In Italien ist der bis zu 80 km/h schnelle Stadtflitzer schon bestellbar

Ein Elektro-Leichtfahrzeug für 9.900 Euro: Der für Ende 2020 angekündigte XEV Yoyo ist nun erhältlich. Das Auto erinnert auf den ersten Blick ein wenig an den Smart Fortwo, dazu kommen seitliche Holme an den Türen ähnlich wie beim Renault Twizy. 

Mit 2,53 Metern ist der XEV Yoyo ist das Wägelchen noch kürzer als der Smart Fortwo, der 2,70 Meter misst. Der Yoyo ist zudem etwas höher, als er breit ist – keine ideale Voraussetzung für schnelle Kurvenfahrten. Doch dafür ist der Yoyo auch nicht gedacht. Der winzige Wagen fühlt sich am wohlsten in der Großstadt, kann sich aber mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auch einmal auf die Landstraße trauen. Angetrieben wird der Yoyo von einem 7,5-kW-Permanent-Synchron-Motor an der Hinterachse.

Bildergalerie: XEV Yoyo (2021)

Als Energiespeicher dient eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 10 kWh und einer Spannung von nur 72 Volt. Sie sorgt für eine Reichweite von 150 Kilometern. Aufgeladen wird entweder an der Schuko-Steckdose oder über einen Typ-2-Anschluss. In vier Stunden soll der Akku so von 30 auf 100 Prozent aufgeladen werden können.

Zu den Besonderheiten gehört ein Batterietausch-System: Die drei stangenförmigen Akkus sind über eine kleine Klappe unten am Heck leicht zugänglich. Jeder Akku wiegt 25 Kilo. Etwas Muskelkraft vorausgesetzt, können die Elemente so noch per Hand getauscht werden, wenn sie leer sind.

Nach unseren Kollegen von InsideEVs Italien sollen die leeren Batterien an Stationen von der Größe eines Snackautomaten gegen frische Akkus getauscht werden. Die Akkus werden einzeln entnommen und in entsprechende Fächer mit Steckplätzen geschoben, wo sie innerhalb eine Stunde wieder auf 100 Prozent Ladestand gebracht werden – offenbar wird hier schneller als über den normalen Ladeanschluss geladen. Laut InsideEVs.it kann man auch über eine App einen Batteriewechsel in Auftrag geben. Man parkt das Auto abends leer am Straßenrand und über Nacht füllt ein Assistenzdienst die Akkus wieder auf.  

Als Elektro-Leichtfahrzeug der Klasse L7E wiegt das Wägelchen gerade mal 450 Kilo ohne Akku. Die Konstruktion besteht aus einem Stahlrahmen, viele andere Teile werden dagegen per 3D-Druck hergestellt.

XEV Italia hat seinen Sitz in Venedig. Laut InsideEVs Italien wurde das Auto am Polytechnikum von Turin entwickelt und in China hergestellt. Angeboten wird es erstmal nur in Italien, wo es derzeit immerhin 20 Händler gibt; die Zahl soll auf rund 30 steigen. Der Yoyo kann in Italien bereits bestellt werden; die Preise beginnen bei 13.900 Euro. Mit staatlichen Prämien reduziert sich der Betrag auf 9.900 Euro. Die Auslieferung startet laut Konfigurator schon im Juli 2021.

Die Marke will den Yoyo künftig auf allen wichtigen europäischen Märkte anbieten. Nach dem Yoyo sollen noch zwei weitere Elektromodelle starten, eines mit zwei und eines mit vier Sitzen. Dann soll es sich um normale Autos handeln, keine Leichtfahrzeuge.

Technische Daten des XEV Yoyo

  • Antrieb: 1 E-Motor (PSM) hinten mit 7,5 kW (15 kW Peak)
  • Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
  • Akku / Reichweite: 10 kWh (LFP-Akku mit 72 Volt) / 150 km (UDDS-Zyklus)
  • Fahrzeugklasse L7E (Elektro-Leichtfahrzeuge)
  • Sitzplätze / Kofferraum: 2 / 160 Liter
  • Maße: 2.530 mm Länge / 1.500 mm Breite / 1.560 mm Höhe / 1.680 mm Radstand
  • Gewicht: 450 kg (Fahrzeug) plus 75 kg (Batterie)
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 850 kg
  • Basispreis: 13.900 Euro