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VW-Werk Zwickau produziert das millionste Elektroauto

Gefeiert wird wohl mit gemischten Gefühlen, denn die meisten Modelle wandern künftig ab

VW-Belegschaft in Zwickau feiert millionstes Elektroauto
Bild von: Volkswagen

Das VW-Werk in Zwickau feiert: Nach rund fünfeinhalb Jahren wurde mit dem millionsten Elektroauto eine magische Grenze geknackt. In dieser Woche lief ein VW ID.3 GTX Performance in Kings Red Metallic vom Band, der angeblich das millionste Fahrzeug gewesen ist. Das Auto wird in wenigen Wochen in der Gläsernen Manufaktur Dresden an einen Kunden aus Bayern ausgeliefert.

Bis heute wurden über alle Konzernmarken hinweg 2,3 Millionen MEB-Fahrzeuge weltweit ausgeliefert. Über 40 Prozent davon kommen aus Zwickau. Dort werden sechs Modelle des VW-Konzerns gebaut, die alle auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) basieren: Neben dem ID.3, 4 und 5 von der Kernmarke VW sind das der Audi Q4 e-tron inklusive seiner coupéhaften Version Q4 Sportback e-tron sowie der Cupra Born. Skoda Enyaq und Skoda Elroq dagegen werden in Mlada Boleslav gebaut, der VW ID.7 in Emden und der VW ID. Buzz in Hannover. Von ganz weit her kommt der Cupra Tavascan, der im chinesischen Anhui entsteht.

Das Jubiläumsfahrzeug: ein VW ID.3 GTX Performance mit 240-kW-Heckantrieb

Das Jubiläumsfahrzeug: ein VW ID.3 GTX Performance mit 240-kW-Heckantrieb

Bild von: Volkswagen

Das letzte Verbrennerfahrzeug lief im Zwickau am 26. Juni 2020 vom Band – das Ende einer Ära, die 1904 mit August Horch begann und auch die Trabant-Produktion zu DDR-Zeiten umfasste. Der Startschuss ins vollelektrische Zeitalter erfolgte am 4. November 2019 mit dem offiziellen Produktionsstart des VW ID.3. Es war das erste MEB-Modell. In nur 26 Monaten wurden dann insgesamt sechs Fahrzeuganläufe gestemmt. Mit dem Produktionsstart des VW ID.5 im Januar 2022 war die Transformation des Zwickauer Fahrzeugwerks zum reinen E-Mehrmarkenstandort abgeschlossen und die MEB-Einführung erfolgreich umgesetzt.

Produktionsstart Modell
4. November 2019 VW ID.3
20. August 2020 VW ID.4
23. März 2021 Audi Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron
28. September 2021 Cupra Born
28. Januar 2022 VW ID.5

Im Jahr 2024 wurden in Zwickau 204.000 Fahrzeuge produziert. Seit der Übernahme des Standorts durch Volkswagen 1990 verließen mehr als sieben Millionen Fahrzeuge die Werkshallen. Mit dem Start der Produktion von E-Fahrzeugen übernahm Zwickau eine Schlüsselrolle im Konzern: Erstmals wurde eine große Autofabrik für 1,2 Milliarden Euro komplett auf die Elektromobilität umgerüstet. 

Doch nun wird sich etliches ändern. Ende 2024 hatte der VW-Konzern beschlossen, dass der VW ID.3 und der Cupra Born künftig aus Wolfsburg kommen sollen. Außerdem werden der ID.4 und 5 künftig ausschließlich in Emden gebaut. Für Zwickau übrig bleibt nur noch der Audi Q4 e-tron inklusive Sportback.

Gesamtbetriebsrats-Chef Uwe Kunstmann sagte: "Im zweiten Halbjahr 2026 wird sich die Fabrik verändern, wir geben Modelle an andere Standorte ab. Gleichzeitig sehen wir große Chancen für einen Einstieg in das Thema Kreislaufwirtschaft. Damit würden wir uns ein zweites strategisches Standbein aufbauen und wieder eine Pionierrolle für den Konzern einnehmen.“

Unter dem Strich
Das Werk Zwickau, das erste reine Elektroauto-Werk des Konzerns, feiert den millionsten Stromer. Bei der Feier dürfte so manche Beschäftigte, so manche Beschäftigte zwiespältige Gefühle gehabt haben. Denn nach dem Abwandern der meisten Modelle dürften die Belegschaft Existenzängste plagen. Erstmal sollen sich die Beschäftigten in Zwickau mit Recycling beschäftigen, wobei die Details noch nicht so ganz klar sind.