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Für eine persönlichere Erfahrung

Porsche blickt auf sein erstes Elektroauto zurück: „Das Timing war nicht ideal“

Der Porsche-Chef glaubt, dass der Taycan zu früh kam, als dass die Leute ihn wirklich hätten würdigen können

2025 Porsche Taycan Turbo GT

Kaum zu glauben, aber seit der Enthüllung des Porsche Mission-E-Konzept sind schon wieder mehr als zehn Jahre vergangen. Der erste Hinweis darauf, dass die Zuffenhausener ins Elektro-Segment einsteigen würden, kam im September 2015 auf der IAA in Frankfurt.

Vier Jahre später feierte der serienreife Taycan ebenfalls auf der IAA seine offizielle Premiere. Mit Blick auf den Marktstart vor fast sieben Jahren meint der neue Porsche-Chef Michael Leiters nun, das Modell könnte zu früh gekommen sein.

Die Kollegen von Auto Motor und Sport organisierten eine Gesprächsrunde mit den Chefs der wichtigsten deutschen Autobauer Volkswagen, Audi, Mercedes, BMW und Porsche. Das Thema Elektrifizierung kam dabei zwangsläufig zur Sprache – und der Mann aus Zuffenhausen blickte auf das Timing des Taycan zurück.

Rückblickend ist Leiters der Ansicht, Porsche habe „offenbar zu schnell auf Elektromobilität gesetzt“ – der Taycan sei gekommen, bevor viele Menschen sein Potenzial vollständig würdigen konnten. Gleichzeitig betonte er, dass sich das Unternehmen für den Start der elektrischen Limousine Ende 2019 als „Pionier der E-Mobilität“ sehe.

Taycan-Absatz mit rückläufigem Trend

Porsche Taycan Verkaufszahlen Jahr
16.339 2025
20.836 2024
40.629 2023
34.801 2022
41.296 2021
20.015 2020

Wie die Zahlen zeigen, lief der Taycan in den vergangenen beiden Jahren absatzseitig nicht besonders stark. Und auch 2026 zeichnet sich bislang keine Trendwende ab. Die Auslieferungen des ersten Porsche-Elektromodells sanken im ersten Quartal um 19 Prozent auf nur noch 3.420 Fahrzeuge.

Deutlich besser schlägt sich dagegen der elektrische Macan: Bis März wurden 8.079 Exemplare ausgeliefert. Dennoch bleibt der Macan mit Verbrennungsmotor das populärere Modell der beiden: 10.130 Fahrzeuge wurden ausgeliefert – obwohl er in Europa seit Mitte 2024 nicht mehr angeboten wird, weil er eine EU-Cybersicherheitsvorgabe nicht erfüllte.

Porsche will weiter in Elektro-Modelle investieren

In der Runde kündigte der Porsche-Chef an, dass die Investitionen in Elektroautos fortgesetzt werden. Wie bereits bekannt, liegen die elektrischen Versionen von Boxster und Cayman weiterhin im Plan. Das oberhalb des Cayenne positionierte SUV mit drei Sitzreihen soll zunächst mit Verbrennungsmotoren und Hybridantrieben starten, doch Varianten als E-Modell bleiben Teil der Strategie.

Bemerkenswert: Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume, der bei der Veranstaltung nur zwei Plätze entfernt saß, wurde nur wenige Wochen nach der Vorstellung des Mission E im Herbst 2015 zum Porsche-Chef berufen. Anfang 2026 übernahm der frühere Ferrari-CTO und Ex-McLaren-CEO Michael Leiters die Führung von Blume.

Porsche hält an Verbrennungsmotoren fest

Obwohl er ganz offensichtlich noch immer gut läuft, läuft die Produktion des Macan der ersten Generation in diesem Sommer auch außerhalb Europas aus. Ein auf dem Audi Q5 basierender Nachfolger mit anderem Namen ist für 2028 angekündigt. Er soll Benzinmotoren und Plug-in-Hybrid-Varianten bieten – Antriebe, die auch bei Panamera und Cayenne noch weit bis in die 2030er-Jahre hinein vorgesehen sind. Zudem soll das Verbrenner-Duo der 718-Sportwagen nach dem Produktionsschluss Ende vergangenen Jahres zurückkehren.

Beim 911 ist der Hybrid bereits eingeführt, weiter will Porsche bei der Elektrifizierung jedoch nicht gehen. Einen reinen Stromer schloss Leiters aus. Stattdessen will Zuffenhausen die Zukunft des Modells mit saubereren Verbrennungsmotoren und Hybridtechnik absichern, um zunehmend strenge Emissionsvorschriften zu erfüllen.

Porsche Taycan GTS (2025)


                                                                        Unter dem Strich

 Ob der Taycan zu früh kam, lässt sich diskutieren – schließlich waren 2020 bereits mehrere Elektroautos auf dem Markt. Fakt ist: Porsche hat das Tempo überschätzt, mit dem die eigenen Kunden vom Verbrenner auf den E-Antrieb wechseln würden.

Anfang 2022 prognostizierte Porsche, dass Elektroautos bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als 80 Prozent des Jahresabsatzes ausmachen würden. Im vergangenen Jahr lag der Anteil rein elektrischer Fahrzeuge jedoch bei lediglich 22,2 Prozent am Gesamtvolumen. Mit dem neu aufgegriffenen Fokus auf Verbrennungsmotoren gilt dieses E-Ziel für das Ende des Jahrzehnts inzwischen nicht mehr.