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Für eine persönlichere Erfahrung

Volvo EX30 Cross Country (2026) im Dauertest (2): Der Alltag wird speziell

Der zweite Dauertest-Teil zeigt, warum der kleine Elektro-Volvo gleichzeitig clever, charmant und kompliziert sein kann

Volvo EX30 Cross Country (2026) im Dauertest, Teil 2
Bild von: InsideEVs.de

Ein Volvo mit Dachkorb, All-Terrain-Reifen und 428 PS weckt große Abenteuergefühle. Im zweiten Teil unseres Dauertests wartet jedoch eine härtere Disziplin auf uns: Frau, Kind, Hund, Gepäck und eine längere Autobahnetappe. Dabei zeigt der EX30 Cross Country, dass sein Charakter oft in den kleinen Dingen steckt.

Im ersten Teil unseres Dauertests ging es vor allem um den ungewöhnlichen Auftritt, die enorme Leistung und die Frage, ob der Cross Country mehr ist als ein normaler EX30 mit etwas Abenteuer-Make-up. Nach weiteren Wochen rückt nun der Alltag in den Mittelpunkt, der sich überraschend oft im Innenraum abspielt.

Bildergalerie: Volvo EX30 Cross Country (2026) im Dauertest, Teil 2

Dass der EX30 Cross Country trotz seiner kompakten Abmessungen kein nervöser Kurzstrecken-Stromer ist, zeigte sich auf einer Fahrt nach Niederbayern. An Bord waren Frau, Kind, Hund und Gepäck, der Kofferraum war gut gefüllt und die Rückbank ebenfalls ordentlich belegt. Trotzdem fuhr der Volvo angenehm entspannt und wirkte auch auf der Autobahn nicht wie ein kleines Auto, das sich permanent gegen die nächste Bodenwelle stemmen muss.

Dabei spielen die 315 kW beziehungsweise 428 PS fast schon eine Nebenrolle. Leistungsmangel existiert in diesem Auto schlicht nicht. Überholmanöver und Zwischenspurts erledigt der elektrische Allradler so beiläufig, dass man sich eher selbst bremsen muss. Gleichzeitig lässt er sich völlig unspektakulär durch den Alltag bewegen. Der Cross Country muss nicht ständig beweisen, wie schnell er ist.

Bilder von: InsideEVs.de
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Weniger zurückhaltend gibt sich der Dachkorb. Optisch gehört er für mich fest zum Charakter des Testwagens. Akustisch wäre eine etwas lockerere Beziehung allerdings nicht verkehrt. Bis etwa 80 oder 90 km/h hält er sich zurück, darüber hinaus mischt er sich deutlich hörbar in die Unterhaltung ein. Auf der Autobahn wird vor allem der Windabweiser zum stilistisch sehr gelungenen Krachmacher.

Immerhin lässt sich der Korb mit überschaubarem Aufwand abnehmen. Vielleicht findet sich im Laufe des Dauertests ja auch eine Nutzung, die über die hervorragende Optik hinausgeht. Unser Testwagen ist mit dem optionalen Cross Country Experience-Paket ausgestattet, das einen Lastenträger, einen Dachkorb, Schmutzfänger sowie 18-Zoll-Räder mit All-Terrain-Reifen umfasst. Ganz serienmäßig ist der volle Expeditionsauftritt also nicht.

Schnelle Daten Volvo EX30 Cross Country (2026)
Antrieb 2 x Permanentmagnet-Synchronmaschine (Front: 115 kW (156 PS), Heck: 200 kW (272 PS)) / Allradantrieb
Leistung / max. Drehmoment 315 kW (428 PS) / 543 Nm
0 - 100 km/h 3,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
Stromverbrauch / Reichweite (WLTP) 18,7 kWh / 425 km
Akku (netto) 65 kWh
Max Ladeleistung / 10 - 80 Prozent 175 kW / 26,5 Minuten
Preis ab 57.290 Euro
Testwagenpreis 61.330 Euro

Ein kleines Stück Schweden

Seine charmantesten Seiten zeigt der EX30 ohnehin nicht beim brutalen Zwischenspurt, sondern in den Details. In den Sitzbezügen steckt eine kleine schwedische Flagge, während die Front mit topografischen Linien und den Koordinaten 67°54'0"N 18°31'0"E auf die Kebnekaise-Region in Nordschweden verweist. Wer genau hinsieht, bekommt also etwas mehr als nur graues Plastik und einen Cross-Country-Schriftzug.

