Kia EV4: Nach dem 195-kW-Allradler ist nun auch der GT bestellbar
Die 215 kW starke Topversion mit neongrünen Farbakzenten und virtueller Schaltung kostet 57.840 Euro
Erst vorgestern meldete Kia, dass der Kia EV4 nun auch mit dem 195 kW starken Allradantrieb bestellbar ist. Nun folgt schon die zweite AWD-Variante, der 215 kW starke Topmodell EV4 GT. Es kostet 57.840 Euro. Wir haben unsere Übersicht über die Baureihe aktualisiert.
Beide Allradantriebe sind aus dem Schwestermodell EV3 bekannt. Wie die ab 48.730 Euro erhältliche 195-kW-Version steht auch der GT schon in der Preisliste (PDF) und kann konfiguriert werden. Das Topmodell ist keine Überraschung; es wurde bereits im Januar angekündigt. Nun gibt es fast alle Kia-Stromer auch als GT, vom EV3 über den EV5 und EV6 bis hin zum EV9. Nur der EV2 wird (noch) nicht in dieser Variante angeboten.
Bildergalerie: Kia EV4 GT (2026)
Zu den Besonderheiten der GT-Version gehören elektronisch gesteuerte Dämpfer, eine spezielle Fahrwerksabstimmung und eine simulierte Schaltung samt entsprechendem Sound. Optisch fallen die Zweifarblackierung mit schwarzem Dach sowie die giftgrünen Bremssättel auf. Zur Ausstattung gehören elektrisch einstellbare und belüftete "Premium Relaxation"-Sportsitze vorn, Sitzbezüge in Veloursledernachbildung, ein Premium-Soundsystem von Harman/Kardon und eine "sequenzielle" Ambientebeleuchtung. Die Auslieferung des EV4 GT startet noch im Juli.
Zudem führt Kia im EV4 einen 22-kW-Bordlader ein, der für alle Motorisierungen in den gehobenen Ausstattungen Earth und GT-Line für 990 Euro verfügbar ist.
Der Ende 2025 eingeführte EV4 ist nun in vier Varianten bestellbar. Bei der Basismotorisierung mit 150-kW-Frontantrieb hat man die Wahl zwischen Batterien mit 58,3 bzw. 81,4 kWh, womit bis zu 440 bzw. stattliche 625 km WLTP-Reichweite erzielt werden. Die beiden Allradler sind nur mit dem großen Akku erhältlich.
Antriebe und Batterien | Exterieur | Interieur | Ausstattung und Preise
Antriebe und Batterien
Technische Basis für den Kia EV4 ist die Plattform E-GMP in der Version mit Frontantrieb und 400 Volt. Die Akkus und Antriebe werden vom EV3 übernommen. Das gilt nun auch für die beiden AWD-Varianten. Diese besitzen vorn einen Permanentmagnet-Synchronmotor (PSM), hinten eine Asynchronmaschine (ASM). Letztere kann einfach stromlos geschaltet werden, wenn nicht die volle Leistung gebraucht wird.
