Fiat erprobt Batterie-Tauschstation für den 500 Elektro
Am Pilotprojekt in Madrid sind auch Ample und Free2move beteiligt
Fiat, Ample und Free2move starten eine Partnerschaft, die den Übergang zur Elektromobilität weiter beschleunigt: Die Automobilmarke, der Anbieter von Ladelösungen und der Mobilitätsdienstleister erproben gemeinsam zunächst in Madrid ein neues Konzept zum Wechsel der Batterien von Elektrofahrzeugen (BEV).
Kern der Kooperation sind vom amerikanischen Unternehmen Ample entwickelte Stationen, an denen die Akku-Pakete vollautomatisch getauscht werden. So können Fahrzeuge wie beispielsweise der Fiat 500 Elektro innerhalb von weniger als fünf Minuten mit vollgeladenen Batterien versorgt werden.
Bildergalerie: Fiat 500e 3+1 im Test (2024)
Fiat stellt für dieses Pilotprojekt eine Flotte von einigen 500 Elektro zur Verfügung. Der Kleinwagen sei perfekt für die von Ample gefertigten austauschbaren Batteriepakete geeignet, heißt es. Die stationären Batteriewechselstationen böten eine flexible und skalierbare Alternative zu herkömmlichen Ladestationen. Die neue Technologie maximiere die Verfügbarkeit der Fahrzeuge im Carsharing-Betrieb, reduziert die Betriebskosten und minimiere die Abhängigkeit von der Ladeinfrastruktur.
Olivier François, CEO von Fiat und Global CMO Stellantis, sagt: "Fiat hat sich der nachhaltigen Mobilität verschrieben. Die jetzt vorgestellte neue Technologie zum Austausch der Batterie spiegelt diese Strategie wider. Sie basiert auf innovativen Denkansätzen und einfacher Umsetzung. So lassen sich die Bedenken, beim Fahren von einer leeren Batterie überrascht zu werden, erheblich reduzieren und Ladepausen drastisch verkürzen.
Wir testen und analysieren dieses Konzept nun unter realen Bedingungen. Ziel ist es, dieses System in Zukunft auch Privatkunden zugänglich zu machen. Wir glauben fest an diese Technologie und haben unseren ikonischen Fiat 500 Elektro als Speerspitze der Initiative ausgewählt. Das Pilotprojekt wird sowohl für unsere Marke als auch für die gesamte Stellantis Gruppe wichtige Erkenntnisse liefern, die uns helfen, die Zukunft der Mobilität zu gestalten."
Als Vorreiter bei der Einführung von Elektrofahrzeugen in Spanien ist Madrid ein ideales Umfeld für dieses Pilotprojekt. Die Hauptstadt hat sich verpflichtet, die Emissionen bis 2030 um 65 Prozent zu reduzieren und das Land bei dem Plan zu unterstützen, im selben Zeitraum mindestens 5,5 Millionen E-Fahrzeuge auf die Straße zu bringen.
Ziel der strategischen Partnerschaft zwischen Fiat, Ample und Stellantis ist es, die betriebliche Effizienz der Batteriewechsel-Lösung zu bewerten. In der zweiten Hälfte des Jahres 2024 diente der Fiat 500 Elektro bereits als Modell für die Anpassung und Integration der Technologie von Ample. Nach einem ersten Schritt mit 40 Fahrzeugen und erfolgreicher Zulassung soll die Flotte bis Mitte 2025 auf 100 Fiat 500 Elektro erweitert werden.
Die Technologie von Ample zum Batterietausch basiert auf der Integration modularer Batteriepakete als Ersatz für die originalen Fahrzeugakkus. Das System von Ample ist kompatibel mit verschiedenen Plattformen von Elektrofahrzeugen, darunter auch Modellen der Marken von Stellantis. Die mit den Wechselsystemen ausgestatteten Fahrzeuge werden von den Tauschstationen erkannt. Der Batteriewechsel wird über eine Smartphone-App initiiert, wird automatisch durchgeführt und benötigt weniger als fünf Minuten.
In Zusammenarbeit mit Free2move Charge, der auf Lade- und Energielösungen spezialisierten Organisation der Stellantis Gruppe, gewinnt Fiat im Rahmen des Madrider Pilotprojektes Daten und Erkenntnisse zu dieser neuen Technologie. Langfristig ist eine groß angelegte Umsetzung der Technologie von Ample denkbar.
Auf der MOVE 2025 in London (18. und 19. Juni 2025), einer Messe für Mobilitätslösungen, wird das System von Ample präsentiert. Besucherinnen und Besucher können unter anderem eine Live-Demonstration eines Batterietauschs erleben.
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