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Elektrischer Audi-Hatchback mit A2-Parallelen als Rendering

So könnte der kürzlich als Erlkönig erwischte Kleinwagen-Crossover aussehen. Aber ähnelt er mehr dem Cupra Raval oder dem Skoda Elroq?

Audi A2 e-tron (2026) als Rendering
Bild von: Motor1.com

Im Oktober haben unsere Erlkönigjäger einen Kleinwagen-Crossover fotografiert, den sie als "brandneuen Audi A2 e-tron" bezeichneten. Die britische Autocar war vorsichtiger und beschrieb den Wagen als Audi-Hatchback mit A2-Einfluss. Davon unabhängig haben unsere Rendering-Spezialisten nun aus den Bildern abgeleitet, wie die Serienversion aussehen könnte.  

Das Rendering hat schlitzartige Tagfahrlichter und darunterliegende Scheinwerfer, wie wir es vom Audi A6 e-tron kennen. Der Grill ist jedoch hier nicht "invertiert", sondern einheitlich in glänzendem Schwarz gehalten. Offenbar hält der Rendering-Künstler den invertierten Grill des Erlkönigs für Fake – was plausibel ist, da an einer ovalen Stelle eine schwarze Fläche zu sehen ist. Zum glänzend schwarzen Grill passt die glänzend schwarze Maske, die ebenfalls vom Audi A6 e-tron zu stammen scheint.  Ansonsten entspricht die Silhouette dem Erlkönig. Die Flanken sind wie dort ein wenig eingezogen, die schwarzen Teile wurden jedoch weggelassen.

Audi A2 e-tron (2026) als Rendering

Audi A2 e-tron (2026) als Rendering

Bild von: Motor1.com
Audi A2 e-tron (2027) Erlkönig auf dem Nürburgring

Audi-Crossover als Erlkönig

Bild von: Automedia

Die Erlkönigbilder von Anfang Oktober zeigen einen "invertierten" Grill; er gilt als Erkennungszeichen für emissionslose Fahrzeuge von Audi. Das E-Kennzeichen spricht für ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybrid. Die Karosserieform erinnerte uns zunächst an den kürzlich fotografierten Cupra Raval, doch der wirkt auf unserem Bild deutlich gedrungener. Wobei das Foto vom IAA-Stand aus Platzgründen eine Weitwinkelaufnahme war:

Cupra Raval (getarnt) auf der IAA 2025

Cupra Raval (getarnt) auf der IAA 2025

Bild von: InsideEVs
Audi-Hatchback als Erlkönig

Audi-Hatchback als Erlkönig

Bild von: Automedia

Der Audi wirkt im Vergleich ziemlich niedrig und gestreckt. Die Fronthaube ist kurz, die Windschutzscheibe liegt sehr flach. Zudem fällt das rundliche Heck mit dem Spoiler auf, das deutlich an den A2 der Nullerjahre erinnert:

Audi A2 (1999-2005)

Das Heck des von Audi A2 (1999-2005)

Bild von: Audi
Audi-Hatchback als Erlkönig

Audi-Hatchback als Erlkönig

Bild von: Automedia

Vorne gibt es, neben dem invertierten Grill, zweigeteilte Leuchten: Oben zeigen sie eine Pixel-Optik wie beim Audi Q6 e-tron, unten sind sie unscheinbar. Der obere Teil der Pixel-Leuchten scheint mit einem Streifen abgeklebt zu sein:

Audi-Hatchback als Erlkönig
Bild von: Automedia

Automedia glaubt, es handele sich um einen Nachfolger des Audi Q2, der angeblich 2026 eingestellt wird. Auch der A1 soll nächstes Jahr nicht mehr angeboten werden, sodass die Frage, welchem der beiden Modelle das neue Auto beerben soll, rein akademischer Natur ist. Der A2 e-tron solle 2027 starten und auf der neuen Kleinwagen-Plattform MEB Entry alias MEB Small basieren, also auf der Plattform des ID. Polo und Cupra Raval. Neben Frontantrieb soll es auch Allradler geben.

Laut Autocar soll der Neuling sowohl den A1 als auch den Q2 ersetzen, aber auch ein elektrisches Gegenstück zum A3 und Q3 sein. Die Kollegen schreiben, das Auto sehe aus wie eine verkleinerte Version des Q4 e-tron, was uns nicht eingefallen wäre. Kollege Roland von Motor1 fühlt sich an den ID.3 erinnert, was schon eher passt, auch wenn die neue Karosserie hinten stärker abfällt:

VW ID.3 GTX Performance (2024) im Test

VW ID.3

Bild von: Volkswagen
Audi-Hatchback als Erlkönig

Audi-Hatchback als Erlkönig

Bild von: Automedia

Die britische Autozeitschrift ist sich nicht sicher, ob das Auto wirklich A2 e-tron heißen wird; die Wiederbelebung dieses Namens wäre eine Möglichkeit. Audi-Chef Gernot Döllner hatte schon einmal gesagt, es sei "denkbar", dass historische Namen wiederverwendet werden. 

Autocar glaubt auch, dass der Neuling auf der normalen MEB-Plattform basiert, auf der auch die Autos vom ID.3 bis zum ID.7, der Audi Q4 e-tron und andere beruhen. Also nicht auf der neuen Frontantriebsplattform MEB Entry. Die Kollegen meinen auch, dass der Wagen ein Schwestermodell des Skoda Elroq werden könnte, also ein Kompakt-SUV. 

"Auch im kommenden Jahr führt das Unternehmen seine Modelloffensive fort. Beispielsweise mit einem rein elektrischen Einstiegsmodell, das ab 2026 in Ingolstadt produziert wird (...)" (Audi am 2. September)

Anfang September hatte Audi den Start eines in Ingolstadt produzierten, elektrischen Einstiegsmodells im Jahr 2026 offiziell bestätigt. Weitere Details wurden nicht verraten. Doch Döllner bestätigte damals gegenüber Autocar, dass Audi den A1 und Q2 im Jahr 2026 einstellen wird und dass man "Modelle im unteren A-Segment" haben werde. Das Modell, das 2026 in Ingolstadt in Produktion geht, werde das Einstiegs-Elektrofahrzeug im A-Segment sein. Dabei ist die eigentümliche VW-Nomenklatur zu beachten, nach der unter dem A-Segment die Kompaktklasse verstanden wird; darunter gibt es noch A0 (Polo etc.) und A00 (Up etc.). 

Der Neuling aus Ingolstadt solle jedenfalls das kleinste Auto sein, das Audi künftig anbieten will, so Döllner. Kleinere Segmente bleiben anderen Konzernmarken vorbehalten, womit Döllner wohl die Fahrzeuge auf der Basis von MEB Small wie ID. Polo, Raval etc. meinte. 

Unter dem Strich

An diesem Erlkönig haben wir uns die Zähne ausgebissen: Handelt es sich um einen Verwandten von Cupra Raval & Co auf Basis der verkürzten-Frontantriebsplattform MEB Small, wie Automedia meint? Oder hat Autocar recht, und es handelt sich um ein Schwestermodell des Skoda Elroq auf Grundlage des ursprünglichen Heckantriebs-MEB? Tritt der Wagen im Kleinwagen-Segment an oder in der Kompaktklasse? Wir können diese Fragen nicht seriös beantworten, so leid es uns tut. Time will tell. Aber dass es sich um einen Elektro-Audi mit deutlichen Parallelen zum A2 handelt, lässt sich wohl kaum bestreiten.