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Mercedes erweitert E-Truck-Portfolio um eActros Lowliner-Variante

Die Produktion der Sattelzugmaschine startet im zweiten Quartal 2027

Mercedes-Benz Trucks eActros Lowliner (2026)
Bild von: Mercedes-Benz Trucks

Mercedes-Benz Trucks stellt eine weitere Variante seines eActros-Portfolios vor: Der eActros Lowliner mit wahlweise zwei oder drei Batteriepaketen ergänzt das Elektro-Lkw-Angebot des Herstellers um eine Lösung für Volumentransporte.

Mercedes adressiert mit dem Lowliner gezielt den steigenden Bedarf an lokal CO₂e-freien Transportoptionen im volumenstarken Logistikgeschäft im Fernverkehr. Die ersten neuen Modelle sind ab dem dritten Quartal 2026 in den EU30-Märkten und in weiteren Märkten bestellbar und laufen ab dem zweiten Quartal 2027 im Werk in Wörth am Rhein vom Band. Der Hersteller informiert im Rahmen der IAA Transportation im September dieses Jahres umfassend über die neue Fahrzeugvariante. 

Bildergalerie: Mercedes-Benz Trucks eActros Lowliner (2026)

Bei einem Lowliner-Lkw handelt es sich um eine Sattelzugmaschine mit besonders niedriger Aufsattelhöhe, die den Transport von Aufliegern mit vergrößertem Innenraum ermöglicht. Diese sogenannten Volumentransporte sind auf Güter ausgelegt, bei denen der benötigte Raum eine wichtige Rolle spielt. Dies gilt vor allem für stark verpackte Ware, beispielsweise in Kartons.

Der Lowliner setzt auf das technologische Gesamtkonzept des eActros 600, der seit Ende 2024 in Serie im Kundeneinsatz ist. Bereits im Herbst 2025 hat Mercedes-Benz Trucks auf Basis des eActros 600 die eActros-Modellpalette deutlich ausgebaut: Auf Basis des Grundfahrzeugs stehen je nach Einsatzprofil und Anforderungen an Nutzlast und Reichweite den Kunden rund 40 Varianten zur Verfügung, darunter auch der eActros 400 mit nur zwei statt drei Batteriepaketen. 

Mercedes-Benz Trucks eActros Lowliner (2026)

Mercedes-Benz Trucks eActros Lowliner (2026)

Bild von: Mercedes-Benz Trucks

Achim Puchert, CEO Mercedes-Benz Trucks: "Der eActros Lowliner steht für den nächsten Schritt der Erweiterung in unserem batterieelektrischen Fernverkehrs-Portfolio. Er ist konsequent auf den Volumentransport mit Mega-Trailern ausgelegt und basiert auf der bewährten Technologie des eActros 600. Damit vergrößern wir die Einsatzmöglichkeiten für unsere Kunden noch einmal deutlich."

Die neue Lowliner-Variante der zweiten Modellgeneration eActros trägt, wie auch alle anderen Modelle des aktuellen eActros-Portfolios, die gleichen wesentlichen technologischen Merkmale aus moderner Antriebstechnologie und hoher Energieeffizienz.

Dazu gehören neben der selbstentwickelten elektrischen Antriebsachse, der für ihre lange Lebensdauer und über 95 Prozent nutzbare Batteriekapazität bekannten Lithium-Eisenphosphat- Zelltechnologie (LFP) und der 800-Volt-Bordspannung auch das Multimedia Cockpit Interactive 2 sowie umfassende Assistenzsysteme für mehr Sicherheit. 

Leistungsstarke Ausstattung 

Der Mercedes-Benz eActros Lowliner wird als 4x2-Sattelzugmaschine mit 4.000 mm Radstand angeboten und erfüllt Kupplungshöhen und Bodenfreiheit wie vergleichbare Diesel-Lkw. So können Mega-Trailer die rechtlich zulässige Gesamthöhe einhalten und erlauben bei volumenintensiven Transporten die möglichst große Innenraumhöhe. Mit diesen Maßen orientiert sich Mercedes-Benz Trucks an den Dieselvarianten der Lowliner-Fahrzeuge und ermöglicht eine nahtlose Integration der elektrischen Fahrzeuge in die Flotten.

