Lamborghinis Elektroauto wird sich gut verkaufen, sagt der Chef
Lamborghinis erstes EV wird kein Sportwagen sein. Aber CEO Winkelmann erwartet Verkaufszahlen wie beim Temerario
Inzwischen wurde der Start des ersten Lambo-Stromers auf 2029 verschoben. Lesen Sie dazu unseren Artikel vom Dezember 2024.
Lamborghini plant, sein erstes Elektrofahrzeug im Jahr 2028 auf den Markt zu bringen. Das Lanzador Concept, das 2023 in Pebble Beach gezeigt wurde, gibt einen Vorgeschmack darauf. Demnach wird der Stier den derzeit so schwierigen Markt mit einem SUV-förmigen 2+2-Grand Tourer entern, nicht mit einem Sportwagen.
CEO Stephan Winkelmann geht davon aus, dass sich das Elektroauto genauso gut verkaufen wird wie der "Mainstream"-Supersportwagen des Unternehmens, obwohl es derzeit um das Interesse der Öffentlichkeit an batteriebetriebenen Autos nicht gut bestellt ist.
Im Gespräch mit Motor1 im Zuge der Vorstellung des Plug-in-Hybrid-SUVs Urus SE im Nardò Technical Center in Italien erläuterte Winkelmann die erwarteten Verkaufszahlen der Lamborghini-Produktpalette nach der Einführung des Elektroautos.
"Der Revuelto ist im kleinsten Segment, die Stückzahlen werden immer die kleinsten sein", sagte er gegenüber Motor1. "Und dann sehen wir Temerario und das [elektrische] GT-Auto mehr oder weniger auf dem gleichen Niveau. Und der Urus wird immer der Bestseller sein."
Lamborghini Lanzador Concept auf der Monterey Car Week
Der Temerario, der Anfang des Jahres auf den Markt kam, ist Lamborghinis neuer Einstiegs-Supersportwagen, der den überaus erfolgreichen Huracán ablöst. Der italienische Hersteller hat im vergangenen Jahr 3962 Huracáns verkauft, was etwa 40 Prozent des Gesamtabsatzes entspricht. Man kann wohl davon ausgehen, dass die Temerario-Verkäufe diesem Trend folgen werden.
Winkelmanns Behauptung bezüglich des erwarteten EV-Volumens ist eine kühne Vorhersage. Schließlich hat sich die Einstellung der Öffentlichkeit gegenüber Elektroautos zuletzt drastisch verändert, sogar im Ultraluxusbereich. Lamborghini denkt aber nicht an die aktuelle Nachfrage.
"Man muss bedenken, dass Lamborghini fünf Jahre [Entwicklungszeit] und dann einen Produktzyklus von mindestens acht Jahren braucht", sagt Winkelmann. "Man muss also immer schauen, was in der Zukunft passieren wird. Denn wenn man sich an der Tageslaune misst, wird man nie etwas voranbringen."
Winkelmann ist nicht der Einzige, der auf den Erfolg eines elektrischen Lamborghini wettet. In einem separaten Interview mit Motor1 sagte der technische Leiter Rouven Mohr, dass es nur eine Frage der Zeit sei, wann sich die Stimmung ändern werde, nicht ob sie sich ändert. Und Lamborghini wird sich nicht auf simulierte Schaltvorgänge und künstliche Motorengeräusche verlassen, um Autos zu verkaufen. Man will mehr bieten.
"Aus unserer Sicht müssen wir einen Schritt weiter gehen", sagt Mohr. "Nur zu versuchen, einen Verbrennungsmotor zu imitieren, ist wahrscheinlich die richtige Antwort für den Moment. Aber wir müssen die Kunden davon überzeugen, dass das elektrische Fahrerlebnis mehr ist. Etwas, das man in der Verbrennerwelt nicht haben kann. Nur dann kann man emotionale Käufer überzeugen, elektrisch zu bleiben."
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