Und ja, für solche Kleinigkeiten bin ich vermutlich besonders empfänglich. Schließlich waren wir bereits zweimal mit dem Wohnmobil in Skandinavien unterwegs – einmal durch Schweden und Fjord-Norwegen und später auf einer rund 10.000 Kilometer langen Reise bis ans Nordkap. Da reichen eine kleine Flagge und ein paar Koordinaten, um sofort wieder an leere Straßen, endlose Wälder und ziemlich lange Fahrtage zu denken.

Bilder von: InsideEVs.de
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Dazu kommt das herausnehmbare Fach zwischen den Rücksitzen. Darauf finden sich Motive wie Elche, Bäume und eine stilisierte Landschaft. Lebensnotwendig ist davon natürlich nichts. Aber es gibt dem EX30 mehr Persönlichkeit als der nächste glänzende Klavierlackstreifen. Volvo zieht die Skandinavien-Karte nicht besonders subtil, dafür aber mit einer gewissen Konsequenz.

Clever gelöst, seltsam verstaut

Auch darüber hinaus steckt der Innenraum voller Ideen. So fährt der Getränkehalter erst bei Bedarf aus der Mittelarmlehne aus und lässt sich in zwei Stufen nutzen. Darunter befindet sich ein weiteres Fach, in dem erstaunlich viel Kleinkram Platz findet. Die kabellose Ladeablage ist gut erreichbar und hält das Smartphone bombenfest. Auch das Handschuhfach unterhalb des Zentraldisplays ist besser als es seine ungewöhnliche Position zunächst vermuten lässt.

Bilder von: InsideEVs.de
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Mit einer klassischen Klappe wäre es allerdings zu einfach gewesen. Geöffnet wird das Handschuhfach über den Bildschirm. Das wirkt beim ersten Vorführen modern und nach einigen Wochen vor allem unnötig. Wer während der Fahrt schnell an etwas herankommen möchte, dürfte sich einen simplen Griff zurückwünschen. Nicht alles, was sich digital lösen lässt, muss deshalb digital gelöst werden.

Ähnlich zwiespältig fallen die Ablagen aus. Die großen Fächer zwischen den Vordersitzen sind praktisch. In den Türen herrscht dagegen skandinavischer Flaschenmangel. Eine normale Ein-Liter-Wasserflasche lässt sich dort nicht sinnvoll unterbringen. Hinten gibt es kleine Ablageschalen neben den Sitzen, bei denen man erst einmal überlegen muss, was beim nächsten Türöffnen rausfliegen könnte.

Abmessungen Volvo EX30 Cross Country (2026)
Länge x Breite x Höhe 4.233 x 1.837 x 1.567 mm
Radstand 2.650 mm
Gewicht 1.960 kg
max. Zuladung 375 kg
Kofferraumvolumen 318 - 1.000 Liter (+7 Liter Frunk)

Das Platzangebot folgt derselben Mischung aus clever und knapp. Vorn sitzt man bequem, und das große Glasdach sorgt für ein luftiges Raumgefühl. Mit meinen 1,93 Metern passt die Sitzposition grundsätzlich gut. Etwas mehr Beinauflage wäre trotzdem angenehm, und die nicht verstellbaren Kopfstützen bleiben eine Lösung, die nicht zu jeder Statur gleich gut passt.

