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Neuer Elektro-Jaguar heißt nicht Type 00, sondern Type 01

Jetzt steht der Name des 5,20 Meter langen, aber nur 1,40 Meter hohen GT mit riesigem 120-kWh-Akku sowie drei Elektromotoren fest.

Getarnter Elektro-Jaguar mit Schriftzug
Bild von: Jaguar

Der neue Elektro-Jaguar wird nicht Type 00 heißen, sondern Type 01, ausgesprochen "Type Zero One". Das gibt der Hersteller nun offiziell bekannt. Die "0" steht für den emissionsfreien Antriebsstrang und die "1" für das erste Fahrzeug der neuen Jaguar-Ära. "Type 00" hätte vielleicht auch zu unerwünschten Toiletten-Assoziationen geführt, zumindest bei der deutschen Kundschaft.

Der neue Gran Turismo soll angeblich im Spätsommer vorgestellt werden und ab Herbst bestellbar sein. Die Auslieferung soll in der ersten Hälfte des Jahres 2027 beginnen. Die Preise werden bei rund 120.000 Pfund starten, also bei rund 138.000 Euro. Weitere Modelle wie ein Type 02 und Type 03 dürften folgen. Dabei könnte es sich um eine Limousine und ein SUV handeln, wie Autocar berichtet.

Der Schriftzug verrät die Serienbezeichnung des Elektro-Jaguars. Er erscheint offenbar auf den Felgen.
Bild von: Jaguar

Anfang Februar hatte Jaguar Bilder aus dem schwedischen Arjeplog veröffentlicht, die den großen Viertürer bei Tests im eiskalten Norden zeigten. Zudem machte Autocar schon recht genaue Angaben: Der Wagen ist 5,20 Meter lang und nur 1,40 Meter hoch. Damit ist das Auto etwa so lang wie ein Mercedes EQS, aber über zehn Zentimeter niedriger. Der Radstand ist mit rund 3,20 Metern etwa gleich.

Während die vor einem Jahr präsentierte Studie ein Zweitürer mit Flügeltüren war, bekommt die Serienversion vier Türen, die sich konventionell öffnen. Einen Frunk hat der Wagen nicht, und auch der hintere Kofferraum scheint für ein so großes Auto klein zu sein. Dort soll es nur Platz für zwei Reisekoffer geben. 

Jaguar GT (Prototyp) bei Wintertests
Bild von: Jaguar

Antrieb

Technische Basis des Jaguar Type 01 ist die neue Jaguar Electric Architecture (JEA)Zum Start gibt es einen Antrieb mit rund 1.000 PS (735 kW) und einem Systemdrehmoment von 1.300 Newtonmetern. Die Startversion besitzt drei Elektromotoren, was ein Torque Vectoring ermöglicht. Alle drei sind Permanentmagnet-Synchronmaschinen (PSM). Bei der 1.000-PS-Version soll vorn ein 350-PS-Motor (257 kW) arbeiten, hinten gibt es zwei Motoren mit zusammen 950 PS (700 kW). Zusammen ergibt das deutlich mehr als 735 kW; die Systemleistung wird also nicht durch die Elektromotoren begrenzt.

Das ermöglicht offenbar eine sehr variable Kraftverteilung: Der Wagen kann Fronttriebler, Hecktriebler und Allradler sein – sozusagen das Beste aus drei Welten. Auf der Autobahn bei konstantem Tempo kann der besonders effizient arbeitende Frontmotor allein den Vortrieb übernehmen, um den Verbrauch zu senken. Der Wagen soll aber auch driften können wie ein Hecktriebler und sicher sein wie ein Allradler. Beeinflussen lässt sich das Verhalten über die drei Fahrmodi, die Comfort, Dynamic und Winter heißen könnten.

Der zum Start angebotenen 1.000-PS-Variante könnten weitere folgen, die vermutlich weniger Leistung haben werden. Eine Range-Extender-Version, über die es bereits Gerüchte gab, plant Jaguar aber nicht. 

Jaguar GT (Prototyp) bei Wintertests

Dieses Bild zeigt den großzügigen Heckklappen-Ausschnitt. Der Kofferraum soll tief, aber wenig groß sein.  

Bild von: Jaguar

Batterie

Die Batterie fällt ähnlich groß aus wie beim Mercedes EQS, der einen ähnlichen Radstand hat: 118 kWh sind es beim EQS, beim Type 01 sollen es 120 kWh sein. Die Reichweite soll rund 700 km betragen.

Um eine möglichst niedrige Sitzposition zu ermöglichen, besteht der Akku aus fünf Teilen: Einer davon, mit 19 kWh und 32 Zellen, befindet sich offenbar vor den Sitzen, vier weitere mit je 42 Zellen weiter hinten. Wenn diese Angaben stimmen, besteht die Batterie aus 200 Zellen. Werden alle in Reihe geschaltet, würde man (bei 3,7 Volt für eine Zelle) auf etwa 740 Volt kommen. Dementsprechend schnell dürfte sich der Akku laden lassen. Angaben zur Ladedauer gibt es jedoch noch keine. 

Jaguar Type 00 Concept (2024)

Beim Type 00 Concept war das Lenkrad arg oval, bei den Prototypen aber war es fast rund.

Bild von: Jaguar

Fahrwerk und erste Eindrücke

Dass der Gran Turismo eine Allradlenkung und eine Luftfederung bekommt, wissen wir bereits von den Mitfahrten im Prototyp des Type 01. Rundum sind Zweikammer-Luftfedern verbaut, vorne gibt es Doppelquerlenker, hinten eine Integrallenkerkonstruktion. Dazu kommen serienmäßig 23-Zöller; kleinere Räder soll es nur auf Märkten mit sehr schlechten Straßen geben.

Matt Prior von Autocar durfte den Wagen schon fahren. Er berichtet, dass das Dach und die Sitzposition sehr niedrig sind. Das macht das Einsteigen nicht einfacher, zumal die hintere Tür sehr klein ist, so der Kollege. Dazu kommt eine niedrige Fensterlinie. Vom Fahrersitz aus sieht man aber viel von der langen Fronthaube. Dank der Hinterradlenkung mit einem Radeinschlag von sechs Grad ergibt sich ein Wendekreis von 11,5 Metern – genau wie beim Nissan Qashqai. Im Comfort-Modus spürte Matt eine gewisse Seitenneigung in der Kurve. Ansonsten lobt er die Sitzposition und den Fahrkomfort.

Bildergalerie: Jaguar GT (Type 00) Winter-Tests

Unter dem Strich

Wenn es das Tesla Model S noch gäbe, wäre der Plaid als Konkurrent des Type 01 prädestiniert. Denn der neue Jaguar-GT ist ähnlich stark wie der dreimotorige Plaid. So aber dürfte der Neuling eher gegen den Porsche Taycan Turbo S mit 700 kW antreten. Den gibt es allerdings erst ab 211.000 Euro.

Der von Autocar genannte Basispreis von 138.000 Euro für den Type 01 dürfte sich also nicht auf die Startversion beziehen. Die 1.000-PS-Variante wird wohl deutlich teurer sein. Ansonsten ergeben die Angaben zu Batterie, Sitzposition, Kraftverteilung und Reichweite schon ein recht gutes Bild von dem Neuling. Diese lassen auf eine sportliche Auslegung schließen, aber auch auf gute Langstreckentauglichkeit – typisch Gran Turismo eben.  

Letzte Änderung am 13. Mai 2026: Neuer Name eingefügt, generell aktualisiert.