Der neue eActros Lowliner ist wahlweise mit zwei oder drei LFP-Batteriepaketen à 207 kWh  ausgestattet. Für den eActros 400 Lowliner ergibt sich dadurch 414 kWh installierte Batteriekapazität und für den eActros 600 Lowliner 621 kWh installierte Batteriekapazität.

Bis zu 500 Kilometer Reichweite

Die Reichweite des eActros 600 als Lowliner-Variante liegt in etwa auf dem Niveau des eActros 600, der mit drei Batteriepaketen und 40 Tonnen Gesamtzuggewicht eine Reichweite von 500 Kilometern ohne Zwischenladen erzielt. 

Der eActros 400 Lowliner mit zwei Batteriepaketen weist ein geringeres Fahrzeuggewicht auf und bietet dadurch mehr Zuladung als der eActros 600 Lowliner mit drei Batteriepaketen. Durch die Gewichtsreduktion erhöht sich die maximale Zuladung des eActros 400 Lowliner auf bis zu 24 Tonnen im Vergleich zum eActros 600 Lowliner, der bis zu 21 Tonnen Zuladung ermöglicht. 

Geladen wird der eActros als Lowliner-Variante – wie alle eActros-Fahrzeuge – mit bis zu 400 kW über die serienmäßige CCS2-Ladebuchse auf der linken Fahrzeugseite. Zwei Batteriepakete benötigen rund 46 Minuten, um von 10 auf 80 Prozent zu laden, bei drei Batteriepaketen beträgt die Ladezeit rund 70 Minuten. Neben dem CCS-Laden werden beide eActros Lowliner-Varianten später auch das Megawattladen (MCS) ermöglichen. Dafür ist optional eine zusätzliche MCS-Ladebuchse auf der linken Fahrzeugseite bestellbar.

Integrierte E-Achse und vorausschauende Antriebsstrangregelung

Der eActros Lowliner übernimmt, wie die anderen Fahrzeuge des eActros-Portfolios, eine E-Achse mit zwei Elektromotoren und Vier-Gang-Getriebe vom eActros 600. Die E-Motoren generieren eine Dauerleistung von 400 kW sowie eine Spitzenleistung von 600 kW. Die volle Motorleistung steht zumeist nahezu ohne Drehmomentunterbrechung zur Verfügung. Durch vorausschauendes Fahren lässt sich mittels Rekuperation Energie zurückgewinnen und in den Batterien speichern, sodass sie später wieder für den Antrieb genutzt werden kann.

Zudem reduziert die Rekuperation die Beanspruchung der Bremsen, was deren Verschleiß verringert. Situationsabhängig kann der Fahrer zwischen fünf verschiedenen Rekuperationsstufen wählen. Im digitalen Cockpit lässt sich auf dem Touchscreen auch das One-Pedal-Driving aktivieren – also die Verzögerung per Rekuperation mit reduzierter Betätigung der mechanischen Bremse.

Auch der eActros Lowliner verfügt über die explizit auf den E-Antrieb abgestimmte Tempomat- und Getriebesteuerung Predictive Powertrain Control. Die vorausschauende Antriebsstrangregelung berücksichtigt automatisch Topografie, Straßenverlauf und Verkehrszeichen für eine möglichst effiziente Fahrweise.

Dabei werden nun auch die Routeninformationen des Navigationssystems mit einbezogen, um eine bessere Erkennung vorausliegender Streckenereignisse zu ermöglichen. So kann der Fahrer unnötiges Bremsen und Beschleunigen reduzieren und bestenfalls gänzlich vermeiden und die Batterieenergie effizienter nutzen.