Mercedes Concept AMG GT XX demonstriert das Megawatt-Laden
Prototypen-Ladesäule von Alpitronic gab über 1.000 Ampere über ein flüssig gekühltes CCS-Kabel ab.
Nachdem das Concept AMG GT XX kürzlich Rekorde in Sachen Langstreckenfahrten aufgestellt hat, brilliert der Technologieträger nun mit extrem schnellem Laden: Mehr als 1 Megawatt, also über 1.000 kW Leistung wurden erreicht und für rund zweieinhalb Minuten gehalten. Dabei floss ein Strom von über 1.000 Ampere über ein flüssig gekühltes CCS-Kabel. Richtig gelesen: ein Kabel, nicht zwei wie beim Megawatt-Laden von BYD.
In der Woche nach dem Zieleinlauf bei den Rekordfahrten in Nardò erreichte das Konzeptfahrzeug an einer Prototypen-Ladesäule von Alpitronic eine maximale Ladeleistung von 1.041 kW – ein neuer Bestwert. Vom Start der Stromübertragung bis zum Erreichen der Megawatt-Marke dauerte es dabei nur 0,5 Sekunden. Und die 1.000 kW Ladeleistung wurden rund zweieinhalb Minuten lang halten. Durch das eigens entwickelte CCS-Ladekabel flossen dabei bis zu 1.176 Ampere. Pro Minute wurden 17,3 kWh übertragen, was beim Concept AMG GT XX für 125 km nach WLTP-Norm ausreicht.
Bildergalerie: Mercedes Concept AMG GT XX: Megawatt-Laden
Ermöglicht wurde die extrem hohe Ladeleistung durch die neue Batterie mit tauchgekühlten, zylindrischen NCMA-Zellen. Die über 3.000 Batteriezellen werden dabei durch ein elektrisch nicht leitendes Öl gekühlt. Diese Direktkühlung sorgt für eine gleichmäßig schnelle Wärmeabfuhr. Die Batteriespannung von über 800 Volt reduziert das Gewicht des Fahrzeugs durch dünnere Kabel und verkürzt zudem die Ladezeiten.
Eine weitere Voraussetzung für das Megawatt-Laden war eine entsprechende Ladesäule, die Mercedes gemeinsam mit Alpitronic entwickelt hat. Die Prototypen-Säulen entstand durch den Umbau einer Ladesäule für das Megawatt Charging System (MCS) von Lkws. Während die MCS-Kabel sehr dick sind, arbeitet die umgebaute Version mit einem schlanken CCS-Kabel.
Die Erkenntnisse aus dem Megawatt-Laden des Konzeptfahrzeugs sollen direkt in die Entwicklung des neuen High-Performance-Schnellladers einfließen, der schon ab 2026 an Mercedes‑Ladeparks in Europa und Nordamerika verfügbar sein soll. Der dort eingesetzte Alpitronic HYC1000 allerdings lädt "nur" mit 600 kW.
Unter dem Strich
Die tauchgekühlte Batterie des Concept AMG GT XX kann mit über 1.000 kW geladen werden, wenn auch nur für zweieinhalb Minuten. Werden wir in ein paar Jahren über die 350 kW der Ionity-Säulen lachen? Nun ja, extreme Ladeleistungen werden wohl nur von extremen Modellen verkraftet. Für eine 50-kWh-Batterie reichen 200 kW dicke, würden wir sagen. Zumal bei kleineren Modellen, die hauptsächlich in der Stadt gefahren und dann mit Wechselstrom geladen werden. Aber für Autobahn- und Oberklassemodelle halten wir das durchaus für möglich.
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