Erhält der neue Peugeot E-208 eine horizontale Lichtsignatur?
2027 debütierender Elektro-Kleinwagen bekommt offenbar eine völlig neue Optik und LFP-Zellen vom Joint Venture CSE
Der Peugeot E-208 wird bereits seit 2020 angeboten; nächstes Jahr soll ein Nachfolger vorgestellt werden. Nun gibt es ein Rendering, das den Wagen mit einer völlig neuen Lichtsignatur zeigt.
Nach der französischen Auto-Website L'Argus werden die drei senkrechten "Krallen" des Löwenbabys beim neuen Peugeot E-208 durch drei horizontale Lichtlinien ersetzt, in deren Mitte das Löwen-Logo prangt. Die eigentlichen Scheinwerfer sollen ein wenig tiefer in den senkrechten Lufteinlässen links und rechts integriert werden:
Eine Optik mit drei waagerechten Lichtlinien besaß auch die Studie Polygon von 2025, die wohl als Ausblick auf den E-208 gedacht war. Ein ähnliches Motiv tauchte auch bei den China-Studien Peugeot Concept 6 und Concept 8 auf. Laut L'Argus soll die neue Front von allen kommenden Peugeots übernommen werden.
Auch das Concept 6 und Concept 8 hatten eine horizontale Lichtsignatur
Am Heck soll der E-208 das rechteckige Band mit den leicht herausstehenden Rückleuchten vom Polygon Concept bekommen, während die übrige Karosserie deutlich runder ausfallen wird als bei der extrem kantigen Studie. Auch der Dachspoiler wird abgerundet und verkleinert. Die Türgriffe sollen als versenkte Klappgriffe ausgeführt werden.
Peugeot Polygon Concept (2025)
Auch zur Technik weiß die französische Website Neues zu berichten. Doch zuerst rekapitulieren wir, was bisher bekannt war. Bei der FastLane-Veranstaltung im Mai gab Stellantis bekannt, dass Peugeot im Jahr 2028 zwei neue Elektroautos des B-Segments auf Basis der Plattform STLA One bringen will. Sie sollen die existierenden Modelle 208 und 2008 ergänzen, so Markenchef Alain Favey damals. Unsere Schlussfolgerung war, dass die neuen Elektrovarianten neben die bekannten Verbrennerversionen auf Basis von CMP treten werden. Der E-208 würde dabei Elemente der Studie Polygon von 2025 übernehmen.
Diese Überlegungen waren im Grunde zutreffend. Doch laut L'Argus handelt es sich bei der Plattform STLA One nur um eine modifizierte Version der Kleinwagenplattform STLA Small. Die Namensänderung soll widerspiegeln, dass sich die Plattform nun auch für größere Modelle bis zur Mittelklasse eignen soll. Außerdem soll es sich nun doch um eine Multi-Energy-Plattform handeln.
Obwohl STLA One auch 800 Volt unterstützt, wird der neue E-208 bei 400 Volt bleiben – das war aus Kostengründen nicht anders zu erwarten. Die Zellen werden jedoch LFP-Chemie haben und in Cell-to-Body-Technik direkt in die Karosserie eingesetzt werden. Die Reichweite soll von derzeit maximal 420 km auf bis zu 500 Kilometer steigen.
Die Zellen kommen angeblich von CSE (Contemporary Star Energy), einem neuen Joint Venture zwischen Stellantis und CATL. Sie werden im spanischen Saragossa produziert, und damit in der Nähe des Stellantis-Werks, das den E-208 schon heute baut. Die Motoren, die derzeit von Emotors (einem Joint Venture mit Nidec) kommen, könnten in der Startphase vorübergehend vom chinesischen Hersteller Jing-Jin Electric Technologies kommen, bevor Emotors wieder übernimmt.
Der neue E-208 soll im Frühjahr 2027 vorgestellt werden, die Produktion dann im Juli 2027 anlaufen. Auf dem Pariser Autosalon im Oktober 2026 wird noch die Sportversion des alten Modells gezeigt, der E-208 GTI. Diese 207-kW-Variante soll auch weiter angeboten werden, wenn der neue E-208 startet – so lange, bis auch der Neuling eine Sportversion bekommt. Auch die Verbrennerversion soll weiter gebaut werden, und zwar möglicherweise bis in die 30er-Jahre hinein.
Unter dem Strich
Alfa Romeo, Lancia und Opel haben bereits 207-kW-Stromer im Programm, Peugeots E-208 GTI muss erst noch vorgestellt werden. Möglicherweise hat man sich deshalb so viel Zeit gelassen, weil die neue Generation des E-208 noch nicht ganz fertig ist? Immerhin wird er das erste Modell auf Basis der neuen Plattform STLA One sein. Aber das bleibt Spekulation.
Nach einem Medienbericht erhält der Wagen eine neue horizontale Lichtsignatur. Das ist plausibel, denn mehrere Peugeot-Studien besaßen sie. Außerdem erhält der Wagen Zellen aus einem Joint Venture mit CATL, das bisher kaum bekannt war: Das Kürzel CSE sollte man sich wohl merken.
Dass LFP-Zellen in moderner Cell-to-Body-Bauweise eingesetzt werden sollen, ist weniger überraschend; Stellantis scheint diese immer öfter einzusetzen. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Reichweite trotz der geringeren Energiedichte von LFP-Zellen steigt. Wer glaubt, dass der Wagen durch die preisgünstige Chemie billiger wird, könnte sich aber täuschen: Preise ab 25.000 Euro wie beim VW ID. Polo sind nach dem Bericht nicht zu erwarten.
Quelle: L'Argus
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