Citroën e-C3 You Urban Range (2026) im Test: Reicht die Basis?
Für 8.000 Euro ist der Franzose durch diverse Prämien bis Juni zu haben – welche Kompromisse es braucht, haben wir uns angeschaut
Wer in den 1980ern geboren ist, wird die Zeit der "nackten" Einstiegsmodelle wohl noch miterlebt haben. Vier Räder, ein Lenkrad, Heizung und ab dafür. Radio und Boxen wurden sich entweder irgendwo günstig zusammengesucht oder das Audiosystem war am Ende doppelt so teuer wie das eigentliche Gefährt. Immer neue Sicherheits- und Emissionsauflagen ließen auch die Kleinsten immer teurer werden.
Doch Citroën hat einen Weg gefunden, die Kosten zumindest im Rahmen zu halten. So kommt der e-C3 in der Basis gänzlich ohne großen Bildschirm in der Mitte aus. Stattdessen sitzt eine Handyhalterung an dessen Stelle. Eine App übernimmt die wichtigsten Einstellungsaufgaben, fungiert als Audioquelle und Navigationsassistent. Das macht den kleinen Franzosen zu einem der günstigsten Elektrokleinwagen auf dem deutschen Markt. Große Aufmerksamkeit wurde ihm zudem zur Einführung der Elektroprämie zuteil. Plötzlich gab es da ein Auto unter 8.000 Euro.
Bildergalerie: Citroën e-C3 You Urban Range (2026) im Test
Die fünfstellige Preismarke reißen konnten schon lange nicht mehr viele. Zum Vergleich: Der günstigste Verbrenner auf dem Markt, der Dacia Sandero, kostet 12.790 Euro. Der Franzose ist trotz fehlendem Infotainment aber alles andere als "nackt". Mitfahren natürlich etliche vorgeschriebene Assistenten, eine Einparkhilfe hinten, 6 Airbags, Klimaanlage, ein paar Boxen und elektrische Fensterheber. Früher hätten wir in dieser Klasse mit der Zunge geschnalzt, heute ist das Standard.
Oben drauf kommen 83 kW (113 PS) und 12 Sekunden auf Tempo 100. Der Frontantrieb zieht den e-C3 bis 125 km/h, dann ist zugunsten des Energiesparens Schicht im Schacht. Auf dem Papier reicht all das sowohl für urbane Räume als auch für den ländlichen Umkreis.
Der Haken bei der Urban Range kommt in Form einer maximalen Ladeleisitung von 30 kW. Lange Etappen werden mit 215 Kilometer kombinierter Reichweite zur Geduldsprobe. Im städtischen Umfeld sind hingegen 304 Kilometer drin. Dafür nutzt die Basis quasi jede noch so lahme Schnellladesäule komplett aus – egal ob jemand nebendran steht oder nicht. Also rein in die Straßenbahnversion und ab durch die Mitte von Marseille.
| Schnelle Daten | Citroën e-C3 You Urban Range (2026) |
| Antrieb | E-Motor, Frontantrieb |
| Systemleistung / Max Drehmoment | 83 kW (113 PS) / 125 Nm |
| Höchstgeschwindigkeit | 125 km/h |
| 0 - 100 km/h | 12 Sekunden |
| Stromverbrauch / Reichweite (WLTP) | 16,5 kWh / 215 km |
| Akku | 29,3 kWh (netto), Lithium-Ferrophosphat |
| DC-Ladeleistung / 20 - 80 Prozent | 30 kW / 36 Minuten |
| Preis | 20.140 Euro |
Karosserie und Design | Innenraum | Antrieb und Fahreindrücke | Preise | Fazit
Karosserie und Design
Die Präsenz des 4,02 Meter langen Franzosen wirkt in der Realität durchaus wuchtiger als man ihm es auf Fotos zutraut. Schuld daran ist vor allem die hohe Bodenfreiheit und die gesamte Höhe von knapp 1,58 Meter. Auch das recht boxige Design und die plan gestaltete Front tragen zur Illusion bei.
Insgesamt ordnet sich der Citroën e-C3 mit seinen doppelt aufgebauten Tagfahrleuchten und dem großen Doppelwinkel perfekt in das neue Markengesicht ein. In der Seitenlinie ist die Verwandtschaft zum Jeep Avenger und Fiat Grande Panda durchaus erkennbar. Der Franzose kommt dennoch mit genügend eigenständigen Kniffen. Für mich dürfte er als praktischer Begleiter durchaus etwas freundlicher dreinblicken.
