Ford Fathom: Elektro-Pick-up startet 2027 für 28.350 Dollar
Der Fathom ist Fords erstes Modell auf der neuen UEV-Plattform und soll mit LFP-Akkus besonders günstig werden
Fords neuer Elektro-Pick-up wird Fathom heißen. Das englische Wort steht für die Längeneinheit Faden oder Klafter, die etwa dem Abstand von zwei ausgestreckten Männerarmen entspricht, also etwa 1,80 Meter. Da auf Schiffen die Wassertiefe traditionell in Faden angegeben wurde, bedeutet das Wort als Verb auch "ergründen" oder "verstehen". Das Modell wurde "mit einem tiefen Verständnis für denjenigen, der ihn fahren würde" konstruiert, so Ford.
Ein Bild des Neulings zeigt der US-Hersteller noch nicht, unser Titelbild zeigt ein Rendering. Laut Ford handelt es sich um einen "Midsize Truck", was was auf eine Länge von etwa 5,30 bis 5,40 Metern schließen lässt. Technische Basis ist die Universal Electric Vehicle Platform (UEV). Diese wurde von einem kalifornischen Spezialistenteam (einem "Skunkworks"-Team) entwickelt. Die Plattform soll eine ganze Reihe von Fahrzeugen tragen.
Fords neue Elektroauto-Plattform (Schemabilder)
Mit der Standardbatterie soll das Auto ab Anfang 2027 vorbestellbar sein, und zwar zu einem Preis von 28.350 Dollar. Mit 1.595 Dollar für die Überführung würde der Preis damit immer noch unter 30.000 Dollar bleiben. Der Wagen soll mehr Platz für Passagiere als ein Toyota RAV4 bieten, einen großen Touchscreen mit einer Apple-Maps-Navigation, bidirektionales Laden, einen Digital Key, einen Frunk und serienmäßig für BlueCruise vorbereitet sein, also Fords System für teilautomatisiertes Fahren.
Mit unter 30.000 Dollar wäre der Fathom eines der günstigsten Modelle von Ford auf dem US-Markt und läge preislich etwa auf dem Niveau des Ford Maverick. Dieser ist allerdings als "Compact Truck" eine Klasse tiefer positioniert.
Der günstige Elektro-Pick-up wurde vor einem Jahr im August 2025 angekündigt. Damals hieß es, das Auto solle ähnlich schnell beschleunigen wie ein Mustang EcoBoost. Die elektrischen Antriebseinheiten (EDUs), also die Einheiten aus Elektromotor, Getriebe und Inverter, sollen besonders klein sein und so sowohl vorn wie hinten passen. Damit werden Front-, Heck- und Allradantrieb möglich. Offiziell bestätigt wurde, dass der Wagen kostengünstige LFP-Batterien erhält. Die Zellen werden von Ford in Michigan hergestellt, die Technologie wurde von CATL lizenziert.
Zur Reichweite sagte Ford-Model-e-Chefin Kay Hart gegenüber InsideEVs.com, man wisse, "dass einige Kunden eine Reichweite von 300 Meilen wünschen". Man werde aber verschiedene Optionen anbieten. 300 Meilen entsprechen rund 480 Kilometern.
Das Auto soll aus 20 Prozent weniger Teilen als vergleichbare Modelle bestehen. Die Produktion soll auch durch größere Aluminium-Druckguss-Teile beschleunigt werden, wie sie Tesla mit seinen Gigacasting-Maschinen herstellt. Außerdem sollen statt einer linearen Produktion drei parallele Produktionslinien für Front, Heck sowie die "strukturelle" Batterie samt Sitzen verwendet werden. All das soll helfen, die Produktionskosten zu senken.
Der neue Ford Fathom dürfte als Midsize Truck etwa 5,30 Meter lang sein. Das Rendering zeigt ihn als Double-Cab-Version – das passt zu dem Windkanal-Bild oben
Unter dem Strich
Der Ford Fathom soll ein Midsize Truck sein, aber nur so viel kosten wie ein Compact Truck mit Verbrennungsmotor. Und das mit Elektroantrieb. Das wäre in der Tat bemerkenswert, zumal das Auto in den USA gefertigt wird, wo die Löhne nun mal höher als in Mexiko oder China sind.
Noch ist nicht viel zu dem neuen Modell bekannt. Es gibt weder offizielle Bilder noch Angaben zu den Maßen. Offen ist auch, welche Batterien eingesetzt werden – offenbar wird es mehrere Varianten geben – und welche Antriebesvarianten angeboten werden. Die Vorbestellungen des Ford Fathom sollen schon Anfang 2027 starten, und dann wird das Modell auch vorgestellt werden.
Möglicherweise betrifft all das auch Europa. Ein elektrischer Pick-up wäre hierzulande zwar ein Nischenfahrzeug, aber möglich. Zudem könnten SUVs auf der UEV-Plattform nach Europa kommen.
Quelle: Ford USA
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