Fisker meldete seine Verkaufszahlen für 2023 schon vor dem Jahreswechsel, kurz danach folgen nun etliche chinesische Hersteller, darunter mit BYD auch ein besonders interessanter Fall: Beobachter sind neugierig, wann der China-Konzern den US-Autobauer Tesla überflügelt.

Für das Jahr 2023 kann sich Elon Musk aber wohl entspannen. BYD meldete den Verkauf von 1.574.822 batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs). Die Zahlen von Tesla werden für den Nachmittag erwartet, aber die Schätzungen liegen bei 1,8 Millionen Stück – damit läge der US-Autobauer noch über 10 Prozent vor BYD. 

Gegenüber dem Vorjahr bedeuten die BYD-Zahlen einen Anstieg der Verkäufe um stattliche 73 Prozent, denn letztes Jahr setzte der Konzern noch rund 910.000 BEVs ab. Die Produktionszahlen lagen nur wenig höher als die Verkaufsziffern:

Nach wie vor verkauft BYD auch noch viele Plug-in-Hybride (PHEVs). Diese führen zu fast ebenso hohen Verkaufszahlen wie die reinen Elektroautos. Bei den "New Energy Vehicles" (NEVs), zu denen BEVs und PHEVs gehören, kam BYD auf über drei Millionen Autos. Allerdings war der Anstieg bei den PHEVs schwächer als bei den BEVs. Reine Verbrenner stellt BYD nicht mehr her, wohl aber Nutzfahrzeuge, die allerdings nur etwa 12.000 Stück ausmachten (Differenz zwischen Zeile eins und zwei in der obigen Tabelle).

Die weitaus meisten Fahrzeuge verkaufte BYD im Heimatland. Außerhalb Chinas wurden insgesamt 242.766 Fahrzeuge abgesetzt, also rund acht Prozent des Gesamtabsatzes. Damit stieg der Export um 334 Prozent gegenüber dem Vorjahr, berichtet CarNewsChina.

Das meistverkaufte Modell (PHEVs und BEVs zusammen) war das Mittelklasse-SUV BYD Song mit rund 641.000 Stück, gefolgt von der Mittelklasse-Limousine Qin (482.000) und dem Kompakt-SUV Yuan (429.000). Der auch hierzulande angebotene BYD Dolphin kam als reines Elektroauto auf den vierten Platz (367.000), der ebenfalls ausschließlich als BEV offerierte Kleinwagen Seagull auf den fünften Rang (280.000). 

Bildergalerie: BYD Song L (2024)

Das neueste BYD-Modell, der erst Mitte Dezember gestartete Son L, erzielte mit rund 10.000 verkauften Exemplaren einen beachtlichen Anfangserfolg. Es handelt sich um einen Crossover mit besonders schicker Optik, rahmenlosen Türen, plan integrierten Türgriffen und automatisch ausfahrendem Heckspoiler.

Mit 4,84 Meter ist das Auto neun Zentimeter länger als das Tesla Model Y; die Höhe ist mit 1,56 m aber rund acht Zentimeter geringer. Zur Wahl stehen Blade-Batterien mit 72 und 84 kWh. Neben Hecktrieblern mit 150 und 230 kW gibt es einen Allradler mit 380 kW. Die kleine Batterie wird nur für die Basismotorisierung verwendet, alle anderen haben den größeren Akku.

Unterm Strich

BYD liegt beim Absatz von reinen Elektroautos weiter hinter Tesla. Der Abstand von etwas mehr als zehn Prozent ist allerdings gering. Da die BEV-Verkäufe bei BYD um rund 70 Prozent stiegen, bei Tesla wohl nur um etwa 40 Prozent (von 1,3 auf 1,8 Millionen), dürfte Elon Musk im Jahr 2024 wohl das Nachsehen haben.