Es klingt irre, ist aber ernst gemeint: Toyota bringt ein simuliertes Schaltgetriebe in seine Elektrofahrzeuge. Das macht offenbar ziemlich viel Spaß, und der japanische Autohersteller will seine Elektroautos nicht nur mit sechs oder sieben Gängen ausstatten, wie die meisten Schaltgetriebe heutzutage.

In einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Patentanmeldung von Toyota zum EV-Schaltgetriebe wird behauptet, dass es technisch keine Begrenzung für die Anzahl der "Gänge" gibt, die ein solches Gerät haben kann. Bilder, die zusammen mit dem technischen Dokument veröffentlicht wurden, zeigen bis zu 14 Gänge. Wie funktioniert das eigentlich? Auch das erklärt der Autohersteller.

Das Patent geht sehr ausführlich auf die Funktionsweise eines solchen Systems ein. Kurz gesagt, der Fahrer kann genau die Anzahl der Gänge auswählen, die er möchte. "Die Anzahl der virtuellen Getriebestufen kann sechs Stufen oder mehr oder weniger als sechs Stufen betragen", heißt es in dem Dokument. "Der Fahrer von kann das gewünschte Muster entsprechend seinen Vorlieben auswählen."

Bildergalerie: Toyota EV-Schaltgetriebe Patentzeichnungen

Der Teil mit der "Auswahl eines Musters" ("pattern") ist allerdings ein wenig irreführend. Um das klarzustellen, beschreibt der Automobilhersteller nicht eine Art elektromechanisches System, das effektiv so viele physische Schaltkulissen erzeugt, wie der Benutzer wünscht.

Stattdessen gäbe es eine feste Anzahl tatsächlicher Gänge, wahrscheinlich sechs, aber Toyota verwendet vier als Beispiel. Ein Gang wird wie bei einem normalen Schaltgetriebe eingelegt, allerdings kann der Hebel nach der Betätigung in die Neutralstellung zurückkehren. Wenn der Fahrer dann die Gänge durchschaltet, wechselt das virtuelle Muster zum nächsten Satz von "Übersetzungen".

Wenn also ein Muster von sechs Gängen vorhanden ist und der sechste Gang gewählt wird, ändert die Anzeige die verfügbaren Gänge und lädt den Fahrer ein, in den siebten und alle weiteren Gänge zu schalten oder in den fünften und den vorhandenen Satz von Gängen zurückzukehren. Einfach gesagt: Der Anzahl jener künstlichen Gänge sind kaum Grenzen gesetzt, da es ja keine Zahnräder und andere "echte" Technik gibt.

Verwirrend? Nun, es gibt einen Grund, warum die Automobilhersteller bei normalen Pkw nie mehr als sieben Gänge vorgesehen haben. Ein 14-Gang-Schaltgetriebe ist in Verbindung mit einem benzinbetriebenen Verbrennungsmotor nicht praktikabel. Wenn das Schaltgetriebe jedoch nur simuliert wird, scheint Toyota der Meinung zu sein, dass es nicht schadet, den Kunden eine Wahl zu lassen. 

Bildergalerie: Toyota EV-Schaltgetriebe Patentzeichnungen