Im Fond ist der EX30 genau so groß, wie er von außen aussieht. Kinder kommen problemlos unter, erwachsene Passagiere müssen hinter einem großen Fahrer dagegen Kompromisse machen. Die Kopffreiheit fällt dank des Glasdachs ordentlich aus, an den Knien wird es schneller eng. Ein Familienauto kann der Volvo sein – ein kleines Raumwunder wird er dadurch aber nicht.

Bilder von: InsideEVs.de
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Die Hundebox bestimmt die Richtung

Das zeigt sich spätestens beim Beladen. Der Kofferraum bietet einen höhenverstellbaren Ladeboden und mehrere praktische Kleinigkeiten. Rechts befindet sich eine Mulde, in der Flaschen oder kleinere Einkäufe nicht sofort auf Wanderschaft gehen. Taschenhaken und unterschiedliche Bodenpositionen helfen ebenfalls dabei, den vorhandenen Raum möglichst sinnvoll zu nutzen.

Nur mehr Grundfläche zaubern sie nicht herbei. Unsere Hundebox passte nicht längs in den Kofferraum und musste quer transportiert werden. Dadurch bleibt weniger Platz für das restliche Gepäck, als es die Karosserieform zunächst vermuten lässt. Am Stall wirkte der Volvo zwischen einem Skoda Enyaq und unserem privaten Opel Grandland Electric wie ein Microcar a la Opel Rocks und Co.

Bilder von: InsideEVs.de
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Vorne befindet sich außerdem ein kleiner Frunk. Das Ladekabel ist dort gut aufgehoben und muss nicht umständlich aus dem unteren Fach des Kofferraumbodens herausgeholt werden. Für viel mehr reicht der Stauraum allerdings nicht. Auch hier bleibt der EX30 eher ein clever genutztes Kompakt-SUV als ein kleiner Familienlaster.

Google kann es – Volvo macht es kompliziert

Beim Infotainment gehört der EX30 weiterhin zu den besseren Elektroautos. Google Maps arbeitet schnell, übersichtlich und zuverlässig. Die Routenführung ist logisch, Ladestopps lassen sich einfach nachvollziehen und das System reagiert ohne lange Denkpausen. Auch die Sprachsteuerung versteht erstaunlich zuverlässig, ob Sitzheizung, Klimaanlage, Navigation oder Audiolautstärke gemeint sind.

Bilder von: InsideEVs.de
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Das hilft, weil Volvo beinahe alle klassischen Tasten aus dem Cockpit verbannt hat. Viele Funktionen lassen sich per Sprache schneller erreichen als über das Menü. Das ist einerseits ein Lob für die Google-Integration, andererseits aber auch ein Hinweis darauf, dass die Bedienoberfläche nicht immer den kürzesten Weg anbietet.

Das beste Beispiel bleibt die Einstellung der Außenspiegel. Zunächst muss das passende Menü aufgerufen werden, anschließend werden die Spiegel über die Tasten am Lenkrad bewegt. Wer sich das ausgedacht hat, konnte die Lösung bestimmt hervorragend auf einer Präsentationsfolie erklären. Im Alltag bleibt sie trotzdem umständlich.

Bilder von: InsideEVs.de
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Auch die Fensterheber verlangen etwas Eingewöhnung. Statt vier separater Schalter gibt es vorn nur zwei Tasten und eine Umschaltung zwischen Vorder- und Hintertüren. Das spart Bauteile, aber keine Gedanken. Die Warnblinkanlage wiederum sitzt einmal als kleine Schaltfläche im Display und zusätzlich oben im Dachhimmel. Letztere entdeckt man möglicherweise erst, wenn man wie ich bereits mehrfach am Stauende den Umweg über das Display gegangen ist.

Hilfreicher ist die Rückfahrkamera. Aufgrund der winzigen Heckscheibe und der breiten C-Säulen ist die Sicht nach hinten ohnehin eingeschränkt. Die Kamera stellt erkannte Hindernisse nicht nur grafisch dar, sondern gibt ab einer bestimmten Entfernung sogar den Abstand in Zentimetern an. Das wirkt zunächst etwas übergenau, erweist sich beim Einparken vor unserem Garagentor aber schnell als angenehm praktisch.

