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Für eine persönlichere Erfahrung

E-Scooter: Zahl der Verunglückten fast verdreifacht

ADAC-Studie zeigt steigende Unfallzahlen: Besonders Kinder und Jugendliche sind immer häufiger von Verletzungen betroffen

ADAC-Unfallforschung zum Fahren mit E-Scootern
Bild von: ©ADAC/ABGEDREHT
Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

In ganz Europa nehmen immer mehr E-Scooter am Straßenverkehr teil – und damit steigen auch die Unfallzahlen. Aus diesem Grund hat der ADAC Unfallursachen und Verletzungsmuster ausgewertet, um auf mögliche Risiken hinzuweisen.

Im vergangenen Jahr kam es laut dem Statistischen Bundesamt in Deutschland zu mehr als 16.000 Unfällen mit Beteiligung eines E-Scooters, wobei in fast 15.000 Fällen Menschen verletzt wurden. Damit hat sich die Zahl der Verunglückten innerhalb von vier Jahren nahezu verdreifacht, so der Automobilclub. Die Daten zeigen zudem einen Anstieg der Verletzten insbesondere in der Altersgruppe zwischen zehn und 18 Jahren. Die wichtigsten Ursachen für Unfälle sind die falsche Nutzung von Fahrbahnen, Alkoholeinfluss und unangepasste Geschwindigkeit. 

ADAC-Unfallforschung zum Fahren mit E-Scootern

Das unter Radfahrenden gefürchtete Dooring ist auch für E-Scooter eine Gefahr

Bild von: ©ADAC/ABGEDREHT

Für eine bessere Bewertbarkeit hat der ADAC zudem medizinische Studien ausgewertet. Diese zeigen, dass bei Stürzen mit dem E-Scooter zwei wesentliche Verletzungsmuster auftreten: Verletzungen der Arme, Schultern oder Hände sowie Kopf- und Gesichtsverletzungen. Diese können in unterschiedlichen Szenarien auftreten.

Oberkörperverletzungen treten besonders dann auf, wenn es zu einem seitlichen Sturz mit einem E-Scooter kommt, etwa weil dieser wegrutscht. In diesem Fall sind häufig Verletzungen von Schultern oder Armen zu verzeichnen.

Ein weiteres Szenario sind Frontalunfälle mit dem E-Scooter, zum Beispiel, wenn dieser an einer Bordsteinkante hängen bleibt. In diesen Fällen kann es passieren, dass die Fahrerin oder der Fahrer nach vorne über den Lenker geschleudert wird. Die Daten zeigen dabei: Ist der Fahrer nüchtern, kann er den Sturz oft reflexartig abfangen. Dadurch treten vermehrt Verletzungen an Händen oder Armen auf. Ganz anders ist das Bild bei Alkoholeinfluss, der die Reflexe hemmen kann: In diesen Fällen können mitunter schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen die Folge sein.

E-Scooter sind inzwischen ein wesentlicher Bestandteil der Mobilität geworden und können besonders im Stadtgebiet eine Möglichkeit darstellen, ohne Stau oder andere Verzögerungen schnell ans Ziel zu kommen, so der ADAC. Doch alle Nutzenden sollten sich bewusst sein, dass
ein E-Scooter bauartbedingt kaum Fahrfehler verzeiht und Stürze meist Verletzungen nach sich ziehen. Doch wer einen E-Scooter nutzt, hat einen großen Teil der Sicherheit selbst in der Hand.

So sollte mit einem E-Scooter nur auf dem Radweg oder anderen zugelassenen Strecken und immer an die jeweilige Situation angepasst gefahren werden. Der ADAC empfiehlt zudem, stets einen Helm zu tragen. Ein Test des Schweizer Automobilclubs TCS hat ergeben, dass dieser die Wahrscheinlichkeit schwerer Kopfverletzungen bei einem Sturz reduzieren kann.

Zu zweit auf dem E-Scooter: Auf öffentlichen Straßen in Deutschland nicht erlaubt, auch nicht mit Helm
Bild von: ©ADAC/ABGEDREHT

Ein weiterer Risikofaktor sind Fahrten, bei denen sich zwei oder noch mehr Personen auf einem E-Scooter befinden. Die Unfallgefahr steigt durch die veränderte Fahrdynamik stark an. Nach Daten des Statistischen Bundesamts ist die Zahl der sogenannten Mitfahrer-Unfälle im vergangenen Jahr um 60 Prozent angestiegen – vorwiegend mit Beteiligung Jugendlicher oder junger Erwachsener.

Gleichzeitig können auch Kommunen ihren Teil dazu beitragen, sichere Bedingungen für E-Scooter zu schaffen. Gut ausgebaute Radwege reduzieren das Risiko für Nutzungskonflikte zwischen den Verkehrsteilnehmern.

Unter dem Strich

In deutschen Großstädten sieht man sie zu Hunderten: Die E-Scooter haben sich einen Platz in der urbanen Mobilität erobert, den man ihnen wohl kaum mehr streitig machen kann. Mit der Beliebtheit stiegen auch die Unfallzahlen – ähnlich wie bei E-Bikes. Ob Appelle zum Tragen eines Helms und zur Alkohol-Abstinenz viel fruchten werden, ist zu bezweifeln. Hilfreicher sind wohl gute Radwege.