Der Microlino, das Elektro-Kleinstfahrzeug im Design der historischen Isetta, ist trotz Corona in der Spur. Gegen über der ersten Version (Microlino 1.0) wurde der Antriebsstrang überarbeitet und das Fahrwerk bekam eine breitere Hinterachse. Nun wurden die technischen Komponenten wie Fahrwerk, Motor und Batterie in ein Prototypen-Chassis integriert, das seit einigen Tagen getestet wird. Ein Video zeigt der Hersteller auf seiner Facebook-Seite.

Microlino 2.0 als Chassis-Prototyp

In wenigen Wochen soll der erste komplette Prototyp fertig sein. Er soll auch Komponenten wie Licht, Faltdach und mehr besitzen. Insgesamt sollen fünf Prototypen in Abständen von einigen Wochen fertiggestellt und getestet werden. Die Serienproduktion soll trotz Corona im Jahr 2021 starten.

In organisatorischer Hinsicht hat Microlino Hans-Peter Kleebinder für den Beirat (Micro Advisory Board) gewonnen. Kleebinder war als Leiter von Mini Deutschland und Marketingchef von Audi Deutschland tätig. Mit seiner Erfahrung soll er die Markteinführung des Microlino 2.0 unterstützen.

Microlino 2.0

Neues gibt es auch in Hinsicht auf das Interieur. Das Armaturenbrett der Studie wird Einzug in die Serie halten. Allerdings werden die Schalter und Tasten auf der zentralen Leiste durch einen Touchscreen ersetzt, der mehr Flexibilität beim Hinzufügen neuer Funktionen ermöglicht. So wird es zwei Displays im Auto geben, eines hinter dem Lenkrad als Tacho und ein kleineres Touchdisplay, mit dem unter anderem die Heizung gesteuert wird. Die Gangwahl wechselt auf die linke Seite und wird mittels einem Drehknopf gesteuert.

Ein weiteres Feature, das es in die Serie schaffen wird, ist die vordere und hintere LED-Lichtleiste. Der LED-Lichtbalken wird Positions-, Blinker- und Bremslicht in sich vereinen. Der Microlino wird das erste Fahrzeug in der L7e-Kategorie sein, dass über diese Technologie verfügt.

Der Microlino wurde erstmals im Jahr 2016 auf dem Genfer Autosalon gezeigt. Zu den Hauptmerkmalen des 2,43 Meter langen Vehikels zählte schon damals die Fronttür, die von der klassischen BMW Isetta übernommen wird. Hinter Microlino steht der Schweizer Wim Ouboter mit seinen Söhnen Oliver und Merlin. 1999 gründete Ouboter die Firma Micro Mobility Systems und verkaufte Millionen Tretroller sowie Kickboards.

Nach einem aufwändigen Rechtsstreit mit der Firma Artega um die Rechte an dem Elektro-Winzling sollte auf dem Genfer Autosalon 2020 eine weiterentwickelte Ausführung stehen, der Microlino 2.0 - doch die Automesse fiel wegen Corona aus.

Hier sind die technischen Daten laut Microlino-Website:

  • Motor: 11 kW / 100 Nm
  • 0-50 km/h: 5 Sek.
  • Vmax: 90 km/h
  • Batterie: 8kWh (optional 14,4 kWh)
  • Reichweite: 125km (optional 200 km)
  • Aufladen: Haushaltssteckdose oder über Typ-2-Anschluss (max. 2 kW AC)
  • Ladezeit: 4 Stunden
  • Gewicht: 513 kg
  • Maße: 2.430 mm x 1.500 mm x 1.450 mm
  • Sitzplätze: 2
  • Kofferraum: 220 Liter
  • Kategorie: L7e
  • Geplanter Basispreis: 12.000 Euro 

Bildergalerie: Micro-Mobility Microlino 2.0: Premiere in Genf