Der Mercedes eEconic ist ein Elektrolaster "für den innerstädtischen Kommunaleinsatz". Weniger vornehm umschrieben heißt das: Der Lkw ist ein Mülllaster. Nun begann die Serienproduktion im größten Lkw-Werk von Mercedes-Benz Trucks in Wörth (bei Karlsruhe).

Der eEconic befindet sich nach internen Tests seit Mai 2022 in der Praxiserprobung bei Kunden. Der erste Serien-eEconic geht an das dänische Entsorgungsunternehmen tätige Unternehmen Urbaser A/S; weitere Fahrzeuge sollen im Laufe des Jahres ausgeliefert werden.

Bildergalerie: Mercedes-Benz eEconic (Serienproduktion)

Der Laster ist der zweite batterieelektrisch angetriebene Mercedes-Lkw, der in Wörth vom Band rollt – der Produktionsbeginn des eActros im Oktober 2021 liegt nur wenige Monate zurück. Der eEconic basiert auf derselben Fahrzeugarchitektur wie der eActros.

Der eEconic wird auf der bestehenden Montagelinie von Mercedes-Benz Special Trucks gefertigt, und zwar parallel und flexibel neben den Verbrenner-Lkws. Das Fahrzeug wird dort weitestgehend aufgebaut. Danach geht es für den eEconic in das Future Truck Center zur Elektrifizierung, wo er – genauso wie der eActros – mit den elektrischen Antriebskomponenten ausgestattet wird.

In mehreren Produktionsschritten werden unter anderem die Hochvoltbatterien sowie die Ladeeinheit eingebaut. Nachdem sämtliche Hochvolt-Komponenten montiert sind, kann das Gesamtsystem in Betrieb genommen werden und der Lkw ist fahrbereit.

Der eEconic soll als "Abfallsammelfahrzeug" die meisten Routen im Einschichtbetrieb ohne Zwischenladen abdecken. Der elektrische Antriebsstrang ermöglicht einen ebenen Fahrerhausboden – das erleichtert das "Durchrutschen" in der Kabine – so kann die Fahrerin oder der Fahrer auf der verkehrsabgewandten Seite über die Beifahrertür aussteigen. Eine Aufwertung gegenüber dem konventionellen Econic bedeutet auch das Multimedia-Cockpit, so der Hersteller.

Ein weiteres Ausstattungs-Highlight ist die Panoramaverglasung sowie die beheizte "Thermocontrol"-Windschutzscheibe, die im Herbst und Winter nicht beschlagen soll. Darüber hinaus verringert die beschichtete Scheibe ein Aufheizen des Innenraums durch die Sonneneinstrahlung. Als Sicherheitsplus im Stadtverkehr verfügt der eEconic über den Abbiege-Assistenten S1R und einen Notbremsassistenten.

Daimler Truck verfolgt das Ziel eines CO2-neutralen Transports auf den Straßen bis 2050. In seinen Hauptabsatzregionen in Nordamerika, Europa und Japan möchte der Konzern deshalb ab 2039 ausschließlich CO2-neutrale Fahrzeuge verkaufen. Nach der Doppelstrategie kommen dabei Batterien und Wasserstoff zum Einsatz.

Im dem 1963 gegründeten Werk Wörth werden die Lkw-Modelle Arocs, Atego und Actros gefertigt. Im Oktober 2021 startete dort die Serienproduktion des batterieelektrisch angetriebenen Mercedes eActros. Auch die Special Trucks Econic, Unimog und Zetros werden hier gebaut.

Bis zu 470 genau nach Kundenwunsch gefertigte Lkw können das Werk Wörth pro Tag verlassen. Der Standort am Rhein verfügt zudem über 50 Jahre Erfahrung in der CKD-Produktion (Completely Knocked Down) und liefert Fahrzeug-Bausätze in zahlreiche Übersee-Märkte zur Endmontage vor Ort – bis heute bereits mehr als 750.000 Kits. Mit rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das Mercedes-Werk Wörth zweitgrößter Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz.

Bildergalerie: Mercedes eEconic (2022)