Auf der Shanghai Auto Show im April 2021 war es bereits einmal zu sehen, nun kann man es nächste Woche auf der Münchner IAA bewundern: das futuristische Showcar vom Zulieferer Webasto.

Das Fahrzeug ohne Seitentüren fährt autonom und elektrisch und soll die Kompetenzen von Webasto aufzeigen: vom Dach mit integrierten Sensoren fürs autonome Fahren über ein effizientes Heizsystem bis hin zur Traktionsbatterie von Webasto und einer Wallbox.

Bildergalerie: Webasto-Neuheiten auf der IAA 2021

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Stockdorf (einem Ortsteil von Gauting bei München), dessen Name den Unternehmensgründer verewigt (WilhElm BAier STOckdorf) ist vor allem für Schiebedächer, Cabriodächer, aber auch Akkus bekannt. Die bereits 1901 gegründete Firma gehört zu den 100 größten Autozulieferern der Welt. 

In dem sogenannten Roof Sensor Module sind Sensoren für das autonome Fahren in einem Panoramadach aus durchsichtigem Polycarbonat integriert. Polycarbonat ist nicht nur leichter und schlagzäher als Glas, sondern auch gut formbar sowie für unterschiedliche Sensor-Strahlen besonders durchlässig, erklärt Webasto. Dabei erzeugt der Lidar ein dynamisches dreidimensionales Bild der Umgebung, Kameras ermöglichen eine Objekterkennung und zeigen Verkehrsschilder oder Straßenmarkierungen.

Roof Sensor Module (RSM) von Webasto

Damit die Sensoren bei jeder Witterung und bei Verschmutzung funktionieren, nutzt Webasto ein Thermomanagement und verschiedene Reinigungssysteme. 

Zudem besitzt das Showcar den von Webasto entwickelten Hochvoltheizer HVH, ein elektrisches Wasserheizsystem für Fahrzeuge mit Hochvolt-Bordnetzen. Das kompakte Gerät soll den Fahrzeuginnenraum schnell, konstant und zuverlässig beheizen. Mit einem Wirkungsgrad von bis zu 99 Prozent arbeitet es sehr effizient und ist als einziger auf dem Markt erhältlicher Heizer im Spannungsbereich bis zu 800 V flexibel einsetzbar, so der Hersteller.

Als Energiespeicher wird die Webasto-eigene Pkw-Batterie eingesetzt, die im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Hyundai-Kia Motors Corporation ab 2022 in Dangjin (Korea) produziert wird. Dort entsteht das erste große Batteriewerk der Region nach dem Vorbild des Webasto-Werk im bayerischen Schierling, wo bereits seit 2017 Batterien für Nutzfahrzeuge und Busse hergestellt werden. Die Pkw-Batterie wird es in einer Long-Range- und in einer Basis-Version geben.

Neben dem Showcar steht auf der Messe zudem der Prototyp einer DC-Wallbox fürs bidirektionale Laden, welche bis zu 22 kW Lade- und Entladeleistung ermöglicht.