Elektro-Winzling soll ab 2023 verkauft werden – zu Preisen ab 16.000 Euro vor Förderung

Der Mia ist ein elektrisch angetriebener Kleinstwagen mit Van-Elementen. 2023 soll das Van-artige Vehikel auf den Markt kommen. Der Winzling wurde schon von 2010 bis 2014 produziert, doch dann ging der Hersteller Mia electric pleite. Nun wagt die Münchner Firma Fox e-Mobility einen Neuanfang mit dem Mia 2.0.

Der Mia 1.0 wurde schon 2007 vom französischen Karosseriehersteller Heuliez entwickelt. Das Design stammt vom bekannten Designer Murat Günak. Er ersann ein Wägelchen mit zwei seitlichen Schiebetüren, einem zentral sitzenden Fahrer und einer Sitzbank dahinter. Die nur 2,87 Meter lange Standardversion bot Platz für drei Personen. Daneben gab es eine 3,19 Meter lange L-Version, die hinten eine Dreierbank und damit vier Sitzplätze hatte. Auch eine Nutzfahrzeug-Version Mia K (für Kastenwagen) war geplant.

Nach der Insolvenz erwarb Fox Automotive Switzerland die Rechte, die dann in Form eines "Reverse Merger" von Catinum übernommen wurde. Diese Firma wurde wiederum Ende 2020 in die Fox e-mobility überführt, die nun an verschiedenen deutschen Börsen gelistet ist.

Das Münchner Unternehmen gab nun auf einer virtuellen Pressekonferenz ein Update zu dem Projekt. Außerdem veröffentlichte Fox Renderings vom Mia 2.0.

Bildergalerie: Mia 2.0 (Renderings von 2021)

Am Grundkonzept des Mia (der Hersteller sagt: "die" Mia) soll sich bei der Neuauflage nichts ändern, so dass sich die Entwicklungszeit deutlich verkürzt. Es bleibt auch bei den drei Versionen. Später sollen unter anderem ein Pick-up, ein Cabrio und ein Allradler folgen. Denn die Skateboard-Plattform sorgt für hohe Flexibilität.

"Wir wollen die fox e-mobility AG zu einem der führenden Unternehmen für reine Batterie-Elektrofahrzeuge in Europa entwickeln. Wir konzentrieren uns auf die Entwicklung und Produktion von innovativen, funktionalen und für jedermann erschwinglichen Elektrofahrzeugen mit hohem Spaßfaktor für alle europäischen Märkte. Wir beginnen mit der MIA 2.0, deren Produktionsstart für Q1 2023 erwartet wird." (Fox e-Mobility)

Auch der Mia 2.0 wurde von Günak gestaltet. Die Scheinwerfer bekamen eine eckigere Form, die das Auto erwachsener wirken lassen sollen. Ausgestellte Radhäuser sollen das Auto breiter wirken lassen. Seitlich wurde die hintere Dachsäule breiter. Enthüllt wurde bei der Veranstaltung nur der hintere Teil des Autos. Mit verschiedenen Farben (auch Kontrastfarben für B-Säule und Schweller) kann die Optik deutlich variiert werden. Als Firmenlogo fungiert eine Blüte, die vorne zwischen den Scheinwerfern prangt.  

Was die technischen Daten angeht, so blieb Fox noch recht vage. Auf der Website wird ein "deutlich stärkerer Elektromotor" sowie ein "neues Batteriekonzept für [eine] effektive Reichweite von 200 km" versprochen. Diese Reichweite lässt sich durch Einbau einer zweiten Batterie verdoppeln. Das ist sogar nach dem Kauf noch möglich. So sollen laut Technik-Chef Christian Jung bis zu 450 Kilometer im realen Fahrbetrieb möglich sein. Außerdem soll eine Batterie durch eine Brennstoffzelle als Range Extender ersetzt werden können.

Das Gewicht des Mia 2.0 wurde mit 950 Kilo angegeben, demnach handelt es sich nicht um ein Leichtfahrzeug, sondern ein "richtiges" Auto. Die maximale Ladekapazität mit umgeklappter Rückbank wurde mit 1.500 Litern angegeben. Optional soll es ein Solardach geben. Zudem soll das Auto Plug and Charge unterstützen – man braucht also keine Ladekarte.

Laut Fox-Homepage soll der Mia 2.0 in Europa von einem "führenden europäischen Auftragsfertiger" produziert werden. Auch die Batterien kommen aus Europa, und zwar von dem Unternehmen InoBat aus Bratislava, wie bereits im Juni bekannt gegeben. Die Batterie-Stückzahlen sollen "in einen deutlich fünfstelligen Bereich gehen."

Die Serienversion soll in der Basis 16.000 Euro vor Förderung kosten und in ganz Europa verkauft werden. Geld verdienen will Fox außer mit dem Auto auch mit dem Verkauf von Lizenzen an Produzenten außerhalb Europas und am Verkauf von CO2-Zertifikaten an andere Hersteller. Im Jahr 2021 soll aber zunächst das Auto noch fertig entwickelt werden und die ersten Prototypen sollen entstehen. Ob die Firma auf der Münchner IAA vertreten sein wird, konnte Fox noch nicht sagen.