Microlino jetzt mit flexiblem Auto-Abo
So richtig zünden wollte das Konzept bisher nicht, was sicher auch an den Preisen liegt. Wird jetzt alles besser?
Der Microlino bekommt in Deutschland einen weiteren Vertriebsweg. Außer über das bestehende Händlernetz und den Brand Store in München bietet der Hersteller seine beiden Modelle Microlino und Microlino Lite nun auch im flexiblen Auto-Abo an. Die Fahrzeuge werden über den Mobilitätspartner FAAREN vollständig digital vermietet.
Los geht es ab 199 Euro pro Monat, was noch immer ziemlich üppig klingt für ein Gefährt mit der Größe und den Fähigkeiten des Microlino. Im Preis sind laut Hersteller immerhin Versicherung und Service bereits enthalten, was den Deal in deutlich freundlicherem Licht erstrahlen lässt.
Die Laufzeit des Abos soll es ermöglichen, den kleinen Elektro-Vierräder über einen längeren Zeitraum im Alltag zu testen, ohne sich direkt für einen Kauf oder ein klassisches Leasing entscheiden zu müssen.
Zwei Versionen: 90 km/h oder 45 km/h
Im Abo stehen sowohl der reguläre Microlino als auch der Microlino Lite zur Verfügung. Der normale Microlino ist als Leichtfahrzeug der Klasse L7e auf eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h ausgelegt und kommt je nach Batterie auf bis zu 228 Kilometer Reichweite. Die aktuelle Modellpalette umfasst Batterien mit 5,5, 10,5 und 15 kWh.
Der Microlino Lite ist dagegen auf 45 km/h begrenzt. In Deutschland darf die entsprechende Fahrzeugklasse bereits ab 15 Jahren gefahren werden. Für den Lite gibt es aktuell zudem eine sogenannte Spezi-Edition. Bei dieser übernimmt der Augsburger Getränkehersteller nach eigenen Angaben monatlich 50 Euro der Abo-Kosten.
Nach Angaben des Unternehmens läuft das Abo-Angebot bereits seit rund drei Monaten. In dieser Zeit sei eine zweistellige Zahl an Verträgen abgeschlossen worden. Wie viele genau es bisher waren, wird nicht erwähnt. Aber offensichtlich ist man in seinen Zielen eher bescheiden: Für Microlino ist dieser Wert ein erstes Signal, dass ein flexibles Nutzungsmodell auch bei einem Fahrzeug funktioniert, das sich deutlich von klassischen Kleinwagen unterscheidet.
„Die Vorteile des Microlino versteht man am besten, wenn man ihn selbst im Alltag erlebt“, sagt Merlin Ouboter, Mitgründer und CMO von Microlino. Das Abo solle genau diese Möglichkeit bieten.
Vom Isetta-inspirierten Konzept zum Serienfahrzeug
Der heutige Microlino hat eine ungewöhnlich lange Vorgeschichte. Die Entwicklung des kleinen Elektrofahrzeugs begann 2015 bei der Schweizer Familie Ouboter, die mit der Micro-Scooter-Marke bereits im Bereich der urbanen Mobilität aktiv war. Als Inspiration dienten unter anderem die Kabinenroller der 1950er-Jahre.
Bildergalerie: Microlino Spiaggina (2025)
Seinen ersten großen Auftritt hatte der Microlino 2016 auf dem Genfer Autosalon. Ursprünglich war das Projekt eher als kleiner Marketing-Gag gedacht. Das Interesse war allerdings so groß, dass aus dem Konzept ein Serienfahrzeug werden sollte. Der erste Prototyp entstand in China, anschließend wurde das Fahrzeug über mehrere Jahre weiterentwickelt.
2018 absolvierte der Microlino die europäische Homologation. Wegen der ungewöhnlichen Konstruktion mit Fronttür dauerte die Zulassung länger als zunächst erwartet. Die Serienproduktion des heutigen Fahrzeugs startete schließlich 2022 in Turin. Im selben Jahr wurde der Microlino zunächst in der Schweiz eingeführt; Ende 2022 kündigte das Unternehmen zudem den Marktstart in Deutschland und Spanien an.
Mit dem Serienmodell wurde aus dem ursprünglich sehr einfachen Konzept ein alltagstauglicheres L7e-Fahrzeug mit zwei Sitzen, 230 Litern Kofferraum und einer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Die charakteristische Fronttür und die bewusst schmale Karosserie blieben dabei erhalten.
Der Lite kam als zweite Variante hinzu
Die Modellfamilie wurde später um den Microlino Lite erweitert. Dabei handelt es sich im Prinzip um die auf 45 km/h begrenzte Variante für den Einsatz in der Stadt und für jüngere Fahrer. Der Lite wurde 2022 erstmals vorgestellt und ergänzt den regulären Microlino damit um eine zweite Fahrzeugklasse.
Der Grundgedanke des Microlino ist dabei bis heute unverändert: möglichst wenig Fahrzeug für möglichst viel urbane Mobilität. Mit einer Länge von rund 2,52 Metern und einer Breite von knapp 1,47 Metern nimmt der Elektro-Zwerg deutlich weniger Platz ein als ein klassischer Kleinwagen. Das macht ihn insbesondere bei der Parkplatzsuche interessant.
Bisher wurden rund 5.000 Autos gefertigt, weniger als einst geplant. Ein Hauptgrund dürfte die forsche Preisgestaltung sein. Für die 45-km/h-Version müssen mindestens 17.990 Euro investiert werden. Die 90-km/h-Variante ist ab 19.490 Euro zu haben. Die Leasingraten starten ab 186 Euro. Womöglich weckt das neue Abo-Modell mit seiner Unverbindlichkeit nun stärkeres Interesse.
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