Jaguar Type 01: Erste Bilder vom Cockpit
Der Elektro-GT mit riesigem 120-kWh-Akku sowie drei Elektromotoren wird am 6. Oktober präsentiert
Der neue Jaguar Type 01 wird am 6. Oktober 2026 in New York vorgestellt, wie der Hersteller nun bekannt gibt. Außerdem präsentiert der Hersteller nun erste Bilder vom Cockpit seines Elektro-Gran-Turismo. Sie zeigen ein recht nüchternes Interieur, das vage an die 60er-Jahre erinnert.
Die natürlichen Farben sollen an Travertin erinnern, eine oft gelbliche oder bräunliche Kalksteinart. Statt riesiger Monitore, die sich über die gesamte Breite ziehen, ist nur ein recht breiter, gekrümmter Bildschirm vor dem Fahrersitz zu sehen. Statt eines großen Touchscreens gibt es nur eine kleine Touch-Konsole, die offenbar der Klimasteuerung dient. Da der Type 01 kein Heckfenster hat, besitzt er zudem ein mittiges Display nahe der Frontscheibe, das die Bilder der nach hinten gerichteten Kamera zeigt.
Außerdem fällt die hohe Mittelkonsole auf, die sich durch den gesamten Innenraum zieht und "vier individuelle Räume" schaffen soll. Das Auto ist ein Viersitzer und hat ein großes Glasdach, wie auf einem der weiteren Bilder zu sehen ist. Zierstreifen auf der Konsole sowie an den Türinnenseiten aus Messing zeigen den springenden Jaguar (den "Leaper").
Bildergalerie: Jaguar Type 01 (Interieur-Teaser)
Zuvor gab es Ende Juni Bilder, die den Wagen aus zahlreichen Perspektiven zeigten, auch wenn er noch Tarnung trug:
Bildergalerie: Jaguar Type 01 (2027) Prototyp in Monaco
Seit Mai 2026 ist bekannt, dass der neue Elektro-Jaguar nicht Type 00 heißen wird, sondern Type 01, ausgesprochen "Type Zero One". Die Auslieferung soll in der ersten Hälfte des Jahres 2027 beginnen. Die Preise werden bei rund 120.000 Pfund starten, also bei rund 138.000 Euro. Weitere Modelle wie ein Type 02 und Type 03 dürften folgen. Dabei könnte es sich um eine Limousine und ein SUV handeln, wie Autocar berichtet.
Die britische Zeitschrift machte auch schon recht genaue Angaben zu den Maßen und zur Technik. Demnach ist der Wagen 5,20 Meter lang und nur 1,40 Meter hoch. Damit ist das Auto etwa so lang wie ein Mercedes EQS, aber über zehn Zentimeter niedriger. Der Radstand ist mit rund 3,20 Metern etwa gleich. Der Wagen rollt serienmäßig auf 23-Zoll-Rädern. Ladeanschlüsse gibt es an beiden vorderen Kotflügeln.
Während die vor einem Jahr präsentierte Studie ein zweitüriges Coupé mit Flügeltüren war, bekommt die Serienversion vier Türen, die sich konventionell öffnen. Einen Frunk hat der Wagen nicht, und auch der hintere Kofferraum scheint für ein so großes Auto klein zu sein. Dort soll es nur Platz für zwei Reisekoffer geben.
Antrieb
Technische Basis des Jaguar Type 01 ist die neue Jaguar Electric Architecture (JEA). Zum Start gibt es einen Antrieb mit rund 1.000 PS (735 kW) und einem Systemdrehmoment von 1.300 Newtonmetern. Die Startversion besitzt drei Elektromotoren, was ein Torque Vectoring ermöglicht. Alle drei sind Permanentmagnet-Synchronmaschinen (PSM). Bei der 1.000-PS-Version soll vorn ein Motor mit 350 PS (257 kW) arbeiten, hinten gibt es zwei Motoren mit zusammen 950 PS (700 kW). Zusammen ergibt das deutlich mehr als 735 kW; die Systemleistung wird also nicht durch die Elektromotoren begrenzt.