Modellübersicht EX30 P3 electric EX30 P5 electric EX30 P5 Long Range electric EX30 P8 AWD electric
Antrieb RWD 110 kW,
343 Nm
RWD 200 kW,
343 Nm
RWD 200 kW,
343 Nm
AWD 315 kW,
200 und 343 Nm
0-100 km/h / Vmax 8,6 Sek. / 180 km/h 5,7 Sek. / 180 km/h 5,3 Sek. / 180 km/h 3,6 Sek. / 180 km/h
WLTP-Verbrauch 17,0–17,8 kWh 17,0–17,8 kWh 17,0–17,8 kWh 17,5–18,0 kWh
Akku netto 49 kWh 49 kWh 65 kWh 65 kWh
WLTP-Reichweite 324–339 km 324–339 km 462–475 km 445–450 km
Preis ab 34.990 Euro 36.990 Euro 43.490 Euro 54.190 Euro

Auch die übrigen Assistenzsysteme arbeiten weitgehend unauffällig. Spurführung, adaptiver Tempomat, Querverkehrswarner und Verkehrszeichenerkennung haben sich im bisherigen Test als zuverlässig erwiesen. Erkannte Autos, Motorräder und Lastwagen werden sauber im Display dargestellt. Selbst der Aufmerksamkeitsassistent hält sich meistens zurück und gehört damit nicht zur besonders anstrengenden Sorte, anders als noch beim Mitsubishi Outlander.

Viel Charakter auf wenig Fläche

Nach den bisherigen Wochen wird immer deutlicher, was den Volvo EX30 Cross Country ausmacht. Es sind die kleinen Eigenheiten: die schwedische Flagge, der Elch im Ablagefach, der ausfahrbare Getränkehalter und die Rückfahrkamera, die nahezu auf den Zentimeter genau anzeigt, wann Schluss ist. Daneben gibt es Ablagen, in die kaum eine Flasche passt, ein digitales Handschuhfach und Spiegel, für deren Einstellung man kurz ein Bildschirmmenü studieren muss.

Bilder von: InsideEVs.de
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Von außen ähnelt der Cross Country mit Dachkorb, Schmutzfängern und seinen kompakten Proportionen einem Suzuki-Jimny-Försterauto. Ein kleiner schwarzer Kasten, der eher nach Waldweg als nach Beschleunigungsduell aussieht. Genau deshalb wird er gerne unterschätzt. Auf der Landstraße hat der Volvo schon mehr als einmal einem drängelnden Hintermann beim Herausbeschleunigen gezeigt, dass 428 PS und Allradantrieb nicht nur auf dem Datenblatt stehen.

Gerade dieser Kontrast macht den EX30 so unterhaltsam. Er ist klein genug für den Alltag, eigenwillig genug, um nicht beliebig zu wirken, und schnell genug, um seine harmlose Försterauto-Optik innerhalb weniger Sekunden zu widerlegen. Perfekt ist er deshalb noch lange nicht. Aber während man sich über manche Bedienidee ärgert und die Hundebox quer in den Kofferraum schiebt, mag man den kleinen, extravaganten Schweden mit jedem Tag mehr.

Bild von: InsideEVs.de

Ob daraus echte Dauertest-Liebe wird, entscheidet sich allerdings nicht allein zwischen Elch-Grafik und Ortsausgang. Im dritten Teil geht es deshalb um die härteren Fragen: Verbrauch, Reichweite, Ladeleistung und die Frage, ob der Cross-Country-Aufschlag gegenüber dem normalen EX30 wirklich gerechtfertigt ist. Auch der Dachkorb muss dann endlich beweisen, dass er mehr kann als nur Windgeräusche erzeugen.