Xpeng: 7 Jahre Garantie aufs Auto, 8 Jahre auf den Akku
Die Garantie aufs Auto ist wirklich großzügig, beim Akku ist sie marktüblich
Xpeng gehört wie MG, Nio, BYD, Leapmotor etc. zu den China-Marken, die noch neu in Europa sind. Zu den Hauptproblemen des Newcomers dürfte neben einer geringen Bekanntheit auch das Misstrauen gegenüber jungen Marken gehören. Wer weiß schon, wer das Auto repariert, wenn es kaputt ist? Die Frage beantwortet der Hersteller mit großzügigen Garantien.
Für alle in Deutschland angebotenen Xpeng-Fahrzeuge gilt eine Herstellergarantie von sieben Jahren bzw. 160.000 Kilometer Laufleistung – je nachdem, was zuerst eintritt. So großzügig ist unseres Wissens sonst nur Kia. Vorausgesetzt werden wie üblich regelmäßige Inspektionen bei einem autorisierten Xpeng-Vertragspartner im Rhythmus der modellspezifischen Wartungsintervalle.
Für die Hochvoltbatterie gilt eine achtjährige Garantie (bis 160.000 Kilometer). Der Gewährleistungsfall tritt ein, wenn die Akku-Kapazität in dieser Zeit unter 70 Prozent fällt. Diese Garantie ist mehr oder weniger marktüblich. Nach einer Übersicht des ADAC bietet Lexus für den selten gekauften UX 300e sogar 10 Jahre an.
Kommt es zu einer Panne, genießen Xpeng-Fahrer zudem europaweiten Schutz: Der Mobilitätsservice der Marke erstreckt sich über fünf Jahre bzw. 120.000 Kilometer. Abgedeckt sind mechanische und elektrische Ausfälle, leere Batterien, Probleme mit Schlössern oder Schlüsseln oder eine klassische Reifenpanne. In Zusammenarbeit mit dem Mobilitätsdienstleister ARC Europe wird einem jederzeit – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche – geholfen, so das Versprechen. Dafür gibt es eine telefonische Hotline. Können die Pannenhelfer nicht sofort vor Ort helfen, wird das Fahrzeug in die nächstgelegene Vertragswerkstatt geschleppt.
Xpeng P7
Xpeng G6
Xpeng offeriert derzeit drei Modelle in Deutschland:
- das Coupé-SUV Xpeng G6 (Mittelklasse), ab 43.600 Euro
- die große Sportlimousine Xpeng P7, ab 49.600 Euro
- das große Familien-SUV Xpeng G9, ab 59.600 Euro
Großartige Verkaufserfolge kann Xpeng bislang noch nicht vorweisen: In den ersten zehn Monaten des Jahres wurden gerade mal 213 Autos in Deutschland verkauft. Beliebtestes Modell war der G9 mit 140 Stück. "Um in Deutschland Fuß zu fassen, braucht es Geduld", sagte Deutschland-Geschäftsführer Markus Schrick kürzlich der Automobilwoche.
In Sachen Vertrieb vertraue man auf "das klassische Händlersystem", . Allerdings gibt es bislang nur zwölf Händler mit 20 Standorten. "Mittelfristig wollen wir an rund 120 Standorten sein, weil wir glauben, mit dieser Zahl Deutschland abdecken zu können. Es könnten dann unterm Strich 50 bis 60 Händler werden," so der deutsche Xpeng-Chef.
Alle drei Modelle gibt es mit verschiedenen Antriebs- und Batterieoptionen. Die beiden SUVs G6 und G9 verfügen serienmäßig über ein 800-Volt-System. Damit lässt sich der Akku innerhalb von 15 Minuten von 20 auf 80 Prozent bringen. Wir haben alle drei Modelle bereits getestet; zu P7 und G9 haben wir einen Doppeltest, zum G6 einen Einzeltest inklusive Ladeversuch.
Besonders stolz ist Xpeng auf die generell gute Serienausstattung. Dazu gehören Klimaautomatik, eine moderne Display-Landschaft, mehrfach verstellbare, beheizbare und vorne auch belüftete Sitze. Zudem gibt es ein breites Arsenal an Assistenzsystemen, die Xpeng unter dem Begriff Xpilot bündelt, darunter Abstandstempomat (ACC), Spurhalteassistent (LCC), Kollisionswarnung (FCW), Querverkehrswarner hinten (RCTA), Fernlichtassistent (IBH) und eine Warnung vor dem bei Radfahrern gefürchteten Dooring (DOW). Beim Einparken und Manövrieren hilft ein Rundumsichtsystem.
Unter dem Strich
Xpeng hat gute Elektroautos im Angebot; alle drei Modelle haben uns im Test gut gefallen. Außerdem bietet die junge chinesische Marke großzügige Garantien an. Das ist sicher ein Pluspunkt in Sachen Vertrauen. Aber sie treffen nicht den neuralgischen Punkt: Was passiert, wenn sich die Marke – zum Beispiel wegen der China-Zölle der EU, oder aus einem anderen Grund – plötzlich wieder aus Deutschland zurückzieht? Wer sorgt dann für Reparaturen und Ersatzteile?
Quelle: Xpeng (per E-Mail), Automobilwoche (Paywall)
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