Das ermöglicht eine sehr variable Kraftverteilung: Der Wagen kann je nach Situation mit Front-, Heck- oder Allradantrieb fahren. Auf der Autobahn bei konstantem Tempo kann der besonders effizient arbeitende Frontmotor allein den Vortrieb übernehmen, um den Verbrauch zu senken. Der Wagen soll aber auch driften können wie ein Hecktriebler und sicher sein wie ein Allradler. Beeinflussen lässt sich das Verhalten über die drei Fahrmodi, die Comfort, Dynamic und Winter heißen könnten.
Der zum Start angebotenen 1.000-PS-Variante könnten weitere folgen, die vermutlich weniger Leistung haben werden. Eine Range-Extender-Version, über die es bereits Gerüchte gab, plant Jaguar aber nicht.
Dieses Bild zeigt den großzügigen Heckklappen-Ausschnitt. Der Kofferraum soll tief, aber wenig groß sein.
Batterie
Die Batterie fällt ähnlich groß aus wie beim Mercedes EQS, der einen ähnlichen Radstand hat: 118 kWh sind es beim EQS, beim Type 01 sollen es 120 kWh sein. Die Reichweite soll rund 700 km betragen.
Um eine möglichst niedrige Sitzposition zu ermöglichen, besteht der Akku aus fünf Teilen: Einer davon, mit 19 kWh und 32 Zellen, befindet sich offenbar vor den Sitzen, vier weitere mit je 42 Zellen weiter hinten. Wenn diese Angaben stimmen, besteht die Batterie aus 200 Zellen. Werden alle in Reihe geschaltet, würde man (bei 3,7 Volt für eine Zelle) auf etwa 740 Volt kommen. Dementsprechend schnell dürfte sich der Akku laden lassen. Angaben zur Ladedauer gibt es jedoch noch keine.
Die Studie besaß bereits ein ähnliches Cockpit wie die Serienversion, auch wenn die Displays noch fehlten
Fahrwerk und erste Eindrücke
Dass der Gran Turismo eine Allradlenkung und eine Luftfederung bekommt, wissen wir bereits von den Mitfahrten im Prototyp des Type 01. Rundum sind Zweikammer-Luftfedern verbaut, vorne gibt es Doppelquerlenker, hinten eine Integrallenkerkonstruktion. Dazu kommen wie erwähnt serienmäßig 23-Zöller; kleinere Räder soll es nur auf Märkten mit sehr schlechten Straßen geben.
Matt Prior von Autocar durfte den Wagen schon fahren. Er berichtet, dass das Dach und die Sitzposition sehr niedrig sind. Das macht das Einsteigen nicht einfacher, zumal die hintere Tür sehr klein ist, so der Kollege. Dazu kommt eine niedrige Fensterlinie. Vom Fahrersitz aus sieht man aber viel von der langen Fronthaube. Dank der Hinterradlenkung mit einem Radeinschlag von sechs Grad ergibt sich ein Wendekreis von 11,5 Metern – genau wie beim Nissan Qashqai. Im Comfort-Modus spürte Matt eine gewisse Seitenneigung in der Kurve. Ansonsten lobt er die Sitzposition und den Fahrkomfort.
Bildergalerie: Jaguar GT (Type 00) Winter-Tests
Unter dem Strich
Der Jaguar Type 01 ist mit voraussichtlich rund 735 kW ähnlich stark wie das Tesla Model S Plaid und erhält wie dieses drei Elektromotoren. Da der große Tesla nicht mehr angeboten wird, tritt der Neuling gegen den Porsche Taycan Turbo S mit 700 kW (211.000 Euro) und das Mercedes-AMG GT 55 4-Türer Coupé mit 600 kW (154.700 Euro) an. Der ungefähre Basispreis des Type 01 von 140.000 Euro dürfte sich also eher nicht auf die 735-kW-Version beziehen, sondern auf eine später folgende günstigere Variante.
Ansonsten ergeben die Angaben zu Batterie, Sitzposition, Kraftverteilung und Reichweite schon ein recht gutes Bild von dem Neuling. Sie lassen auf eine sportliche Auslegung schließen, aber auch auf gute Langstreckentauglichkeit – typisch Gran Turismo eben.
Letzte Änderung am 12. August 2026: Neue Bilder vom Cockpit eingefügt.

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