| Kia EV4 Stand. Range |
Kia EV4 Long Range |
Kia EV4 AWD |
Kia EV4 GT |
|
| Antrieb | FWD 150 kW, 283 Nm | FWD 150 kW, 283 Nm | AWD 195 kW, 385 Nm | AWD 215 kW, 468 Nm |
| 0–100 km/h / Vmax | 7,4–7,5 Sek. / 170 km/h |
7,7–7,8 Sek. / 170 km/h |
6,5 Sek. / 170 km/h |
5,6 Sek. / 170 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 14,9–16,2 kWh | 14,9–16,2 kWh | 16,2–16,5 kWh | 17,9–19,2 kWh |
| Autobahnverbrauch | 18,4–19,4 kWh | 18,3–19,8 kWh | 21,2–21,6 kWh | 23,4–25,1 kWh |
| Akku netto / brutto | ca. 55 / 58,3 kWh | ca. 78 / 81,4 kWh | ca. 78 / 81,4 kWh | ca. 78 / 81,4 kWh |
| WLTP-Reichweite | 425–440 km | 584–625 km | 550–560 km | bis 505 km |
| Max. Anhängelast | 500 kg | 1.000 kg | 1.500 kg | 1.500 kg |
Reichweite und Verbrauch hängen von der Felgengröße und von der Ausstattung ab. So schafft zum Beispiel die Long-Range-Version mit 17-Zoll-Rädern bis zu 625 km nach WLTP-Norm, mit 19 Zoll aber nur 594 km – oder 584 km als GT-Line. Reichweiten und Normverbrauch werden bei knapp 50 km/h bestimmt, der Verbrauch bei hohem Tempo ist etwa ein Drittel höher. Kia gibt auch den Autobahnverbrauch nach WLTP an, der bei etwa 120 km/h ermittelt wird; die Werte sind in der Tabelle angegeben.
Die Rekuperation kann dank "i-Pedal 3.0"-System über serienmäßige Lenkradwippen eingestellt werden, wie von den anderen Elektroautos des Konzerns bekannt. Dabei bleibt die getroffene Einstellung auch nach dem Neustart erhalten.
Im Folgenden noch die Werte zum Aufladen. Die DC-Ladegeschwindigkeit haben wir wie immer aus den Herstellerdaten (und den geschätzten Nettokapazitäten) errechnet. Bei der großen Batterie ergeben sich etwa 78 kWh x 0,7 / 31 min = 1,8 kWh/min. Aus der Maximalreichweite kann man auch einen Wert fürs Reichweite-Nachladen errechnen. Hier ergeben sich bei der Long-Range-Variant bis zu 625 x 0,7 / 31 min = 14,1 km/min. Das heißt, pro Minute kann man Strom für etwa 14 km nachladen – ein guter Wert für ein 400-Volt-Auto.
| Kia EV4 Standard Range | Kia EV4 Long Range | Kia EV4 AWD | Kia EV4 GT | |
| Max. Ladeleistung AC/DC | 11 (opt. 22) / 101 kW |
11 (opt. 22) / 128 kW |
11 (opt. 22) / 128 kW |
11 (opt. 22) / 128 kW |
| DC-Ladedauer 10–80% | 29 min | 31 min | 31 min | 31 min |
| DC-Ladegeschwindigkeit | ca. 1,3 kWh/min | ca. 1,8 kWh/min | ca. 1,8 kWh/min | ca. 1,8 kWh/min |
| Reichweite-Nachladen | bis 10,6 km/min | bis 14,1 km/min | bis 12,6 km/min | bis 11,4 km/min |
Bildergalerie: Kia EV4 (2025)
Exterieur
An der Front des EV4 prangt wie bei allen Kia-Stromern die Star-Map-Lichtsignatur, die hier aber nur aus einer vertikalen Linie mit angedeuteten Pfeil-Enden besteht. Dazu kommen expressive Formen, bei denen sich schwarze Karosserieteile von Partien in Wagenfarbe abheben. Während der EV3 Bügelgriffe besitzt, sind die Griffe beim EV4 plan integriert. Am Heck bilden die Rücklichter annähernd einen rechten Winkel und ziehen sich bis in die Heckklappe hinein. Zudem gibt es einen großen Dachspoiler.
