Mercedes VLE (2026): Die neue Elektro-Großraumlimousine im Detail
Zwischen Luxuslimousine und Van: Wir haben uns den neuen VLE mit enormer Reichweite und Hightech-Cockpit genauer angeschaut
Mercedes-Benz begründet mit dem neuen VLE eine eigene Fahrzeugklasse. Die elektrische "Grand Limousine" soll die enorme Variabilität eines Vans mit dem feinen Fahrverhalten einer klassischen Limousine verknüpfen. Das über 5,30 Meter lange Modell zielt auf anspruchsvolle Familien und exklusive Shuttle-Dienste, die keine Kompromisse bei Platz und Komfort eingehen wollen. Wir werfen einen genaueren Blick.
Bildergalerie: Mercedes VLE 300 (2026)
Kastenform adé
Das Design bricht mit der typischen Kastenform herkömmlicher Transporter. Dank einer flachen Silhouette erreicht der Luxus-Van einen hervorragenden Luftwiderstandsbeiwert von 0,25. Zum Marktstart schickt der Hersteller den VLE 300 ins Rennen. Dessen Elektromotor an der Vorderachse leistet 203 kW und ermöglicht eine WLTP-Reichweite von mehr als 700 Kilometern. Kurze Zeit später folgt das Topmodell VLE 400 4MATIC mit Allradantrieb. Diese Variante leistet 310 kW und sprintet in 6,5 Sekunden auf Tempo 100. Beide Modelle nutzen eine NMC-Batterie mit 115 kWh Kapazität.
Für preisbewusstere Kunden plant Mercedes für das kommende Jahr zwei Einstiegsversionen. Diese nutzen eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit einem nutzbaren Energieinhalt von 80 kWh. Unabhängig von der Batterie profitiert der VLE von extrem kurzen Ladestopps an Ultraschnellladern.
Dank der verbauten 800-Volt-Architektur fließen Ladeströme mit einer Leistung von über 300 kW. Das füllt in nur 15 Minuten genügend Energie für bis zu 355 Kilometer zusätzliche Reichweite nach. Lange Fahrten quer durch Europa lassen sich so ohne große Pausen bewältigen.
Komfort durch Luftfederung
Die serienmäßige Airmatic-Luftfederung garantiert ein geschmeidiges Fahrgefühl und passt die Dämpfung an jedem Rad einzeln an. Sie hält das Fahrzeugniveau unabhängig von der Zuladung konstant. Ab einer Geschwindigkeit von 110 km/h senkt sich die Karosserie automatisch um 15 Millimeter ab, um Reichweite zu sparen.
Im Stand lässt sich das Niveau für einen bequemen Einstieg um 40 Millimeter verringern. Dies funktioniert erstmals auch per Sprachbefehl. Auf unbefestigten Wegen lässt sich der Wagen um 40 Millimeter anheben.
Trotz der stattlichen Abmessungen fährt sich der VLE im Stadtverkehr wendig. Eine serienmäßige Hinterachslenkung schlägt die Hinterräder mit bis zu sieben Grad ein. Das reduziert den Wendekreis von Bordstein zu Bordstein auf nur 10,9 Meter, was dem Niveau eines kompakten CLA entspricht.
Beim Rangieren in engen Parkhäusern oder beim Wenden in schmalen Gassen erweist sich dieses System als echter Gewinn. Bei hohen Geschwindigkeiten stabilisiert die mitlenkende Hinterachse das Fahrzeug zudem bei schnellen Spurwechseln oder plötzlichen Ausweichmanövern.
Flexibles Innenraumkonzept
Der Innenraum bietet Platz für bis zu acht Personen auf drei Sitzreihen. Die manuell verstellbaren Sitze lassen sich über das neue "Roll & Go" Konzept leicht verschieben. Sie besitzen vier integrierte Rollen, sodass man sie nach dem Ausbau mühelos in die Garage rollen kann. Wer sich für die elektrischen Fondstühle entscheidet, nutzt die Funktion "Variable Fond". Damit steuern Nutzer die Sitze über das Infotainment oder die App. Vier vordefinierte Modi passen den Raum im Handumdrehen für maximales Gepäck oder maximale Beinfreiheit an.
Das Kofferraumvolumen beträgt bei voller Bestuhlung bereits beachtliche 800 Liter. Baut man alle hinteren Sitze aus, entsteht ein riesiger Laderaum mit bis zu 4.078 Litern Volumen. Für noch mehr Platz sorgt ab 2027 eine Langversion mit einer Gesamtlänge von knapp 5,48 Metern.
Den Zugang zum Fond erleichtern zwei elektrische Schiebetüren mit voll versenkbaren Fenstern. Eine separat zu öffnende Heckscheibe erlaubt schnelles Beladen bei wenig Platz hinter dem Fahrzeug. Für Freizeitaktive bietet der VLE eine beachtliche Anhängelast von bis zu 2,5 Tonnen.
Digitales Cockpit und Fond-Entertainment
Die Armaturentafel prägt der optionale MBUX Superscreen. Drei Bildschirme verschmelzen unter einer durchgehenden Glasfläche über die gesamte Breite des Cockpits. Der Beifahrer schaut auf ein eigenes Display für Streaming oder Spiele, während ein großes Head-up-Display wichtige Navigationshinweise virtuell vor die Windschutzscheibe projiziert.
Das neue Betriebssystem MB.OS steuert sämtliche Funktionen. Ein intelligenter Sprachassistent mit künstlicher Intelligenz versteht komplexe Sätze und lernt die Gewohnheiten des Fahrers stetig dazu.
Bildergalerie: Mercedes VLE 400 4Matic (2026)
Auch im Fond herrscht echtes Oberklasse-Feeling. Aus dem Dachhimmel klappt auf Wunsch ein 31,3 Zoll großer Panorama-Bildschirm mit 8K-Auflösung und integrierter Kamera für Videokonferenzen oder Entertainment aus. Ein Burmester 3D-Surround-Soundsystem mit 22 Lautsprechern und Dolby Atmos sorgt für erstklassigen Klang. Für die nötige Sicherheit sorgt eine Armada an Sensoren und Kameras. Der MB.DRIVE ASSIST PRO ermöglicht teilautomatisiertes Fahren auf Level-2-Niveau, während clevere Parkassistenten den Luxus-Van sogar schräg einparken lassen.
Quelle: Mercedes-Benz
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