Neuer Kleinwagen ist einer der wichtigsten Protagonisten der "Renaulution"

Renault belebt offenbar gerne Klassiker neu. Beispiele sind der Alpine A110 und der Renault Twingo. Aber damit nicht genug: Bei der "Renaulution"-Pressekonferenz am heutigen Donnerstag stellte die Marke nun einen Renault 5 mit Elektroantrieb vor.

Die Studie ist offensichtlich noch recht serienfern. Technische Details fehlen gänzlich, auch zu den Maßen gibt es keine Aussagen. Das Design lässt aber das historische Vorbild deutlich durchschimmern. Wenn Sie vergleichen wollen:

Renault 5: Die Modellgeschichte in Bildern
Renault 5: Die Modellgeschichte in Bildern

Verantwortlich für das Renault-Design ist Gilles Vidal, der allerdings kaum am Renault 5 mitgearbeitet haben dürfte, denn dazu dazu ist er noch zu "frisch". Zuvor war Gilles bei Peugeot, wo er den neuen 508 verantwortet hat, was keine schlechte Referenz ist.

Gilles Vidal, seit 1. November 2021 Renault-Designchef (Bildquelle: Renault)
Gilles Vidal, seit 1. November 2021 Renault-Designchef (Bildquelle: Renault)

In diesem Video erklärt Vidal das Design des R5:

Auffällig sind die muskulösen Formen mit den ausgestellten Radhäusern und den markanten Schwellern. Auch die Lichtsignatur ist speziell. Witzig ist zum Beispiel die Zickzacklinie in den Scheinwerfern, die an den Glühdraht von traditionellen Glühlampen erinnert. Auch die dreidimensionalen Rechtecke mit integrierter "5" fallen auf, genauso wie der fette Renault-Schriftzug dazwischen:

Renault 5 (Designstudie, 2021)

Aufgeladen wird der R5 über eine Buchse auf der Fronthaube, die genau da sitzt, wo es früher bei sportlichen Verbrenner-R5-Modellen (beim R5 Alpine Turbo) einen Lufteinlass gab. Die Ladedaten werden derweil offenbar auf der Rückseite des Infotainment-Bildschirms angezeigt und sind so von außen sichtbar:

Renault 5 (Designstudie, 2021)

Das Heck ist optisch sehr "clean" gehalten. Hier fällt vor allem das Leuchtenband auf, das die beiden Rückleuchten verbindet, und auch einen Renault-Raute enthält:

Renault 5 (Designstudie, 2021)

Der Elektro-Neuling soll auf der zweiten Generation von Renault-Nissans Elektroplattform beruhen und in weniger als drei Jahren auf dem Markt sein, also spätestens 2023. De Meo versprach in der Pressekonferenz Preise, die sich viele leisten können.

Ob der R5 den Zoe ersetzt (der ebenfalls im Kleinwagen-Segment antritt), ist noch unklar. Der Zoe ist bereits seit 2012 auf dem Markt, hätte also eine Pensionierung verdient. Andererseits: Der Zoe ist immerhin deutscher Elektro-Bestseller, außerdem ist der Zoe ist deutlich weniger sportlich positioniert. Insofern könnten wir uns eher eine Koexistenz der beiden Modelle vorstellen.

Inklusive R5 plant die Marke Renault nicht weniger als sieben neue Elektroautos bis 2025. Die gesamte Roadmap für die Marke mit der Raute zeigt diese Grafik:

Bestätigt wird eine Elektroversion des Mégane auf Basis der Studie:

Bildergalerie: Renault Mégane eVision (2020)

Auch ein neuer Kleinstwagen à la Renault Twizy namens EZ-1 wird dazu gehören. Eine neue Version des Renault 4 ist ebenfalls im Gespräch; Details dazu gibt es allerdings noch nicht. Auf die gesamte Renault-Gruppe bezogen (zu der auch Dacia, Lada und Alpine gehören, nicht jedoch die Konzern-Marken Nissan und Mitsubishi) sollen zehn neue Elektro-Modelle bis 2025 auf den Markt kommen. Der Dacia Spring gehört auf jeden Fall dazu.

Bildergalerie: Renault 5 (Designstudie, 2021)