eine neue Methode zur Steuerung der Phasenströme im Motor entwickelt.

Das Ergebnis ist eine Maschine, die extrem gut laufe und mehr Leistung liefere als vorausgesagt. Auch die Kühlung sei sehr gut durchdacht, was natürlich eine Grundvoraussetzung für eine hohe Dauerleistung ist.

Ein Team von nicht mehr als 12 Ingenieuren habe Entwicklung und Bau des Prototyps in kaum mehr als zwei Jahren abgeschlossen. Nun arbeitet Helix an einem Angebot für eine Kleinserie; in der Zwischenzeit unterstützt Helix den Kunden bei der Integration des Aggregats in das Fahrzeug. Da Motor und Wechselrichter bereits aneinander angepasst sind, erwartet Helix dabei aber keine großen Probleme.