Hersteller zeigt das extreme Auto mit leichter Tarnung

Erst letzten Monat machte der Supersportler Hyperion XP-1 einen Überraschungsbesuch in Las Vegas, jetzt war der XP-1 in Los Angeles unterwegs und zeigte sich mit Tarnanzug und #H2-Aufkleber in Hollywood.

Anders als Autos wie der Rimac Concept_One, der Nio EP9 oder der Pininfarina Battista setzt der XP-1 nicht auf einen Elektroantrieb mit Batterien oder Supercaps, sondern produziert sich den Strom aus Wasserstoff selbst.

Bildergalerie: Hyperion XP-1 in Hollywood (2021)

Für die Stromproduktion wird eine Polymer-Elektrolyt-Brennstoffzelle (PEM-Brennstoffzelle, Proton Exchange Membrane) verwendet. Die Wasserstoff-Menge soll für 1.600 Kilometer reichen. Zu den Daten der Elektromotoren schweigt sich Hyperion bislang aus. Ein Dreiganggetriebe überträgt die Kraft an alle vier Räder.

Das Elektro-Hypercar erreicht die Tempo-100-Schwelle nach rund 2,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 356 km/h. Möglich werden diese Daten auch durch Leichtbau: Das Auto hat ein Leergewicht von nur 1.248 Kilogramm. Gewicht spart unter anderem das Carbon-Titan-Monocoque-Chassis und die Karosserie aus titanverstärktem Verbundwerkstoffen. Außerdem wird der Wasserstoff in Carbon-Tanks mitgeführt. 

Als Pufferspeicher wird keine Batterie, sondern ein so genannter Superkondensator eingesetzt. Solche Supercaps haben zwar eine geringere Energiedichte als normale Akkus, dafür aber eine hohe Leistungsdichte, können also besonders schnell geladen und entladen werden. Damit eignen sie sich besonders für (Super-)Sportwagen.

Die Karosserie hat rundliche Formen, die entfernt an den Chiron erinnern. Das kommt auch von den beiden rundlich geformten Streben hinter den Türen. Diese sollen die Aerodynamik in der Kurve verbessern und dienen auch als Sonnenkollektoren – daher die Bezeichnung Solar Wing. Sie sind beweglich und folgen dem Lauf der Sonne. Ein kleinen Video auf der Hyperion-Website zeigt jedoch nur, dass der Solar Wing etwa zehn Zentimeter nach oben und etwas nach hinten fährt.

Eingestiegen wird über Scherentüren im Lamborghini-Stil. Das Cockpit bietet einen gebogenen Bildschirm, der mit rund 2,50 Meter Diagonale riesig ist. Ursprünglich wurde seine Größe mit 98 Zoll angegeben, nun erscheint auf der Website sogar die Zahl 100.

Ein Bild vom Armaturenbrett zeigt Hyperion auf seiner Website. Darauf ist der riesige Bildschirm aber nicht auf Anhieb zu sehen; stattdessen wird das Armaturenbrett von einem ovalen Element bestimmt, das in der Mitte von einer sehr großen, senkrechten Mittelkonsole aufgeteilt wird. Damit wirkt das Interieur genauso futuristisch wie die Karosserie. Gesteuert wird das Geschehen auf dem Bildschirm über Gesten. Außerdem verspricht Hyperion ein großes Glasdach mit einstellbarer Transparenz.

Das kalifornische Start-up Hyperion wurde 2011 von ein paar Akademikern gegründet. Die Firma umfasst die drei Geschäftsbereiche Hyperion Energy, Hyperion Motors und Hyperion Aerospace. Alle drei beschäftigen sich mit Wasserstoff-Technik. Der XP-1 wurde im August 2020 vorgestellt. Die Produktion soll Anfang 2022 beginnen. Nur 300 Exemplare von dem Supersportler sind geplant. Der Stückzahl und dem technologischen Anspruch entsprechend dürften auch die sicher heftigen Preise ausfallen.

Bildergalerie: Hyperion XP-1 (Bilder vom August 2020)