Der EV4 ist 13 Zentimeter länger als der EV3, aber knapp acht Zentimeter niedriger – der EV3 ist eben ein Kleinwagen-SUV, während der EV4 einen Kompaktwagen darstellt. Der Kofferraum ist im Normalzustand kleiner, nach dem Umklappen der Rücksitze größer als beim EV3. Im Vergleich zu anderen Kompaktstromern wie dem Opel Astra Electric oder dem VW ID.3 Neo ist der EV4 spürbar länger; die Höhe ist ähnlich wie beim Astra, während der ID.3 Neo zwar 17 cm kürzer, aber dafür 7 cm höher ist. Der Kofferraum des EV4 ist größer als bei diesen Rivalen.
| Länge | Höhe | Radstand | Kofferraum | |
| EV3 | 4,30 m | 1,56 m | 2,68 m | 460-1.251 Liter |
| EV4 | 4,43 m | 1,49 m | 2,82 m | 435-1.415 Liter |
| Opel Astra | 4,37 m | 1,49 m | 2,68 m | 352-1.268 Liter |
| VW ID.3 Neo | 4,27 m | 1,56 m | 2,77 m | 383-1.336 Liter |
Interieur
Die Displaylandschaft sieht ähnlich aus wie beim EV3 und EV6. Es gibt serienmäßig zwei Displays mit jeweils 12,3 Zoll Diagonale für Instrumente und Infotainment. Wie beim EV3 wird dazwischen noch ein unauffälliges kleines Display für die Klimasteuerung integriert. Ein Head-up-Display ist nur für die Topausstattung im Paket für 1.690 Euro erhältlich.
Das Multifunktionslenkrad hat eine kapazitive Hands-on-Erkennung, das heißt, bei eingeschaltetem Abstandstempomat braucht nicht am Lenkrad zu ruckeln, um dem System mitzuteilen, dass man noch aufmerksam ist – berühren genügt. Videostreaming-Dienste wie YouTube oder Netflix können genutzt werden, zudem gibt es eine Sprachsteuerung mit künstlicher Intelligenz. Die Mittelkonsole sieht sehr ähnlich aus wie beim EV3. Noch keine Bilder gibt es vom Kofferraum, doch lassen sich die Rücksitze serienmäßig asymmetrisch geteilt umklappen.
Ausstattung und Preise
Der Basispreis von 37.590 Euro für den EV4 mit kleiner Batterie liegt um 1.600 Euro höher als beim entsprechend motorisierten Kia EV3, während die Variante mit der großen Batterie 1.850 Euro teurer ist. Die Allradversion kostet je nach Ausstattung 3.190 oder 2.500 Euro Aufpreis. Hier sehen Sie die Preise im Einzelnen:
| Kia EV4 Standard Range | Kia EV4 Long Range | Kia EV4 AWD | Kia EV4 GT | |
| Air | 37.590 Euro | 43.240 Euro | — | — |
| Earth | 39.890 Euro | 45.540 Euro | 48.730 Euro | — |
| GT-Line | — | 49.440 Euro | 51.940 Euro | — |
| GT | — | — | — | 57.840 Euro |
Zur Serienausstattung der Basisvariante Air gehören 17-Zoll-Alufelgen, LED-Licht, Licht- und Regensensor, elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, eine Batterie-Vorkonditionierung, zwei 12,3-Zoll-Displays, Navi, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Abstandstempomat (ACC) und Spurhalteassistent, Parkpiepser vorn und hinten sowie eine Rückfahrkamera. Eine Sitzheizung und eine Wärmepumpe sind im Paket P1 für 1.100 Euro verfügbar.
Bei Earth kommen 19-Zöller, eine induktive Lademöglichkeit fürs Handy, Sitz- und Lenkradheizung und Türgriffe vorn mit automatischer "Flush-Funktion" hinzu. Bei GT-Line schließlich sind auch elektrisch einstellbare Vordersitze, elektrische Fensterheber auch hinten, getönte Fenster, ein Anti-Kollisionssystem, eine Wärmepumpe, ein Harman-Kardon-Audiosystem und ein aktiv eingreifender Totwinkelassistent an Bord.
Ein Glasschiebedach ist nur für die Varianten mit großer Batterie und für Earth und GT-Line verfügbar; es kostet 990 Euro. Eine weitere Besonderheit ist der digitale Autoschlüssel (Digital Key 2.0) für das Entriegeln per Smartphone oder Smartwatch. Dieser ist aber nur für die Topversion GT-Line verfügbar und dort serienmäßig.
