Kürzlich hat Porsche mit einem Scheinwerfer-Bild eine Studie angeteasert, die unter anderem als Elektro-Cayman gedeutet wurde. Ganz falsch ist das nicht, wie wir später sehen werden, auch wenn es auf den ersten Blick um einen Rennwagen für den Kundensport geht.

Auf der IAA Mobility 2021 zeigt die Marke das Konzeptfahrzeug Mission R. Der extrem tief liegende, rein elektrisch angetriebene Renner besitzt zwei neu entwickelte Elektromotoren.

"Neben unserem Engagement in der Formel-E-Weltmeisterschaft gehen wir nun den nächsten großen Schritt in der Elektromobilität. Die Konzeptstudie ist unsere Vision vom vollelektrischen Kundenmotorsport." (Porsche-Chef Oliver Blume)

Ein Elektromotor mit bis zu 320 kW treibt die Vorderachse an, hinten stehen 480 kW zur Verfügung. Im sogenannten Qualifying-Modus leistet der Bolide bis zu 800 kW, die Dauerleistung soll bei 500 kW liegen. Sowohl Elektromotoren als auch Batteriezellen besitzen eine Öl-Direktkühlung. So liegt die Dauerleistung bei 500 kW. Ein Derating, also eine thermisch bedingte Leistungsreduktion der Batterie, soll es nicht geben.

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Bildergalerie: Porsche Mission R Concept (2021)

Damit beschleunigt er in weniger als 2,5 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 300 km/h. Auf der Rennstrecke erreicht der Elektro-Renner die gleichen Rundenzeiten wie der aktuelle Porsche 911 GT3 Cup.

Die Batteriekapazität liegt bei rund 80 kWh. Dank 900-Volt-Technik kann mit bis zu 340 kW aufgeladen werden. Dann genügt eine gut 15-minütige Rennpause, um die Batterie von 5 auf 80 Prozent zu bringen.

Der Mission R verfügt außerdem über eine Weiterentwicklung der Porsche Active Aerodynamics (PAA) mit Drag Reduction System (DRS) an Bug und Heck. Es besteht aus je drei Lamellen in den beiden seitlichen Lufteinlässen der Bugpartie sowie einem verstellbaren, zweiteiligen Heckflügel.

Die Karosserie besteht zu großen Teilen aus naturfaserverstärktem Kunststoff (NFK), dessen Grundmaterial aus Flachsfasern aus der Landwirtschaft gewonnen wird. Dieses Material wird auch für die Frontspoilerlippe, den Diffusor und die Seitenschweller verwendet. Auch im Innenraum wird NFK in großem Umfang eingesetzt, etwa bei den Türverkleidungen, der hinteren Trennwand und den Sitzen.

Porsche Mission R Concept (2021)

Ein Display zwischen den Bedienelementen am Lenkrad zeigt Fahrdaten an. Der Monitor oberhalb der Lenksäule zeigt die Bilder der Kameras an, die die Außenspiegel sowie den Innenspiegel ersetzen. Über ein Touch-Display rechts neben dem Sitz lassen sich zum Beispiel die biometrischen Daten des Fahrers abrufen. Zahlreiche weitere Kameras im Innenraum liefern Videodaten für eine Live-Stream-Übertragung.

Die Sicherheitsstruktur aus Kohlefaserverbundwerkstoff verbindet hohes Schutzpotenzial für den Fahrer mit geringem Gewicht und markanter Optik. Porsche-Ingenieure und -Designer haben die neu entwickelte Carbon-Dachstruktur Exoskelett genannt. Sie vereint Sicherheitskäfig und Dachhaut.

Auch wenn die Studie auf den ersten Blick nichts mit Serienautos zu tun hat, rückt sie Porsche doch in die Nähe des Cayman. "Der Porsche Mission R ist mit 4.326 Millimetern Länge etwas kürzer als die aktuelle Baureihe 718 Cayman, aber mit 1.990 Millimetern deutlich breiter und mit einer Außenhöhe von 1.190 Millimetern auch deutlich niedriger", so der Hersteller. Der Vergleich ergibt nur Sinn, wenn hier eine Beziehung besteht. Offenbar zeigt die Studie also doch Elemente eines Elektro-Cayman, auch wenn Porsche das nicht explizit schreibt. Wir vermuten, dass die roten Elemente des Vorderwagens bereits den Elektro-Cayman zeigen.

Der historische Rückblick gibt ebenfalls einen Hinweis: Mit den Konzeptstudien Mission E (2015) und Mission E Cross Turismo (2018) gab Porsche einen Ausblick auf den Taycan (2019) und den Taycan Cross Turismo (2021), heißt es. Beide ähnelt optisch und technisch den Konzeptstudien. Beim Mission R, so die implizite Botschaft, könnte es genauso sein. Demnach ist in einigen Jahren mit einem Elektro-Cayman zu rechnen.