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Fiat 500 Elektro: Modifiziert Ende 2025, erneuert erst 2030?

Nachfolger auf Basis von STLA Small soll um drei Jahre verschoben worden sein

Fiat 500 Elektro Cabrio (2022) Eigene Bilder

Der Fiat 500 Elektro ist bereits seit 2020 auf dem Markt, und wegen seiner schicken Retro-Optik, dem niedrigen Verbrauch bei citytauglichen Abmessungen hat er noch immer seine Fans. Für den Aktionspreis von 24.990 Euro jedoch gibt es inzwischen aber auch andere attraktive Modelle, zum Beispiel den Grande Punto aus eigenem Hause, der wahrlich ebenfalls gut aussieht.

Für die genannten 24.990 Euro gibt es 70 kW Antriebsleistung, 190 km Reichweite und 185-380 Liter Kofferraum. Den Grande Panda gibt es demnächst fürs gleiche Geld, aber mit 83 kW, 320 km Reichweite und 361-1.361 Liter Kofferraum. Eine andere Alternative mit stadttauglicheren Abmessungen aus dem gleichen Konzern ist der Leapmotor T03 für weniger als 19.000 Euro.

Fiat Grande Panda (2024)

Fiat Grande Panda: Der schicke Neuling bietet 320 km Reichweite und 83 kW Antriebsleistung für 24.990 Euro

Bild von: Fiat

Das scheint die Kundschaft längst gemerkt zu haben: Nachdem der Kleinst-Stromer im Gesamtjahr 2023 noch Platz vier bei den deutschen Elektroauto-Verkäufen erreicht hatte, langt es dieses Jahr wohl nur noch für die Top 15. Dasselbe Bild weltweit: 44.000 Stück wurden im Jahr 2021 abgesetzt, in den folgenden Jahren sogar 66.000 bzw. 65.000 Stück, doch 2024 werden es wohl weniger als 20.000 Fahrzeuge sein, wie ItalPassion berichtet. Ein herbes Minus, wenn die Zahlen stimmen. Ein Beleg für die Schwierigkeiten beim Absatz ist, dass die Produktion in Turin-Mirafiori immer wieder unterbrochen werden muss.

Deswegen hat Fiat beschlossen, dem Kleinstwagen ein Update zu spendieren, wie Stellantis schon im April bekannt gab. Eine überarbeitete Plattform inklusive verbesserten Batterien soll eine höhere Reichweite und niedrigere Kosten bringen. Auch neue Motoren soll das Auto erhalten; offen bleibt, ob es sich dabei um die bekannten Aggregate mit 100 bzw. 115 kW handelt.

Bildergalerie: Fiat 500 Elektro Cabrio (2022) Eigene Bilder

Der Fiat 500 Elektro ist das einzige Stellantis-Modell, das auf einer eigenen Plattform basiert, die laut ItalPassion STLA City heißt. Als Energiespeicher werden derzeit Akkus mit 21,3 und 37,3 kWh angeboten, die für maximal 321 km Reichweite sorgen. Dazu kommen Motoren mit 70 bzw. 87 kW. Nach Angaben der französischen Website kommen die Akkus von Samsung, die Antriebe vom britischen Spezialisten GKN.

Auf Basis von STLA City soll es bald auch eine Mildhybridversion mit 1,0-Liter-Dreizylinder geben, die zuvor immer abgelehnt wurde. Die neue Variante soll im November 2025 vorgestellt werden und die Verkaufszahlen ab 2026 auf Vordermann bringen, so der Bericht.

Infografiken zu den Elektrifizierungsplänen von Stellantis

Infografik von 2021 zum Marktstart der vier STLA-Plattformen

Was das Elektromodell angeht, so war ein Nachfolger angeblich für 2027 geplant, doch nun wird der Start angeblich auf 2030 verschoben. Basis soll STLA Small sein. Damit wird die Insellösung dann endlich auf eine Konzernplattform gestellt, die auch von anderen Modellen genutzt wird.

STLA Small soll Ende 2025/Anfang 2026 starten; das sagte Ex-Konzernchef Tavares noch Ende November. Die Plattform kommt dann als vierte und letzte STLA-Plattform auf den Markt. Sie wird die neue Kleinwagen-Generation unterfüttern, also die Nachfolger von Opel Corsa Electric, Peugeot E-208 & Co., aber auch die Klein-SUVs wie Opel Mokka Electric oder Jeep Avenger, die derzeit allesamt noch auf eCMP basieren. Künftig werden diese Modelle Batterien zwischen 37 und 82 kWh haben, die Antriebe sollen bei 70 kW beginnen. 

Unter dem Strich

Der Fiat 500 Elektro ist für einen Basispreis von rund 25.000 Euro für die 190-km-Version oder knapp 29.000 Euro für die 321-km-Variante nicht mehr so recht konkurrenzfähig. So ist es kein Wunder, dass die Verkaufszahlen sinken. Für 2025 ist jedoch eine verbesserte Version mit neuen Motoren und Batterien zu erwarten.

Der Nachfolger auf Basis von STLA Small dagegen wurde offenbar auf 2030 verschoben. Damit liegen vier bis fünf Jahre zwischen der modifizierten und der ganz neuen Version. Gut möglich, dass das Modell in dieser Zeit zwischen dem (hässlichen, aber günstigen) Leapmotor T03 und den neuen "Smart Car Platform"-Autos zerrieben wird. Aber warten wir ab, was die Modifikationen bringen, es wäre schade um das Modell.