Erfreulich ist aus unserer Sicht, dass es anders als beim Kia EV3 auch eine kräftigere Außenfarbe gibt, nämlich ein leuchtendes Blau. Der EV4 ist das erste Elektroauto von Kia, das in Europa gebaut wird: Er läuft im slowakischen Zilina vom Band.
Bildergalerie: Kia EV4 (2025)
Konkurrenten
Zu den Rivalen gehören Kompaktwagen wie der VW ID.3 Neo oder der Nissan Leaf. Weitere Konkurrenten sind der MG4 EV, der Renault Megane Electric, der Opel Astra Electric, der Volvo EX30 und der Cupra Born. Hier eine kleine Übersichtstabelle über die Rivalen der Long-Range-Variante des EV4, geordnet nach Karosserielänge:
| Antrieb | Reichweite | Länge | Kofferraum | Basispreis | |
| Renault Megane | FWD 160 kW | 461 km | 4,20 m | 440–1.332 Liter | 41.000 Euro |
| Volvo EX30 P5 LR | RWD 200 kW | 475 km | 4,23 m | 318–1.000 Liter | 43.490 Euro |
| VW ID.3 Neo 170 kW | RWD 170 kW | 624 km | 4,27 m | 383–1.336 Liter | 41.995 Euro* |
| MG4 EV 64 kWh | RWD 180 kW | 545 km | 4,29 m | 350–1.165 Liter | 44.990 Euro |
| Cupra Born 79 kWh | RWD 170 kW | 559 km | 4,32 m | 385–1.267 Liter | 47.350 Euro |
| Nissan Leaf 75 kWh | FWD 160 kW | 604 km | 4,35 m | 437–1.052 Liter | 41.200 Euro |
| Opel Astra Electric | FWD 115 kW | 454 km | 4,37 m | 352–1.268 Liter | 38.390 Euro |
| Kia EV4 LR | FWD 150 kW | 625 km | 4,43 m | 435–1.415 Liter | 43.240 Euro |
*) Preis mit "ID.3 Neo Kaufprämie" von VW in Höhe von 3.000 Euro (Ausstattung Life).
Man sieht, dass der Kia EV4 das größte Modell im Vergleich ist; so ist auch das Kofferraumvolumen hier am größten. Dass der viel kürzere Renault Megane Electric hier noch ganz gut mithalten kann, könnte daran liegen, dass Renault seine Kofferraumvolumina generell nicht nach VDA-Norm angibt. Der EV4 ist zudem das Modell mit der größten Reichweite, obwohl der neue ID.3 Neo ganz knapp an ihn herankommt. Auch der Nissan Leaf, der Cupra Born und der MG4 EV können mithalten, alle anderen Rivalen liegen unter 500 km. Preislich bewegt sich der EV4 Long Range eher im oberen Bereich.
Unter dem Strich
Elektrische Kompaktwagen mit 4,20 bis 4,50 Meter Länge gibt es nicht allzu viele auf dem Markt, vor allem im Vergleich mit der unglaublichen Angebotsvielfalt bei den SUVs. Deshalb ist der Kia EV4 ein willkommener Neuzugang, zumal er sich mit der enormen Maximalreichweite und dem großen Kofferraum gut von der Konkurrenz abhebt.
Antriebe und Akkus bieten nichts Neues gegenüber dem Kia EV3; so könnte man den EV4 fast als Karosserievariante des EV3 bezeichnen. Er ist länger und weniger hoch, aber etwas teurer. Angesichts des Gebotenen ist die Long-Range-Version des Kia EV4 jedoch nicht überteuert. Interessant sind auch die Allradler; dergleichen gibt es bei elektrischen Kompaktwagen selten.
Letzte Änderung am 10. Juli 2026: GT-Version hinzugefügt.
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