Tesla Model Y L: Sechssitzige Langversion bald auch bei uns?
In China und den USA gibt es die Fünf-Meter-Variante schon, und die EU hat eine Typgenehmigung erteilt
China, die Arabischen Emirate und nun auch die USA: Tesla führt die neue Langversion des Model Y in immer mehr Ländern ein. Wir haben das Model Y L schon anlässlich der Einführung in China vorgestellt, doch inzwischen gibt es auch eine Typgenehmigung für die EU – es sieht also so aus, als würde das Auto auch zu uns kommen. Außerdem gibt es neue Informationen und Bilder. Grund genug, über den neuen Stand zu berichten.
Das Tesla Model Y L ist eine knapp fünf Meter lange Langversion des Model Y. Von der Seite sieht man keine großen Unterschiede, die Silhouette ist fast die gleiche. Doch das Auto ist stolze 18 Zentimeter länger und fünf Zentimeter höher:
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | Kofferraum | |
| Model Y L | 4,97 m | 1,98 m | 1,67 m | 3,04 m | 2.152 Liter |
| Model Y | 4,79 m | 1,98 m | 1,62 m | 2,89 m | 2.539 Liter |
| Differenz | 18 cm länger | - | 5 cm höher | 11 cm länger | 368 Liter mehr |
Das Cockpit unterscheidet sich nicht. Doch das maximale Kofferraumvolumen ist deutlich größer. Und während es vom normalen Model Y eine fünf- und eine siebensitzige Variante gibt, hat das Model Y L stets sechs Sitze. Dabei gibt es in der zweiten Reihe zwei Captain's Chairs und dahinter nochmal zwei Sitze.
In den USA gibt es nur eine Motorisierung für das Model Y L: Das Model Y L Premium AWD Launch Series erscheint im Konfigurator auf der gleichen Seite wie die normalen Model-Y-Versionen:
Bei der Reichweite nach amerikanischer EPA-Norm unterscheidet sich die neue Version kaum vom normalen amerikanischen Model Y Premium AWD Long Range, beim Sprint ist die Langversion sogar ein wenig schneller. Anmerkung am Rande: In Hongkong, wo metrische Einheiten gelten, liegen die Sprintwerte laut Konfigurator bei 4,5 bzw. 4,8 Sekunden.
| Model Y L Premium AWD Launch Series (USA) | Model Y Premium AWD (USA) | |
| EPA-Reichweite | 327 Meilen | 325 Meilen |
| 0–60 mph (97 km/h) / Vmax | 4,4 Sek. / 201 km/h | 4,6 Sek. / 201 km/h |
| Reichweite-Nachladen (15 min Supercharger) |
bis 164 Meilen | bis 169 Meilen |
| US-Preis | 61.990 Dollar | 49.990 Dollar |
X-User Eivissa, offenbar ein Tesla-Insider, postete schon im vergangenen Dezember, dass es eine Typgenehmigung für die EU gibt und nannte auch zusätzliche Daten, darunter die Batteriekapazität von 88 kWh und die WLTP-Reichweite mit 19-Zoll-Rädern von 681 Kilometern. Der WLTP-Wert stimmt mit dem offiziellen Wert aus dem Hongkong-Konfigurator überein.
Zum Vergleich: Das deutsche Model Y Premium AWD hat laut EV-Database rund 82 kWh brutto und 79 kWh netto und schafft laut Konfigurator 600 km nach WLTP. Das heißt, die Langversion hat zumindest einen größeren Akku. Die kürzere Sprintzeit deutet darauf hin, dass auch andere Motoren eingebaut werden.
Die Ausstattung des amerikanischen Model Y L unterscheidet sich ebenfalls. Abgesehen von den sechs Sitzen, einigen Launch-Series-Badges und einem auf den Boden projizierten Licht zum Aussteigen (puddle light) bietet die Langversion auch in Reihe zwei Sitzbelüftung und elektrische Sitzverstellung, elektronisch gesteuerte Dämpfer statt frequenzabhängigen sowie eine Vehicle-to-load-Funktion (120 Volt, 20 Ampere, also 2,4 kW) über einen Adapter am Ladeport.
Auch sind hier die erweiterte Konnektivität sowie das teilautonome Fahren FSD (Supervised) für zwölf Monate enthalten. Zudem kosten Lackierungen und 20-Zöller keinen Aufpreis. Der Preis für die Launch Series des Model Y L ist allerdings auch 12.000 Dollar höher als beim normalen Model Y. In Hongkong gibt es die Langversion nicht mehr als Launch Series, sondern als Serienauto; dort liegt der Aufpreis nur bei etwa 2.900 Hongkong-Dollar. Umgerechnet sind das wenig mehr als 300 Euro.
Unter dem Strich
Vom Cybertruck abgesehen kamen bisher eigentlich alle Tesla-Modelle auch nach Deutschland. Auch wenn große Elektro-SUVs bei uns weniger gefragt sein dürften als in China und den USA: Wir sehen keinen Grund, warum das Model Y L nicht ebenfalls zu uns kommen sollte. Da Elon Musk die Produktion in Berlin-Grünheide angeblich ohnehin erhöhen will, bietet sich eine Fertigung dort an. Bei uns würde ein sechssitziges SUV der Fünf-Meter-Klasse wohl gegen den Skoda Peaq, den Kia EV9 und den Hyundai Ioniq 9 antreten.
Quelle: US-Konfigurator, US-Modellseite, US-Modellvergleich
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