Honda und Sony stellen ihre beiden Elektroautos ein
Die Afeela-EVs entfallen, während das Sony-Honda-Joint-Venture überprüft wird.
Sony sorgte auf der CES 2020 für eine Überraschung, als der Konzern mit einer Elektro-Limousine in die Autoszene hineinschnupperte – ein Jahr später folgte ein SUV. 2022 tat sich der Tech-Riese mit Honda zusammen und gründete das Joint Venture Sony Honda Mobility (SHM), um diese Konzepte in die Serienproduktion zu bringen. Daraus wird nun jedoch nichts: Weder die Limousine noch das SUV werden jemals in den Verkauf gehen.
Die Entwicklung beider Fahrzeuge wurde abrupt beendet, auch wenn die Entscheidung nicht völlig überraschend kommt. Erst Anfang dieses Monats strich Honda zwei eigene Elektroautos sowie ein drittes Modell, das den Acura RSX wiederbeleben sollte. In einer heute veröffentlichten gemeinsamen Erklärung teilten Honda und Sony mit, dass Hondas weitreichende Änderungen an der eigenen E-Auto-Strategie auch die unter dem Markennamen Afeela geplanten Modelle des Joint Ventures betreffen.
'As a result of Honda’s reassessment of its automobile electrification strategy announced on March 12, 2026 and factoring the changes to the EV market, the underlying assumptions of SHM’s business operations such as the utilization of certain technologies and assets planned to be provided by Honda were fundamentally altered, resulting in the announcement by SHM today to discontinue the development and launch of its first model, AFEELA1, and its second model.'
Afeela SUV-Prototyp
Damit nicht genug: Beide Parteien wollen zudem "die geschäftliche Ausrichtung von SHM überprüfen". Das klingt zwar nach einem düsteren Ausblick für die Zukunft des Joint Ventures, dennoch gehen Sony und Honda nicht getrennte Wege. Die Unternehmen wollen ihre „mittel- bis langfristige Positionierung sowie Beiträge zur Zukunft der Mobilität“ so früh wie möglich bekanntgeben.
SHM hatte geplant, die Kundenauslieferungen des Afeela 1 gegen Ende dieses Jahres zu starten. Das Einstiegsmodell zum Marktstart sollte die Signature-Version für 102.900 US-Dollar sein; eine günstigere Origin für 89.900 US-Dollar war für einen Marktstart 2027 vorgesehen – diese Pläne werden sich nun offensichtlich nicht realisieren. Die Vorserienfertigung hatte bereits begonnen – im Honda-Werk East Liberty Auto Plant in Ohio. Dass das Auto so spät noch gestrichen wird, ist kein gutes Zeichen für das Joint Venture, das vor weniger als vier Jahren gegründet wurde.
Unter dem Strich: Für Honda sind es schwierige Zeiten: Der Hersteller hatte bereits angekündigt, nach dem Aus für den 0 SUV, die 0 Limousine und den Acura RSX Verluste von bis zu 15,8 Milliarden US-Dollar verbuchen zu müssen. Wenn nun auch die Afeela-EVs wegfallen, werden diese Streichungen die Bilanz zusätzlich belasten. Hersteller ziehen selten den Stecker bei einem Produkt, das die Vorserienphase bereits erreicht hat und schon vom Band läuft.
Wie man sich vorstellen kann, sind derart drastische Entscheidungen etwas, das Unternehmen nach Möglichkeit vermeiden. Honda scheint nun Schadensbegrenzung zu betreiben und die eigene E-Strategie neu zu bewerten – vermutlich mit dem Fazit, dass die geplanten Modelle nicht erfolgreich genug gewesen wären.
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