Kia bringt rollstuhlgerechten Elektro-Bus PV5 auf den Markt
Mit seitlicher Teleskoprampe und flexiblem Innenraum feiert der neue Elektro-Kleinbus seine Europapremiere
Der Einstieg in den Stadtverkehr wird für Menschen im Rollstuhl oft zur logistischen Herausforderung – eine neue Fahrzeugvariante von Kia soll hier nun Abhilfe schaffen. Innerhalb seines Geschäftsfeldes "Platform Beyond Vehicle" (PBV) treibt der südkoreanische Automobilhersteller die barrierefreie Mobilität voran und hat ein neues, rollstuhlgerechtes Modell (Wheelchair Accessible Vehicle, kurz WAV) seines rein elektrischen Kleinbusses vorgestellt.
Das neue Fahrzeug basiert auf dem Ende 2025 eingeführten PV5 Passenger und feierte im vergangenen Monat auf der Fachmesse "Motability Scheme Live" im britischen Birmingham seine Europapremiere. Der offizielle Produktionsstart für die europäische Variante ist für Mitte Juli geplant, während der genaue Termin für die Markteinführung und die finalen technischen Spezifikationen für den deutschen Markt zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.
Bildergalerie: Kia PV5 Cargo (2026) im Test
Innovative Seitenrampe für den städtischen Einsatz
Eine Besonderheit des Modells im Segment der S-Vans stellt das neu entwickelte seitliche Zugangssystem dar. Dieses ermöglicht Rollstuhlfahrern den direkten Einstieg von der Bordsteinkante aus, was insbesondere im städtischen Verkehr, bei privaten Transporten sowie im Taxi- und Shuttle-Betrieb erhebliche Vorteile bietet.
Das integrierte, zweiteilige Teleskop-Rampensystem ist flexibel für unterschiedliche Bedingungen von Straßen und Gehwegen ausgelegt. Die maximale Steigung der Rampe beträgt 13,1 Grad, verringert sich jedoch beim Anlegen an eine standardmäßige, 15 Zentimeter hohe Bordsteinkante auf komfortable elf Grad.
Flexibler Innenraum mit durchdachter Sitzposition
Im Inneren des Fahrzeugs sorgt eine zentrale Positionierung des Rollstuhlplatzes für eine integrative Atmosphäre während der Fahrt. Für Begleitpersonen steht im Fond eine asymmetrisch geteilte und hochklappbare Sitzbank zur Verfügung.
Neben dieser speziellen Transportkonfiguration für Rollstühle bietet das Fahrzeug durch seine Modularität auch eine klassische Sitzanordnung für den Standard-Personentransport mit Platz für mehrere Passagiere. Um den hohen Anforderungen im täglichen Betrieb standzuhalten, wurde der Bodenbereich strukturell verstärkt und mit einem Verankerungssystem versehen, das eine sichere Fixierung des Rollstuhls gewährleistet.
Hoher Qualitätsstandard durch eigene Produktion
Die Entwicklung des neuen Modells erfolgte im Rahmen der unternehmenseigenen Umbaustrategie namens "Made-In-Plant". Dabei wird das Fahrzeug direkt auf den Hauptfertigungslinien von Kia beziehungsweise in einem spezialisierten werkseigenen Umbauzentrum produziert. Diese Strategie soll einheitliche Qualitätsstandards garantieren und ermöglicht gleichzeitig eine skalierbare Produktion für die europäischen Märkte.
Der PV5 WAV ist Teil einer breiter angelegten Portfoliostrategie von Kia, zu der auch bereits existierende Kooperationen mit europäischen Spezialisten für rollstuhlgerechte Fahrzeugumbauten gehören, um unterschiedliche gesetzliche Anforderungen und Kundenbedürfnisse in Europa abzudecken.
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