Stahlfelgen mit Radkappen, Kunststoffbeplankung und Hartplastikelemente an den Schürzen lassen den ein oder anderen Feindkontakt durchaus zu. Gut für die engen Gassen in diversen europäischen Hauptstädten. Mehr brauchts hier nicht, scheinen können andere!
Innenraum
"Nackt" sieht es unter heutigen Gesichtspunkten aber tatsächlich im Innenraum des Citroën e-C3 in der You-Ausstattung aus. Ungewohnt das Bild ohne zentralen Bildschirm. Eine kleine Halterung wartet auf das Einschieben des Smartphones. Die Anbindung über die App gelingt easy. Wer das Fahren mit Android Auto oder Apple Carplay gewohnt ist, wird hier nichts vermissen. Ein cleverer Schachzug der Geld spart und Individualität in der Bedienung fördert.
Die Wahl der Navigations - oder Audio-Apps kann hier völlig frei gestaltet werden. Die integrierten Boxen spielen es souverän ab. Das reicht vollkommen an digitaler Anbindung. Ansonsten glänzt der e-C3 mit physischen Knöpfen, einer direkten Abschaltung für Warntöne bei Geschwindigkeitsüberschreitung und Spurhalteassistent und einem hoch liegenden Kombiinstrument, das übersichtlich wichtigste Informationen zeigt.
Das generelle Innenraum-Design ist durchaus ansprechend, die Verarbeitungsqualität für diese Klasse absolut okay. Klassisch wirken auch die herkömmliche Handbremse und der Start per Schlüsseldrehung. Fast archaisch wartet man hier auf einen Ton nach dem Drehen, aber natürlich kommt da nichts. Gewöhnungsbedürftig – wird bei Stromern doch primär einfach nur eingestiegen und losgefahren.
Gewöhnungsbedürftig ist auch das Lenkrad. Die ovale Form ist bei Lenkmanövern in engen Gassen oder beim Rangieren suboptimal, will das Steuergerät doch nicht so leicht durch die Hände gleiten. Zudem könnte es für eine griffigere Kontrolle etwas größer sein. Aber dann würde es vermutlich das hochliegende Kombiinstrument verdecken.
Auch die Sitzposition gleicht eher einem Thron. Wer tiefe Sitzpositionen gewohnt ist, wird sich hier wohl kaum zurechtfinden. Durch die Höhe des e-C3 ist zwar ausreichend Platz nach oben, wohl und ergonomisch angekommen fühle ich mich auf der gut vierstündigen Fahrt durch Marseille jedoch nie. Dazu trägt auch das eher weiche Gestühl bei, das anfangs zwar gemütlich wirkt, bei langer Fahrt aber Schwachstellen zur Entlastung diverser Körperstellen offenbart.
| Abmessungen | Citroën e-C3 You Urban Range (2026) |
| Länge x Breite x Höhe | 4.015 x 1.813 x 1.577 mm |
| Radstand | 2.540 mm |
| Gewicht | 1.413 - 1.458 kg |
| Zuladung | 427 - 472 kg |
| Kofferraumvolumen | 310 - 1.200 Liter |
| Anhängelast | 550 kg |
| Stützlast | 61 kg |
Praktisch ist das boxige Design auch im Innenraum. Der Kofferraum schluckt segmentgerechte 310 Liter. Stromer-Plattformen wie die neue MEB+ von VW bei ID. Polo, Raval und Epiq schaffen da mit 440 Liter wesentlich mehr. Schuld daran ist Stellantis' Multi-Antriebsansatz, der tiefe Ladeabteile aufgrund von baubedingten Verbrennerkompromissen vermeidet. Immerhin: 1.200 Liter gehen bei (leider nicht teilbarer) umgeklappter Rückbank rein. Fahrräder können bei 61 Kilogramm Stützlast auf den Heckträger ausgelagert werden – top!
Antrieb und Fahreindrücke
Auf unserer Testfahrt geht's einmal quer durch Marseille und wieder zurück. Hier spielt der Citroën e-C3 nicht nur seine Wendigkeit als Stärke aus, sondern auch den E-Antrieb. Enge Gassen, winkelige Ecken und steile Passagen sind absolut kein Problem, anfahren am Berg absolut komfortabel – die Vorzüge im Stromer.
Der kleine Franzose geht zu Anfang aber auch recht sanft mit seinem Antriebsmomentum um, braucht ein paar Meter um volle Fahrt aufzunehmen. Das ist ungewöhnlich, aber planbar. Zudem scheint er bei Anstiegen immer ein My rückwärts einzuwippen, bevor der Vortrieb greift.
