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Für eine persönlichere Erfahrung

Fiat Multiplina Concept: Neues Elektro-Leichtfahrzeug mit 4 Sitzen

Der elektrische Viersitzer der Klasse L7e soll ab 2028 den Topolino ergänzen - mit mehr Platz und Komfort.

Fiat Multiplina Concept (2026)
Bild von: Fiat

Der Multipla kommt als Retromobil zurück. Allerdings nicht der hochvariable, aber auch arg hässliche Fiat Multipla der Nullerjahre, sondern der Fiat 600 Multipla der 50er- und 60er-Jahre. Die neue Version hat deswegen auch einen Look im Stil der Nachkriegszeit. Und es ist kein "normales" Elektroauto, sondern ein Elektro-Leichtfahrzeug. Eine entsprechende Studie wurde nun im Vatikan vorgestellt.

Das Multiplina Concept soll so etwas sein wie eine alltagstauglichere Version des kleinen Fiat Topolino. Während das "Mäuschen" nur zwei Sitze hat und in die Fahrzeugklasse L6e gehört, die maximal 6 kW Dauerleistung und höchstens 45 km/h erlaubt, soll die Serienversion des Multiplina vier Sitze haben und in der Klasse L7e antreten. Diese erlaubt immerhin 15 kW; eine Höchstgeschwindigkeit ist nicht vorgeschrieben, aber in der Praxis werden damit meist 80 bis 90 km/h möglich.

Bildergalerie: Fiat Multiplina Concept (2026)

Der neue Microvan war bei einem Stellantis-Strategieevent im Mai erstmals zu sehen. Bei der Veranstaltung, bei der auch der Fiat Grizzly vorgestellt wurde, tauchte das Wägelchen im Hintergrund auf einem Chart auf. Damals wurde das neue Modell als Quattrolino bezeichnet:

Fiat-Neuheiten bis 2030

Fiat-Neuheiten bis 2030: Der neue Mikrovan ist auf diesem Stellantis-Chart in Grün-Weiß links im Hintergrund neben dem Topolino zu sehen. Die beiden Grizzly-Varianten stehen rechts im Vordergrund.

Bild von: Stellantis

Nun soll das Modell wohl doch eher Multipla oder Multiplina heißen. Der endgültige Name scheint noch nicht festzustehen, doch hat Fiat-Chef Olivier François erkennen lassen, dass er an dem Namen Multipla hängt und ein entsprechendes Fahrzeug auf den Markt bringen will.

Der Multipla oder Multiplina soll auch mehr Ausstattung erhalten; dazu könnte zum Beispiel eine einfache Klimaanlage gehören, die es beim Topolino nicht gibt. Auch ein Rolldach ist auf dem Bild zu sehen. Wie der Topolino wird der Viersitzer aber nur zwei Türen bieten.

Der Fiat 600 Multipla war dagegen ein Viertürer mit vier bis sechs Sitzen. Mit 3,53 Metern stellte er eine deutlich längere Version des normalen Fiat 600 dar. Anders als dieser war er auch sogenannter "Frontlenker": Der Fahrersitz war weit nach vorne über die Vorderachse hinaus gerückt. Statt einer Fronthaube hatte der 600 Multipla eine steile Front, was den Innenraum vergrößerte. Damit wird der Wagen manchmal auch als erster Van der Automobilgeschichte bezeichnet. Das passt zu den Bildern vom Multiplina Concept.

Der Wagen soll diesen Herbst enthüllt werden, doch die Serieneinführung ist erst für 2028 geplant, wie Autocar berichtet. Das Auto soll etwa drei Meter lang sein und damit etwa die Maße des Fiat 500 von 1957 haben. Fiat will den Wagen zwischen dem 2,54 Meter langen Topolino und dem 3,63 Meter langen Fiat 500 e positionieren.

Fiat zeigte im Vatikan diverse Topolino-Varianten und das an die Ape erinnernde dreirädrige Leichtfahrzeug Tris
Bild von: Fiat

Neben dem Multiplina Concept zeigte Fiat auch eine neue Version des dreisitzigen Nutzfahrzeugs Tris, die mehr Platz und eine größere Batterie für mehr Reichweite bieten soll. Dass die Kleinstfahrzeuge im Vatikan gezeigt wurden, hat offenbar mit einer neuen Partnerschaft zu tun: Fiat soll dem nur 0,44 Quadratkilometer großen Vatikanstaat 30 elektrische Leichtfahrzeuge bereitstellen. Dabei soll es sich um den Topolino und den Tris handeln. Die ersten 20 Fahrzeuge wurden bereits übergeben, wie Autocar meldet.

Unter dem Strich

Elektro-Leichtfahrzeuge sind in Italien und Frankreich recht häufig zu sehen. Sie gelten dort offenbar als elektrische Alternative zu den kleinen Verbrennern von Aixam oder Ligier, mit denen in diesen Ländern oft der Alltagseinkauf erledigt wird. Hierzulande haben sich weder die fossilen noch die elektrischen Minimobile so recht durchgesetzt. In Deutschland muss ein Auto schon eine gewisse Mindestgröße, einen gewissen Mindestkomfort bieten – meinen zumindest viele Leute.

Leichtfahrzeuge haben aber auch objektive Nachteile. So sind sie schon wegen ihrer geringen Masse weniger crashsicher – bei einem Frontalzusammenstoß mit einem schweren SUV dürfte man damit nach hinten versetzt werden, was den Körper stark belastet. Wer schon einmal ein Leichtfahrzeug gefahren ist, weiß auch um das Knacken und die schlechte Lärmdämmung. Bei Elektrofahrzeugen kommt noch hinzu, dass es keine Staatsförderung gibt. Aber sei's drum: Nett sieht der geplante Multipla alias Multiplina alias Quattrolino schon aus.