Insgesamt ist der Kleinwagen eher komfortabel unterwegs. Leichte Bodenwellen gleicht der e-C3 angenehm aus, bei tiefen Straßenschäden oder Speed-Bumps ist jedoch auch er machtlos. Das schlägt dann doch mal unangenehm durch. Die Lenkung stimmt in diese Leichtgängigkeit mit ein. Das ist natürlich beim Kurbeln maximal entspannend, lässt in manchen Fahrsituationen aber oft nötiges Feedback vermissen.
Allgemein ist der kleine Franzose sowohl in der Stadt, als auch über Land und Autobahnen souverän unterwegs. Überholmanöver sollten jedoch mit Übersicht geplant werden. Insgesamt fällt im dichten Verkehr jedoch auf: So richtig gern macht man dieses Verkehrschaos in europäischen Großstädten nicht mit, auch wenn der e-C3 das kann. Ich wäre hier lieber zu Fuß, auf dem Fahrrad oder mit der U-Bahn unterwegs gewesen.
Und die Reichweite? Im urbanen Raum absolut kein Problem. Die rund 120 Kilometer Stadt und Schnellstraßen brachten einen Verbrauch um die 14 kWh bei um die 50 Prozent Restakku. Um genauere Aussagen zu treffen, müsste da noch mal ein Alltagstest her. Gerade was das Laden angeht. Aber damit sind locker auch nette Tagesausflüge im 100-200 Kilometerrahmen möglich, ohne gleich Ladepanik zu schieben.
Preise
Der Citroën e-C3 kostet in der Basis als You mit der kleinen Batterie derzeit 20.140 Euro. Dafür fährt man mit Stahlfelgen und 30 kW maximaler Ladeleistung aber ohne Infotainmentsystem. Für den urbanen Raum und Kurzausflüge reicht das. Wer den kleinen Franzosen auch für weitere Touren und kleine Urlaube nutzen will, sollte auf die Standard-Range ausweichen. Der kommt ab 23.450 Euro nicht nur mit mehr Reichweite, sondern auch 100 kW maximaler Ladeleistung.
Bis Juni verdoppelt Citroën jedoch noch die staatliche Förderprämie. Wer mit zwei Kindern in Form von 6.000 Euro voll förderberechtigt ist, erhält weitere 6.000 Euro vom französischen Hersteller. 3.000 Euro Rabatt sind immer garantiert – auch ohne staatliche Förderung.
Demnach fallen bis Juni nur 17.140 Euro an. Damit ist der e-C3 maximal ab schlanken 8.140 Euro zu haben. In ähnlichen Sphären verkehren Dacia Spring, Leapmotor T03 und der Fiat Grande Panda. Tipp: Achten Sie auf Leasingangebote. Die sind bei den genannten Modellen derzeit teilweise absurd niedrig.
Praktisch für die ambulante Pflege, Lieferdienste oder Handwerksbetriebe: Den e-C3 gibt es ab 19.640 Euro (exklusive Mehrwertsteuer) auch ohne Rückbank mit Trenngitter als Van. Den werden wir in einem kommenden Test noch einmal gesondert betrachten.
Fazit: 7,5/10
Der Citroën e-C3 You Urban Range ist ein praktischer Alltagsbegleiter ohne Allüren und Schnickschnack. Wer ihn konsequent durch die urbane Brille betrachtet, erkennt den Sinn hinter der radikalen Reduktion auf das Wesentliche. Ja, auf der Langstrecke stoßen Fahrwerk, Lenkung und die Ladeleistung von 30 kW an ihre Grenzen – und für stundenlange Autobahnetappen wünscht man sich definitiv ergonomischere Sitze und ein griffigeres Lenkrad.
Aber bleiben wir mal auf dem Teppich: Genau dafür ist die Urban Range gar nicht gedacht. Das Revier des kleinen Franzosen ist der städtische Dschungel, der tägliche Pendelverkehr und der Supermarktparkplatz. Hier verwandeln sich vermeintliche Schwächen in Stärken – die extreme Leichtgängigkeit macht das Wuseln durch enge Gassen oder das Rangieren zum Kinderspiel, und die Reichweite reicht auch über das städtische Fahrprofil hinaus völlig aus. Profitieren Sie von der Förderung, ist der Kleinwagen zu einem vergünstigten Preis sogar eher eine 9/10.
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